Malware-as-a-Service, Hacker-Plattform

Malware-as-a-Service: Hacker-Plattform RedWing für 300 Dollar monatlich

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 13:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor verbesserter RedHook-Malware, die über die Android Debug Bridge die vollständige Kontrolle über Geräte erlangt.

RedHook Android-Trojaner: Neue Variante kapert Smartphones über ADB
Ein bedrohlicher, rot leuchtender digitaler Haken greift auf ein stilisiertes Android-Smartphone zu, das Code anzeigt. Illustration mit AI erstellt.

Die Schadsoftware nutzt Schwachstellen in der Android Debug Bridge (ADB) aus und verschafft Angreifern umfassende Kontrolle über infizierte Geräte.

Vollständige Gerätekontrolle durch ADB-Schnittstelle

Die aktuelle Variante zielt gezielt auf die Debug-Schnittstelle von Android-Smartphones ab. Sobald eine ADB-Verbindung steht, können Angreifer sensible Daten auslesen, Systemeinstellungen ändern und das Gerät fernsteuern.

Das Besondere: Durch die tiefe Systemintegration erhält der RAT weitreichende Befugnisse, die über herkömmliche Malware-Funktionen hinausgehen. Experten sprechen von einer neuen Eskalationsstufe in der Bedrohungslandschaft für mobile Endgeräte.

Zunahme komplexer Android-Bedrohungen

Die Rückkehr von RedHook ist kein Einzelfall. Sicherheitsforscher dokumentierten in den letzten Tagen mehrere neue Bedrohungsszenarien:

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Malware-as-a-Service (MaaS): Analysten von Zimperium entdeckten die Plattform RedWing, die über verschlüsselte Messenger-Dienste im Abonnement angeboten wird. Für rund 300 US-Dollar monatlich erhalten Kunden Werkzeuge für Bankbetrug, SMS-Interception und Live-Streaming von Bildschirminhalten. Betroffen sind laut Berichten über 80 Institutionen, mit Schwerpunkt auf dem russischen Finanzsektor.

KI-gestützte Angriffe: ESET-Forscher fanden mit PromptSpy eine Schadsoftware, die Google Gemini KI zur Laufzeit nutzt. Die Malware passt Interaktionen dynamisch an, greift PIN-Codes und Passwörter ab und fixiert sich in der Liste der zuletzt verwendeten Apps.

Zero-Day-Schwachstellen: In Sicherheitskreisen kursiert zudem eine Warnung vor der Schwachstellenkette CVE-2026-46242 („Bad Epoll“). Sie ermöglicht remote Root-Zugriff auf Android-Geräten mit Linux-Kernel 6.4 oder höher – das betrifft auch neuere Smartphone-Modelle.

Wachsender Markt für Exploit-Toolkits

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Neben spezialisierten Trojanern wie RedHook beobachten Branchenanalysten einen Boom bei Toolkit-Angeboten. Das sogenannte Coruna-Toolkit nutzt 23 Sicherheitslücken im iOS-Bereich für GPS-Spoofing aus – bereits über 42.000 iPhones sollen betroffen sein.

Die Entdeckung des verbesserten RedHook RAT zeigt: Nutzer sollten Sicherheitsfunktionen wie USB-Debugging nur bei akutem Bedarf aktivieren und Apps ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Die Kombination aus ADB-Exploits und klassischen RAT-Funktionen macht RedHook derzeit zu einem der gefährlichsten Werkzeuge für gezielte Angriffe auf Smartphones.

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