Makuladegeneration, Faricimab

Makuladegeneration: Faricimab zeigt 86% Erfolg bei Polypen-Inaktivierung

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 05:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SALWEEN-Daten zu Faricimab zeigen nach 108 Wochen bessere Sehschärfe, dünnere Netzhaut, inaktive Polypen und längere Behandlungsabstände.

Faricimab zeigt bei PCV nach zwei Jahren stabile Therapieeffekte
Abstrakte, hochauflösende Darstellung mikroskopischer Gefäßstrukturen der menschlichen Netzhaut in Blau- und Bernsteintönen. Illustration mit AI erstellt.

Die Therapie der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) sowie ihres spezifischen und oft schwer zu behandelnden Subtyps, der polypoidalen choroidalen Vaskulopathie (PCV), steht im Fokus aktueller ophthalmologischer Forschung.

Neue Erkenntnisse aus der Phase-IIIb/IV-Studie SALWEEN, die Ende August 2026 auf dem APVRS-Kongress in Australien präsentiert wurden, liefern nun detaillierte Zwei-Jahres-Ergebnisse zum Einsatz des Wirkstoffs Faricimab (Vabysmo). Die Untersuchung analysiert die langfristige Wirksamkeit und die anatomischen Veränderungen bei Patienten mit dieser Netzhauterkrankung.

Visuelle und anatomische Ergebnisse über zwei Jahre

Die Langzeitdaten der SALWEEN-Studie belegen eine beständige Verbesserung der Sehkraft und eine signifikante Reduktion der Netzhautdicke über einen Zeitraum von 108 Wochen. Laut den im Spätsommer 2026 vorgestellten Zahlen erreichte die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) im Mittel der Wochen 100 bis 108 einen Zuwachs von +7,3 Buchstaben. Dieser Wert unterstreicht die Stabilität der Behandlungserfolge im zweiten Studienjahr.

Parallel zur Verbesserung der Sehschärfe zeigten die anatomischen Parameter eine deutliche Reaktion auf die Therapie mit Faricimab. Die zentrale Netzhautdicke (CST) verringerte sich im Durchschnitt der Wochen 100 bis 108 um -127 µm. Diese anatomische Stabilisierung gilt als wesentlicher Indikator für den Rückgang von krankhaften Flüssigkeitsansammlungen in der Makula, welche die Sehfähigkeit maßgeblich beeinträchtigen können.

Rückbildung von Polypen und Flüssigkeitsfreiheit

Ein entscheidendes Kriterium bei der Behandlung der PCV ist die Inaktivierung der charakteristischen polypoidalen Läsionen. Die SALWEEN-Ergebnisse nach zwei Jahren zeigen hier eine hohe Wirksamkeit: Bei 86 % der Patienten konnte eine Inaktivierung der Polypen festgestellt werden. Eine vollständige Polypen-Regression wurde bei 62 % der Studienteilnehmer dokumentiert.

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Zusätzlich belegen die Daten eine hohe Rate an Patienten, die keine Anzeichen von Netzhautflüssigkeit mehr aufwiesen. Im zweiten Jahr der Studie waren demnach 74 % der Probanden frei von intra- oder subretinaler Flüssigkeit.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der duale Wirkmechanismus von Faricimab, der sowohl den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) als auch Angiopoietin-2 (Ang-2) adressiert, eine umfassende Kontrolle der Krankheitsaktivität bei PCV-Patienten ermöglicht.

Verlängerung der Behandlungsintervalle

Ein wesentliches Ziel moderner Netzhauttherapien ist die Reduktion der Injektionslast bei gleichbleibender Wirksamkeit. Die SALWEEN-Daten verdeutlichen einen Trend zu längeren Dosierungsintervallen im Behandlungsverlauf. Während im ersten Jahr der Studie 51 % der Patienten ein Behandlungsintervall von 20 Wochen erreichten, stieg dieser Anteil im zweiten Jahr auf 61 %.

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Diese Entwicklung zeigt, dass ein Großteil der mit Faricimab behandelten Patienten über einen Zeitraum von zwei Jahren seltener Injektionen benötigt, ohne dabei klinisch relevante Einbußen bei der Sehschärfe oder dem anatomischen Status hinnehmen zu müssen.

Für die klinische Praxis bedeutet dies potenziell eine Entlastung sowohl für die Betroffenen als auch für das medizinische Fachpersonal bei der Behandlung dieser komplexen Form der altersabhängigen Makuladegeneration.

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