Mais-Ertrag, Start-up

Mais-Ertrag +20 Prozent: Start-up nutzt Raumfahrttechnologie für Dünger

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung und Start-ups präsentieren 2026 vielversprechende Alternativen zu fossilen Düngemitteln und Pestiziden.

Agrarwirtschaft: Neue Wege zu nachhaltigem Dünger und Pflanzenschutz
Nahaufnahme einer Tomatenpflanze mit Strohmulch auf einem nachhaltigen Gemüsefeld bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Agrarwirtschaft sucht fieberhaft nach Alternativen zu fossilen Düngemitteln und Pestiziden. Gleich mehrere Forschungsprojekte und Start-ups zeigen im Juli 2026, wie der Wandel gelingen könnte.

Pflanzen sollen Stickstoff selbst fixieren

Ein Team der Universität Freiburg arbeitet an Nutzpflanzen, die mit Bakterien Stickstoff direkt aus der Luft binden können. Die Forscher nutzen die CRISPR/Cas-Technologie, um das Schlüsselprotein SYFO2 zu untersuchen. Ziel ist es, diese Eigenschaft auf Tomaten oder Maniok zu übertragen. Neun Hochschulen in Baden-Württemberg sind an dem Projekt beteiligt.

Das Projekt OekoTom verfolgt einen ähnlichen Ansatz für den Freilandanbau. Seit 2024 forschen Wissenschaftler an Tomatensorten, die gegen Krankheitserreger wie Phytophthora infestans resistent sind. Sorten wie Primabella oder Resibella gelten als vielversprechend. Strohmulch soll die Pflanzen zusätzlich schützen.

Dünger aus Urin und Klärschlamm

Kohlrabi wächst genauso gut mit Dünger aus menschlichen Ausscheidungen wie mit Mineraldünger. Das belegt ein Gewächshausversuch der Eawag. Ein Forscher des Instituts sieht in Urin eine wichtige Stickstoffquelle. In der Schweiz werden derzeit 50 Prozent des Stickstoffs aus Abwasser entfernt – eine Erhöhung auf 80 Prozent ist in Diskussion.

Das US-Unternehmen D.C. Water beweist, dass sich Kreislaufwirtschaft rechnet. In zehn Jahren setzte die Firma rund 400.000 Tonnen des Klärschlamm-Düngers Bloom ab. Der Umsatz: 13,6 Millionen US-Dollar. Die Technologie amortisierte sich nach zwölf Jahren – acht Jahre früher als geplant.

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Das Start-up Nunos nutzt Raumfahrttechnologien für die Landwirtschaft. In einem Bioreaktor verwandeln Mikroorganismen Gülle und Gärreste in geruchlosen Dünger. Erste Feldversuche zeigen: Bei Mais ließ sich der Ertrag um 20 Prozent steigern.

Schlamm und weniger Dünger

Im Burgenland wird Weichschlamm aus dem Neusiedler See zum Bodenhelfer. Jährlich entnehmen die Betreiber zwischen 40.000 und 60.000 Kubikmeter des zertifizierten Bodenhilfsstoffs. Der Schlamm verbessert sandige Böden und fördert den Humusaufbau.

Ein Versuch in der Schweiz zeigt: Erdbeeren brauchen weniger Dünger als gedacht. Bei der Sorte Karima führte eine Reduktion des Düngeniveaus auf 75 Prozent kaum zu Ertragseinbußen (610 Gramm statt 622 Gramm). Das durchschnittliche Fruchtgewicht stieg sogar.

Pestizidvermeidung – Fortschritt mit Lücken

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Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert elf Projekte zur Pestizidvermeidung mit drei Millionen Euro. Rollwiesen sollen Nützlinge fördern und den Insektizideinsatz um zwei Drittel reduzieren. Heißwasser-Verfahren ersetzen chemische Unkrautbekämpfung.

Doch es gibt Grenzen. Ein Experte von Agroscope warnt: Im Kartoffelanbau fehlen weiterhin taugliche Alternativen zu chemischen Fungiziden. Das EU-Projekt DECIRE-WATER arbeitet parallel an dezentralen Aufbereitungssystemen für Wasser und Nährstoffe. Fünf Millionen Euro Budget für drei Jahre – die Suche nach Lösungen bleibt intensiv.

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