Manager-Stress: 66% der Deutschen fühlen sich ständig überfordert
01.07.2026 - 17:32:34 | boerse-global.de
Schätzungen zufolge fehlen bis 2028 rund 770.000 Fachkräfte. Das erhöht die Belastung für bestehende Belegschaften und Manager enorm. Aktuelle Analysen zeigen, wie Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Sport und Kultur versuchen, die Balance zwischen Hochleistung und psychischer Gesundheit zu halten.
70-Stunden-Wochen an der Spitze
Der Arbeitsalltag deutscher CEOs ist oft extrem. Leonhard Birnbaum, Chef des Energiekonzerns Eon, berichtet von einer 70-Stunden-Woche. Selbst der Sonntagmorgen dient der Sichtung von Vorstandsmappen. Iris Grewe vom Beratungsunternehmen Bearingpoint trägt die Verantwortung für 2.500 Mitarbeitende und einen Umsatz von 500 Millionen Euro.
Um dieser Belastung standzuhalten, setzen Manager verstärkt auf Technologie und mentale Disziplin. Christina Puello von Deutsche Dienstrad nutzt künstliche Intelligenz zur Entlastung. Bettina Orlopp (Commerzbank) oder Oliver Dörre (Hensoldt) verfolgen spezifische Strategien zur Stresskontrolle. Der Hirnforscher Volker Busch betont: Resilienz ist keine statische Eigenschaft, sondern trainierbar.
Immer mehr Führungskräfte werden arbeitslos
Trotz individueller Strategien zeigt der Markt eine wachsende Belastung. Die Zahl der arbeitslosen Führungskräfte stieg 2025 um 14 Prozent auf 49.000 Personen. Der Berufsverband DFK verzeichnete mit rund 2.000 Beratungen innerhalb von zwölf Monaten einen neuen Höchststand.
Coachin Violeta Nikolic beobachtet das Phänomen des „Quiet Quitting“ unter Managern. Ursachen sind oft Sinnverlust, fehlende Rückendeckung in Transformationsprozessen und sinkende emotionale Bindung an das Unternehmen. Der Gallup-Engagement-Index spiegelt diesen Trend seit 2020 wider.
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Ein Gegenmodell: „Soft Off Days“. Psychologin Angela Williams erklärt, dass solche Tage im Homeoffice für administrative Erledigungen die kognitive Belastung senken. Der Stressreport der Techniker Krankenkasse zeigt: 66 Prozent der Deutschen fühlen sich häufig gestresst.
Was Manager vom Profisport lernen können
Auch außerhalb der Wirtschaft gewinnen mentale Techniken an Bedeutung. Tennisprofi Jannik Sinner gewann zuletzt fünf ATP-Masters-1000-Titel in Folge. Sein Geheimnis: Er spiele primär für sich selbst, nicht für Rekorde. Das helfe ihm, den Druck der Weltrangliste auszublenden – in der er mit deutlichem Vorsprung vor Alexander Zverev führt.
In der Fußball-Bundesliga setzt Michael Olise vom FC Bayern München auf ungewöhnliche Methoden. Ein 360-Grad-Sprung vor den Spielen – eine Technik aus dem Ballett – soll seine Leistung steigern.
Dass sportlicher Erfolg nicht allein durch Technik garantiert wird, zeigte das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft 2026. Im Sechzehntelfinale verlor das Team im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Kapitän Joshua Kimmich mahnte, niemals aufzugeben. Psychologin Ilka Hoffmann-Bisinger rät in solchen Krisen zu Akzeptanz und körperlicher Entspannung.
Ob im Profisport oder im Management – wer unter Dauerstress steht und kaum noch abschalten kann, riskiert seine Leistungsfähigkeit. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie Ihren Vagusnerv gezielt aktivieren, um Ihr Nervensystem in wenigen Minuten wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Kostenlosen Vagus-Ratgeber inkl. Trainingsvideo anfordern
Flow statt Burnout: Wissenschaftliche Ansätze
Die psychologische Forschung sucht nach Wegen, „High Performance“ ohne Burnout-Risiko zu ermöglichen. Psychologe Bona Hyun beschreibt das als „Flow Performance“. Ein Schlüssel sei die Selbstwirksamkeit – das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern. Dr. Kirsten Schrick sieht Employee Wellbeing als Gemeinschaftsaufgabe von Unternehmen und Mitarbeitenden.
Technisch versuchen Gadgets zur Vagusnerv-Stimulation zu helfen. Hersteller wie Pulsetto versprechen eine Stressreduktion von bis zu 56 Prozent. Mediziner mahnen zur Vorsicht. Eine Metaanalyse aus 2024 in der Fachzeitschrift PAIN Reports bescheinigt solchen Verfahren moderate Wirksamkeit. Experte Professor Kroemer betont: Diese Hilfsmittel bieten keine pauschale Lösung. Regelmäßige Anwendung und die Berücksichtigung biologischer Rhythmen bleiben entscheidend. Wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe: Eine Anpassung der Arbeitszeiten an die innere Uhr der Mitarbeitenden kann die Leistungsfähigkeit signifikant steigern.
