Makrophagen-Therapie, Erfolge

Makrophagen-Therapie: Erste Erfolge bei Brustkrebs und Fibrose

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Zelltherapie-Ansätze zeigen klinische Signale bei Brustkrebs und einem Kindertumor, während weitere Anwendungen in Vorbereitung sind.

Zelltherapien: Fortschritte bei Krebs und Entzündungserkrankungen
Ein steriler Laborraum mit Glasgefäßen auf einer sauberen Oberfläche, der die medizinische Forschung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Zelltherapien entwickeln sich zu einem der dynamischsten Felder der Medizin. Von programmierten Immunzellen gegen Krebs bis zu Stammzell-basierten Ansätzen bei Autoimmunerkrankungen reicht das Spektrum aktueller Forschung.

Ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Prof. Nico Lachmann hat den Stand der Makrophagen-Therapien in der Fachzeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy" zusammengefasst, wie idw-online.de berichtete. Demnach zeigen sogenannte CAR-Makrophagen in ersten klinischen Studien Wirksamkeit bei Brustkrebs.

Makrophagen als neue Zelltherapie-Klasse

Die MHH-Forschenden können Makrophagen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) in verschiedenen Maßstäben herstellen. Das Team bereitet laut dem Bericht weitere Studien zu Makrophagen-Therapien bei Leber-, Herz- und Lungenfibrose sowie bei Alzheimer vor. Damit erweitert sich das Anwendungsfeld dieser Zelltherapie-Plattform über die Onkologie hinaus auf chronisch-entzündliche und neurodegenerative Erkrankungen.

CAR-T-Zellen bei soliden Tumoren im Kindesalter

Wie erfolgreich zellbasierte Immuntherapien bei soliden Tumoren sein können, zeigt ein Fallbericht aus dem Baylor College of Medicine und dem Texas Children's Hospital.

Ein dreijähriger Junge mit einem ausgedehnten Hepatoblastom – einem Lebertumor von 11,2 mal 9,6 mal 7,1 Zentimetern mit Lungen- und Knochenmetastasen – befand sich nach zwei Infusionen GPC3-CAR-T-Zellen, kombiniert mit den Zytokinen IL-15 und IL-21, in vollständiger Remission und war nach zwölf Monaten weiterhin gesund.

Die Behandlung erfolgte ambulant, ohne systemische Toxizität. Die Ergebnisse stammen aus der Phase-1-Studie CARE (NCT04715191) und wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht, mit Steffin und Heczey als Autoren.

Die Autoren betonten jedoch, dass es sich um einen Einzelfall handle und eine Bestätigung an größeren Patientenzahlen nötig sei. Eine Zulassung für eine breitere Bevölkerung sei nach Einschätzung der Autoren in drei bis sieben Jahren möglich.

Rheumatologie: Alter als Behandlungsbarriere

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Die MHH hat den Stand der Makrophagen-Therapien zusammengefasst: CAR-Makrophagen zeigen in ersten klinischen Studien Wirksamkeit bei Brustkrebs, weitere Studien zu Leber-, Herz- und Lungenfibrose sowie Alzheimer sind in Vorbereitung. Wer die Entwicklungslinien einordnen will, findet hier die Studienlage und die Pipeline im Überblick. Kostenlosen Zelltherapie-Report anfordern

Auch außerhalb reiner Zelltherapien rückt die Versorgung chronisch-entzündlicher Erkrankungen bei älteren Patienten in den Fokus. Auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) im September 2026 wurde darauf hingewiesen, dass in Deutschland knapp ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist.

Bei Rheumatoider Arthritis liege das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse rund 55 Prozent über dem der Allgemeinbevölkerung. Bei über 80-Jährigen kämen Biologika 22 Prozent seltener zum Einsatz, stattdessen würden häufiger Glucocorticoide verordnet.

Prof. Jan Leipe erklärte auf derselben Veranstaltung, Biologika wie TNF?-Blocker seien für ältere Patienten gut geeignet, da sie nicht über Leber oder Niere verstoffwechselt würden. Alter allein sei kein Grund zur Unterbehandlung. Empfohlen wird eine kardiovaskuläre Risikoabschätzung mindestens alle fünf Jahre, bei Hochrisikopatienten jährlich.

Weitere Ansätze in der Pipeline

Auch andere Forschungsgruppen und Unternehmen treiben zellbasierte Ansätze bei entzündlichen Erkrankungen voran. Rohto Pharmaceutical hat eine Phase-II-Studie namens PHOENIX-RE gestartet, in der RE-01, ein Präparat aus autologen peripheren Blut-Monozyten, bei therapierefraktären ischämischen Beinulzera infolge der Buerger-Krankheit und Kollagenosen getestet wird.

Ernexa Therapeutics wiederum zeigte mit seiner synthetischen allogenen iMSC-Therapie ERNA-201 im Kollagen-induzierten Arthritis-Modell eine Reduktion der Krankheitsschwere gegenüber unbehandelten Kontrollen.

Das Unternehmen konzentriert seine Ressourcen inzwischen jedoch auf ein anderes Programm und hat die präklinischen Ausgaben für ERNA-201 aus Gründen der Kapitalallokation vorerst pausiert – ein wissenschaftlicher Abbruch sei dies nicht.

Fazit

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Bei Rheumatoider Arthritis liegt das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse rund 55 Prozent über dem der Allgemeinbevölkerung — und bei über 80-Jährigen kommen Biologika 22 Prozent seltener zum Einsatz. Der Report zeigt, wie eine strukturierte Risikoabschätzung und der Verzicht auf Unterbehandlung in der Praxis aussehen. Leitfaden Risikoabschätzung jetzt sichern

Die verschiedenen Entwicklungslinien – von Makrophagen-basierten Plattformen über CAR-T-Ansätze bei soliden Tumoren bis zu monozytenbasierten Therapien bei Gefäßerkrankungen – verdeutlichen, dass Zelltherapien zunehmend über die klassische Onkologie hinaus in die Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen vordringen.

Gleichzeitig bleibt, wie das Beispiel der Rheumatologie zeigt, die praktische Umsetzung bestehender Therapieoptionen bei bestimmten Patientengruppen eine offene Herausforderung.

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