Malware-Fabrik: 18-Jähriger entwickelte 120 Apps für Betrüger
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 12:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Fall zeigt, wie einfach Malware-Entwicklung heute geworden ist.
In der indischen Stadt Surat nahm die Polizei einen 18-Jährigen fest. Rohit Sakya soll über 120 gefälschte Apps entwickelt haben, die bekannte Banken und Marken imitierten. Die bösartigen Anwendungen waren auf über 21.600 Geräten installiert.
YouTube und KI als Lehrmeister
Die Fähigkeiten zur Malware-Entwicklung eignete sich der Jugendliche eigenständig an – über YouTube-Tutorials und KI-Werkzeuge. Eine klassische Ausbildung brauchte er nicht.
Der Schaden ist enorm: Rund 65 Crore Rupien – umgerechnet etwa 7 Millionen Euro – sollen durch die Apps entstanden sein. Die Polizei identifizierte knapp 3.000 Opfer. Sakya verkaufte seine Dienste für monatlich 10.000 bis 15.000 Rupien an kriminelle Gruppierungen.
Gefahr aus dem Messenger
Der Fall ist kein Einzelfall. In Bengaluru verlor ein Beamter fast eine Million Rupien, nachdem er eine vermeintliche Hochzeitseinladung als APK-Datei über WhatsApp heruntergeladen hatte. Die Malware gab den Tätern Zugriff auf sein Bankkonto.
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Sicherheitsbehörden warnen eindringlich: Dateien aus unbekannten Quellen installieren ist riskant. Oft tarnen sich die Anwendungen als legitime Dokumente, um Systemberechtigungen zu erschleichen.
Internationale Erfolge gegen Phishing
Das Bundeskriminalamt (BKA) meldete parallel einen Schlag gegen organisierte Cyberkriminalität. In Zusammenarbeit mit US-Behörden wurde die Infrastruktur des Phishing-Dienstes „Kratos“ zerschlagen. Über 200 Server wurden unschädlich gemacht.
Auch hier führte die Spur zu einem Entwickler in Indonesien. Der Dienst ermöglichte es über 1.800 Franchisenehmern, täuschend echte Phishing-Seiten zu erstellen – und sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen. Seit 2024 sollen monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen über die Plattform gelaufen sein, die einen Erlös von über 300.000 Euro generierte.
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Prozess im Ruhrgebiet
Die Beteiligung junger Erwachsener an Betrugsstrukturen zeigt sich auch in Deutschland. Vor dem Landgericht Münster begann ein Prozess gegen eine sechsköpfige Gruppe aus dem Ruhrgebiet. Die Angeklagten sind zwischen 19 und 61 Jahre alt.
Die Gruppe soll zwischen Herbst 2025 und Anfang 2026 durch Phishing-Nachrichten und Call-ID-Spoofing Schäden im sechsstelligen Bereich verursacht haben. Die Ermittler stellten rund 90.000 Euro Bargeld sicher. Der Prozess ist bis September terminiert.
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