Marathon-Risiko: Ein Todesfall pro 500.000 Läufer – wer besonders gefährdet ist
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 12:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Marathon: 500.000 Läufer, ein Todesfall
Die Gefahr eines plötzlichen Herztods bei extremen Ausdauerbelastungen ist gering, aber real. Eine US-Studie aus dem Jahr 2025 analysierte den Zeitraum von 2010 bis 2023: Bei 29,3 Millionen Zieleinläufen gab es 59 Todesfälle. Das entspricht einer Quote von einem Fall pro 500.000 Läufer.
93 Prozent der Betroffenen waren männlich, das Durchschnittsalter lag bei knapp 50 Jahren. Eine französische Studie aus 2026 bestätigt den Trend: Von 17 dokumentierten Herzstillständen bei Laufveranstaltungen betrafen 15 Männer. Auffällig: Neun Vorfälle ereigneten sich auf dem letzten Kilometer.
Als Hauptrisikofaktoren gelten unerkannte koronare Herzkrankheiten oder Herzmuskelentzündungen – oft die Folge nicht vollständig ausgeheilter Infekte.
Hitze wird zur Gefahr für Sportler
Klimabedingungen sind ein wachsender Risikofaktor. Der Deutsche Wetterdienst definiert Gefahrenstufen: Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad Celsius spricht man von starker, ab 38 Grad von extremer Wärmebelastung.
In Deutschland sterben jährlich 3.000 bis 3.200 Menschen hitzebedingt. Bei intensiven Hitzewellen steigt die Zahl auf über 10.000 zusätzliche Todesfälle. Sportler gehören neben Senioren, Vorerkrankten und Säuglingen zur Hauptrisikogruppe.
Eine DAK-Forsa-Umfrage aus dem Frühsommer 2026 zeigt die konkreten Auswirkungen: Jeder dritte der 1.519 Befragten hatte gesundheitliche Probleme durch Hitze. Müdigkeit, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen waren die häufigsten Beschwerden. Frauen gaben mit 40 Prozent deutlich häufiger Probleme an als Männer mit 21 Prozent.
Ein Todesfall pro 500.000 Läufer – die Gefahr ist gering, aber real. Besonders auf dem letzten Kilometer und bei Hitze steigt das Risiko. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen und Ihren Trainingsplan anpassen. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern
Experten raten: Sport in kühlere Tagesstunden verlegen. Warnsignale wie Schwindel oder Verwirrtheit sofort ernst nehmen.
Profifußball: Kopfbälle hinterlassen Spuren
Die Risiken betreffen nicht nur das Herz-Kreislauf-System. Eine Studie der Alzheimer-Gesellschaft (AAIC), vorgestellt im Juli 2026, untersuchte 142 ehemalige Profifußballer. Das Ergebnis: 31 Prozent litten unter Depressionssymptomen – in der Kontrollgruppe waren es nur 9 Prozent. Angstsymptome traten bei 42 Prozent der Ex-Profis auf (Kontrollgruppe: 25 Prozent).
Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Karrieredauer, häufigen Kopfbällen und einem geringeren Hirnvolumen. Auch das Risiko für chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE) steigt.
Kreatin gegen Krebs? Neue Forschung
Neben der Risikoanalyse gibt es vielversprechende Ansätze zur Gesundheitsförderung. Eine UCLA-Studie in iScience (Juli 2026) untersuchte Kreatin als möglichen Immun-Booster. In Mäuseversuchen versorgte das Supplement dendritische Zellen mit Energie und unterstützte die Immunantwort gegen Tumore. Bei Mäusen mit Melanomen verlangsamte sich das Tumorwachstum.
Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
Jeder dritte Sportler leidet unter Hitzeproblemen – Müdigkeit, Kreislauf, Kopfschmerzen. Ab 32 Grad wird es gefährlich. Lernen Sie, wie Sie Ihre Läufe sicher in kühlere Stunden verlegen und Ihren Körper schützen. Hitzeschutz-Tipps für Läufer jetzt sichern
Bewegung hält Zellen jung
Australische Forscher entdeckten einen weiteren Mechanismus: Das Enzym NOX4, verantwortlich für zelluläre Reparaturprozesse, sinkt bei Inaktivität. Regelmäßiges Lauftraining hebt den NOX4-Spiegel wieder an. Die Botschaft: Moderate, kontinuierliche Bewegung ist der Schlüssel zur zellulären Fitness – nicht extremes Training.
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