Manufacturing, Intelligence

Manufacturing Intelligence: Unilever plant 40 KI-Zwillinge in 18 Monaten

17.06.2026 - 16:50:08 | boerse-global.de

Unternehmen steigern mit digitalen Überwachungssystemen Produktivität und Effizienz. MES, Edge-Computing und KI-Zwillinge treiben die Industrie 4.0 voran.

Produktionsdaten als Schlüssel: KI und Echtzeit-Transparenz im Fokus
Manufacturing - Eine hochmoderne Fabrikhalle mit Maschinen und digitalen Dashboards, die Echtzeit-Produktionsdaten und Effizienzmetriken anzeigen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen erzielen durch Echtzeit-Transparenz messbare Erfolge – und schaffen die Basis für Künstliche Intelligenz.

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Wirtschaftliche Kennzahlen durch digitale Überwachung

Manufacturing Execution Systems (MES) helfen, versteckte Ineffizienzen aufzuspüren. Die Giebeler GmbH steigerte ihre Produktivität mit dem System „authentig“ von ENGEL um 8 Prozent. In 17 Wochen führte die datenbasierte Transparenz bei 17 vernetzten Spritzgießmaschinen im Dreischichtbetrieb zu Einsparungen von 61.807,50 Euro.

Auch die Analyse der installierten Basis gewinnt an Bedeutung. Endress+Hauser digitalisierte bei einem Kunden über 1.000 Geräte verschiedener Hersteller. Ergebnis: Rund 20 Prozent der Geräte waren älter als 15 Jahre, an 46 Messstellen bestand ein erhöhtes Ausfallrisiko. Solche Analysen ermöglichen den Übergang zu einer kritikalitätsbasierten Wartungsstrategie.

Edge-Computing und Cloud-Anbindung

Technologieanbieter reduzieren die Komplexität der IT-Infrastruktur. Siemens kündigte eine Zusammenarbeit mit Databricks und FFT an. Die Technologie „FFT DataBridge“ überträgt kontextualisierte Daten von der Edge-Ebene direkt in Analyseumgebungen – ohne den Umweg über eine herkömmliche IoT-Middleware. Das ermöglicht eine schnellere Skalierung von KI-Modellen für Prozessoptimierung und Energiemanagement.

Für den niederschwelligen Einstieg in die vorausschauende Wartung gibt es das Edge-Modul „i.Cee²“ von Igus. Das System verarbeitet Maschinendaten lokal auf Basis von Open-Source-Software wie Node-RED und InfluxDB. Unternehmen können so Condition Monitoring ohne komplexe IT-Infrastruktur implementieren.

Digitale Zwillinge und KI-Schnittstellen

Großunternehmen nutzen vermehrt digitale Abbilder ihrer Produktionsstätten. Unilever und Accenture planen die Einführung von über 40 neuen KI-gestützten digitalen Zwillingen innerhalb der nächsten 18 Monate. Die Pilotstandorte zeigen beeindruckende Ergebnisse: Im US-amerikanischen Raeford sank die Abfallmenge um 20 Prozent bei gleichzeitiger Kapazitätssteigerung um 10 Prozent. In Posen (Polen) reduzierten sich die Stillstandszeiten um 20 Prozent.

Auch die Interaktion mit Produktionsdaten verändert sich. HEIDELBERG erweiterte sein Kundenportal um einen KI-gestützten Chat. Er ermöglicht die Abfrage von Kennzahlen wie Gesamtanlageneffektivität (OEE), Rüstzeiten oder Makulatur in natürlicher Sprache. Die Funktion ist in über 18 Sprachen verfügbar und vereinfacht die Analyse komplexer Produktionsberichte.

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Materialeffizienz und automatisierte Qualitätssicherung

Datenbasierte Systeme reduzieren den Ausschuss in der materialverarbeitenden Industrie signifikant. Raute führte eine neue Deep-Learning-Technologie für die Holzwerkstoffproduktion ein. Sie erkennt Fehler in Furnier- und Sperrholz präziser. Durch die frühzeitige Aussortierung fehlerhafter Teile sinken sowohl Energieverbrauch als auch Materialverschwendung.

Parallel dazu steigern mechanische Automatisierungslösungen mit intelligenter Steuerung den Durchsatz. Die SLZ-Maschinenbau GmbH realisierte mit einer Roboterzelle zur 6-Seiten-Bearbeitung eine Durchsatzsteigerung um bis zu 30 Prozent. Solche Systeme ermöglichen zudem autonome Schichten an Wochenenden – die Maschinenauslastung steigt deutlich.

de | wissenschaft | 69563825 |