Malaysia, Digitalminister

Malaysia: Digitalminister Gobind Singh Deo warnt vor neuer Ausgrenzung

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Projekte erleichtern den Zugang zu digitalen Behördendiensten durch Beratung, Lernangebote und persönliche Unterstützung.

Malaysia fordert inklusive Digitalisierung und bürgernahe Verwaltungsangebote
Ein heller, moderner öffentlicher Servicebereich mit Holzausstattung und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Beim Ausbau staatlicher Digitalangebote darf der technologische Fortschritt nicht zu einer gesellschaftlichen Spaltung führen. Bei der Eröffnung des Programms MADANI Kita in der Dewan Komuniti Damansara Damai in Petaling Jaya forderte der malaysische Digitalminister Gobind Singh Deo, dass die nationale Transformation alle Bürger einbinden müsse.

Wie aus einem Bericht vom 26. September 2026 hervorgeht, unterstrich der Minister, dass die Digitalisierung Chancen eröffnen und keinesfalls neue Barrieren aufbauen dürfe.

Bürgernähe und Unterstützung für benachteiligte Gruppen in Malaysia

Gobind Singh Deo, der auch als Abgeordneter für Damansara fungiert, hob hervor, dass der Erfolg politischer Maßnahmen nicht allein an der Anzahl neuer Programme gemessen werden könne. Entscheidend sei vielmehr der konkrete Nutzen für die Bevölkerung.

Eine inklusive Digitalisierung dürfe sich nicht auf technikaffine Kreise beschränken, sondern müsse gezielt digital weniger versierte Menschen, Senioren, Geringverdiener und Kleinunternehmer erreichen.

Das Programm MADANI Kita wird von der Akademi Kenegaraan Malaysia organisiert. Die Initiative führt Ministerien, Fachabteilungen sowie weitere Behörden an einem zentralen Ort zusammen und stellt unter anderem Kiosksysteme bereit, an denen Bürger Anträge direkt einreichen können.

Internationale Initiativen für niedrigschwelligen Behördenzugang

Die Schaffung barrierefreier und dezentraler Zugänge zu digitalen Verwaltungsdiensten gewinnt auch international an Bedeutung. In der nordmazedonischen Stadt Ko?ani stellten Digitaltransformationsminister Stefan Andonovski und Bürgermeister Vlatko Grozdanov das neue Dienstleistungszentrum ETU Ko?ani vor, wie am 26. September 2026 berichtet wurde.

Über die Einrichtung können Bürger Anträge über das nationale Portal uslugi.gov.mk stellen und Unterstützung erhalten, beispielsweise bei Geburtsurkunden, Strafregisterdokumenten sowie Vorgängen des Immobilienkatasters und des Pensionsfonds PIOM.

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In Ho-Chi-Minh-Stadt wiederum zeigte ein bürgernahes Modell praktische Resultate: Das dort am 18. Juli 2026 gestartete digitale Lerncafé-Projekt der Ph??ng Tam Th?ng unterstützte nach gut zwei Monaten mehr als 450 Personen, Parteimitglieder und Organisationen.

An drei Standorten wurden an Wochenenden insgesamt 126 Einsätze verzeichnet, um Senioren und Menschen mit Behinderungen bei Verfahren wie der Aufenthaltsregistrierung, Steuerabfragen oder elektronischen Gesundheitsdaten anzuleiten.

In Nigeria führte die Nigerian Communications Commission (NCC) vom 9. bis 10. September 2026 in Lagos ein Training für über 100 Menschen mit Behinderungen durch. Unter Leitung der Abteilung für digitale Wirtschaft befasste sich die Fortbildung im Rahmen des E-Accessibility-Projekts mit Cybersicherheit, Datenschutz und assistiven Technologien; eine landesweite Ausweitung ist vorgesehen.

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Kommunale Bildungsangebote und Beratungsdienste

Auch in europäischen Kommunen setzen Verwaltungen auf direkte Vor-Ort-Hilfe. In der italienischen Gemeinde Maiolati Spontini in den Marken wird ab dem 28. September 2026 nach vorheriger Testphase eine wöchentliche Sprechstunde für digitale Identitätsdienste wie SPID und Bezahlsysteme angeboten.

In Genua startet am 5. Oktober 2026 eine Schulungsinitiative für Über-65-Jährige, an der rund 500 Senioren teilnehmen sollen – vor dem Hintergrund, dass dort fast 29 Prozent der Bevölkerung dieser Altersgruppe angehören.

Ähnliche Programme laufen in Frankreich, wo der Espace numérique des Sozialzentrums in Beaune kostenlose Einzelschulungen bereitstellt, sowie in Spanien: Dort veranstaltet das Concello de Mos im Oktober 2026 Kurse für Über-55-Jährige, während im Umland von Madrid spezielle Trainingsmodule für Frauen angelaufen sind.

Ergänzt werden diese weltweiten Bemühungen durch Schulungen zur Betrugsprävention auf den Malediven sowie durch die seit rund 2010 bestehenden Zentren in Bangladesch, deren Netzwerk im Rahmen der UNDP-Förderung inzwischen auf über 9.500 Anlaufstellen angewachsen ist.

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