Malaysia, Lieferzentrale

Malaysia: Erste autonome Lieferzentrale in Cyberjaya gestartet

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstes Remote Operations Centre für autonome Lieferfahrzeuge in Cyberjaya eröffnet. Die Anlage überwacht geplante Tests der Stufe 4 und stärkt Malaysias digitale Wirtschaft.

Malaysia startet Kontrollzentrum für autonome Lieferfahrzeuge in Cyberjaya
Modernes Fernbedienungszentrum in Cyberjaya mit Bildschirmen, die Telemetrie und Kartendaten autonomer Logistikfahrzeuge zeigen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Malaysia treibt die Zukunft der Logistik voran: In Cyberjaya ging am 31. Juli die erste Remote Operations Centre (ROC) für autonome Lieferfahrzeuge in Betrieb. Die Anlage soll die geplanten Tests hochautomatisierter Zustellsysteme überwachen und markiert einen wichtigen Schritt für die digitale Wirtschaft des Landes.

Kontrollzentrum für autonome Lieferflotte

Die neue Zentrale dient als Kommandozentrale für die sogenannten „RoboVan“-Tests der Stufe 4, die in den kommenden Monaten starten sollen. Die Versuche finden entlang der 22 Kilometer langen MyAV-Route statt, die 21 Haltestellen im Raum Cyberjaya umfasst. Fahrzeuge der Automatisierungsstufe 4 können unter bestimmten Bedingungen alle Fahraufgaben ohne menschliches Eingreifen bewältigen – die Fernüberwachung bleibt dennoch zentraler Bestandteil des Konzepts.

Entwickelt wurde die Anlage von Autonomous Logistics Solutions (ALS) in Zusammenarbeit mit der Selangor Information Technology and Digital Economy Corporation (SIDEC) und Cyberview. Das Verkehrsministerium hat sowohl die Einrichtung als auch die geplanten Testfahrten offiziell genehmigt.

ALS-Geschäftsführer Alan Chong betont: „Die Fahrzeuge sind zwar darauf ausgelegt, ohne Fahrer zu operieren, doch ein robustes Überwachungssystem bleibt für Sicherheit und Effizienz unverzichtbar.“ Die Bilanz des Unternehmens kann sich sehen lassen: Seit August 2025 wurden mehr als 70.000 Pakete mit autonomer Technologie zugestellt – die Basis für die nun anstehende Ausweitung der Testphase.

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Strategischer Ausbau der Technologiebranche

Die Errichtung des Kontrollzentrums ist ein zentraler Baustein des Zweiten Selangor-Plans (RS-2), der die lokale Beteiligung am autonomen Transportsektor stärken soll. SIDEC-CEO Yong Kai Ping sieht darin die Chance, die heimische Industrie von einfachen Tätigkeiten hin zu Spezialgebieten wie Chip-Design, Systemintegration und Kartensoftware-Entwicklung zu führen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung malaysischer Unternehmen im Robotik-Ökosystem – vor allem mit Blick auf Anwendungen für Rechtsverkehr-Märkte. Das passt zum übergeordneten Ziel des Bundesstaates Selangor, bis 2030 ein regionales Zentrum für künstliche Intelligenz zu werden.

Flankiert wird diese Strategie vom Malaysia Chip Design Park, der aktuell 400 Ingenieure beschäftigt. Bis 2030 soll die Belegschaft auf 1.000 Fachkräfte verdoppelt werden, um den wachsenden Anforderungen der autonomen und Halbleiterindustrie gerecht zu werden.

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Ausweitung der Teststrecken geplant

Während sich die aktuellen Operationen auf Cyberjaya konzentrieren, denken SIDEC und ihre Partner bereits über die Grenzen des Standorts hinaus. Yong kündigte an, die Testfelder für autonome Fahrzeuge durch verschiedene Kooperationen auf weitere Orte auszudehnen.

Die laufenden Versuche und das neue Kontrollzentrum sind ein entscheidender Schritt auf Malaysias Weg, autonome Logistik fest in der digitalen Wirtschaft zu verankern. Das Projekt liefert eine Blaupause dafür, wie automatisierte Robotik innerhalb eines regulierten Rahmens gesteuert und skaliert werden kann – ein Modell, das auch für andere Länder interessant sein dürfte.

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