Mangelernährung im Alter: Bayern startet Aktionswoche an acht Ämtern
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Initiativen und Aufklärung in Bayern
Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober 2026 betont die bayerische Ernährungsministerin Michaela Kaniber die zentrale Bedeutung einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung für ältere Generationen. Mit zunehmendem Alter verändern sich der Nährstoff- und Energiebedarf des Körpers, weshalb eine gezielte Mahlzeitengestaltung essenziell für die Erhaltung der Gesundheit und Selbstständigkeit bleibt.
Um die Aufmerksamkeit für Ernährungsfragen im Alter in der Praxis zu schärfen, setzen Fachinstitutionen im Freistaat auf gezielte Informationsangebote.
So veranstaltet das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) zum Bayerischen Präventionstag am 12. Oktober 2026 eine Online-Informationsveranstaltung unter dem Titel „Ernährung im Alter – gemeinsam gegen Mangelernährung“. Dabei informieren Dr. Linda Weber von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. med. Johannes Erdmann von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf über fachspezifische Lösungsansätze gegen Versorgungsdefizite.
Zudem kündigt das Bayerische Ernährungsministerium eine eigene Aktionswoche an: Vom 9. bis 13. November 2026 findet an acht Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die „Woche gegen Mangelernährung“ statt. Mit Workshops und Vorträgen sollen praxisnahe Wege aufgezeigt werden, um Versorgungsrisiken bei Senioren rechtzeitig zu begegnen.
Daten verdeutlichen Mangelernährungsrisiken
Das Risiko einer unzureichenden oder einseitigen Nährstoffaufnahme ist kein rein regionales Thema, sondern stellt international ein wachsendes Problem dar. Zum Weltseniorentag (Dünya Ya?l?lar Günü) am 1. Oktober 2026 warnte auch die Fachgesellschaft Akademik Geriatri Derne?i vor Mangelernährung im Alter.
Der Verbandsvorsitzende Prof. Dr. Meltem Gülhan Halil wies darauf hin, dass in der Türkei etwa ein Drittel der zu Hause lebenden und rund die Hälfte der im Krankenhaus behandelten älteren Menschen von Mangelernährung bedroht seien.
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Zugleich wächst die ältere Bevölkerungsgruppe kontinuierlich. Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts TÜ?K lag die Zahl der Menschen ab 65 Jahren in der Türkei im Jahr 2025 bei over 9,5 Millionen, was einem Bevölkerungsanteil von 11,1 Prozent entsprach. Projektionen gehen von einem weiteren Anstieg auf 13,5 Prozent bis zum Jahr 2030 und auf 17,9 Prozent bis zum Jahr 2040 aus.
Belastung der Pflegestrukturen und globale Studienlage
Die Tragweite ernährungsbezogener Defizite im Seniorenalter unterstreichen auch weltweite Erhebungen, auf die die Akademik Geriatri Derne?i hinweist. Laut einer im Fachjournal The Lancet veröffentlichten Studie von Dent et al. aus dem Jahr 2023 ist jeder vierte Mensch über 65 Jahren einem Mangelernährungsrisiko ausgesetzt.
Erschwert wird die Sicherstellung einer passenden Ernährung oft durch die bestehenden Betreuungsstrukturen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis zu 80 Prozent der Langzeitpflege in Europa von informellen Pflegepersonen geleistet, wobei etwa zwei Drittel davon Frauen sind.
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Gezielte Schulungen und Aufklärungsmaßnahmen zielen daher darauf ab, sowohl Betroffene als auch das pflegende Umfeld für ernährungsspezifische Risiken zu sensibilisieren.
