Manic-Trojaner, Android-Malware

Manic-Trojaner: Android-Malware stiehlt Daten auch offline

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky entdeckt Android-Schadsoftware, die Bankdaten und 2FA-Codes stiehlt und Informationen über Bluetooth sowie WLAN weiterleitet.

Manic-Trojaner bedroht Android-Nutzer in 14 europäischen Ländern
Ein modernes Smartphone liegt auf einem dunklen Büroschreibtisch vor dem unscharfen Hintergrund eines Serverraums. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher des IT-Sicherheitsdienstleisters Kaspersky haben eine neue, hochentwickelte Schadsoftware identifiziert, die gezielt Android-Nutzer in Europa angreift. Der als Manic bezeichnete Trojaner zeichnet sich durch eine technologische Besonderheit aus: Er ist in der Lage, sensible Informationen auch dann von infizierten Geräten zu entwenden, wenn diese über keine aktive Internetverbindung verfügen.

Der Funktionsumfang der im laufenden Jahr 2026 entdeckten Malware ist laut den Experten weitreichend. Neben dem Diebstahl von klassischen Zugangsdaten wie Passwörtern konzentriert sich das Programm vor allem auf Bankdaten und Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

Letztere gelten gemeinhin als wichtige Sicherheitsbarriere beim Online-Banking und bei der Anmeldung in geschützten Nutzerkonten. Durch den Zugriff auf diese Codes können Angreifer Schutzmechanismen effektiv umgehen. Darüber hinaus ermögliche die Schadsoftware eine vollständige Fernsteuerung der betroffenen Endgeräte.

Innovative Datenübertragung via Relay-System

Die signifikanteste Entdeckung der Sicherheitsanalysten betrifft den Übertragungsweg der gestohlenen Daten. Während herkömmliche Trojaner oft auf eine direkte Internetverbindung zum Server der Angreifer angewiesen sind, nutzt der Manic-Trojaner ein Mesh-ähnliches System. Den Berichten zufolge werden die Daten über Wi-Fi- und Bluetooth-Schnittstellen an andere Geräte in der Umgebung weitergeleitet.

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Dieses Verfahren könne über eine Kette von bis zu vier sogenannten Relay-Geräten erfolgen. Auf diese Weise erreichen die entwendeten Informationen schließlich ein Smartphone oder Tablet mit Internetzugang, von wo aus sie an die Hintermänner übermittelt werden.

Diese Methode erschwert die Entdeckung des Datenabflusses erheblich, da infizierte Geräte selbst in Umgebungen ohne Mobilfunk- oder WLAN-Zugang eine Gefahr für die Datensicherheit darstellen.

Geografischer Schwerpunkt und Infektionswege

Die Sicherheitsforscher von Kaspersky lokalisieren die aktuelle Bedrohung vornehmlich im europäischen Raum. Insgesamt seien 14 europäische Länder betroffen. Namentlich werden dabei unter anderem Deutschland, das Vereinigte Königreich sowie Russland genannt. Die Malware scheint gezielt auf Nutzer in diesen Regionen zugeschnitten zu sein, um dort Finanzinformationen und persönliche Zugangsdaten abzugreifen.

Hinsichtlich der Verbreitungswege gibt es laut dem Sicherheitsbericht eine klare Tendenz: Der Manic-Trojaner wird ausschließlich über inoffizielle Quellen verbreitet. Im offiziellen Google Play Store wurde die Schadsoftware bislang nicht nachgewiesen. Infektionen erfolgen demnach zumeist durch das manuelle Installieren von Anwendungen aus unsicheren Web-Portalen oder Drittanbieter-Marktplätzen.

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Bewertung der Bedrohungslage

Aufgrund der Fähigkeit der Malware, auch offline zu agieren und eine Fernsteuerung des Geräts zu übernehmen, stellt der Manic-Trojaner eine erhebliche Bedrohung für die digitale Identität und die finanzielle Sicherheit dar. Dass selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung durch das Abgreifen der Codes unmittelbar auf dem Android-Gerät kompromittiert wird, unterstreicht die Gefährlichkeit dieser Neuentdeckung.

Experten raten Android-Nutzern daher zur erhöhten Wachsamkeit. Die installation von Anwendungen sollte auf offizielle Plattformen beschränkt bleiben, um das Risiko einer Infektion über Drittanbieter zu minimieren. Da die Entdeckung des Trojaners im Jahr 2026 erfolgte, ist davon auszugehen, dass Sicherheitslösungen fortlaufend aktualisiert werden, um die spezifischen Kommunikationsmuster der Relay-Übertragung via Bluetooth und Wi-Fi zu erkennen.

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