Magnetstimulation, TMS-Studie

Magnetstimulation: TMS-Studie zeigt Biomarker für Depressions-Therapie

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 06:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein neues Forschungscluster unter Leitung des UKJ Jena erhält 130 Millionen Euro für die Erforschung psychischer Erkrankungen und neuer Behandlungsmethoden.

130-Millionen-Euro-Forschungscluster: UKJ Jena leitet psychische Gesundheitsforschung
Abstrakte Darstellung von Gehirnaktivität oder neuronalen Netzwerken über einem unscharfen Hintergrund eines modernen Forschungslabors. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) übernimmt die Leitung. Professor Martin Walter koordiniert den Verbund mit den Standorten Halle-Wittenberg und Magdeburg sowie dem Leibniz-Institut für Neurobiologie.

Breites Spektrum an Erkrankungen im Fokus

Die Wissenschaftler untersuchen Depressionen, ADHS und Lese-Rechtschreibschwächen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Folgen einschneidender Erlebnisse – etwa der gesellschaftlichen Veränderungen nach der Wende.

Die Relevanz ist enorm: In Thüringen geht bereits jede zehnte Krankschreibung auf eine psychische Erkrankung zurück. Die Zahlen steigen seit Jahren.

Neue Hoffnung durch Magnetstimulation

Ein zentraler Forschungsansatz in Jena ist die transkranielle Magnetstimulation (TMS). Mitte Juli 2026 veröffentlichte das Team Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Translational Psychiatry“. Die Studie untersuchte hirn-vaskuläre Signaturen nach einer speziellen Stimulationsform, der präfrontalen intermittierenden Theta-Burst-Stimulation (iTBS).

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Die Ergebnisse zeigen: Die hämodynamischen Antworten des Gehirns weisen über die Zeit messbare Strukturen auf. Das könnte künftig als Biomarker dienen, um Behandlungserfolge bei schweren Depressionen vorherzusagen.

Spannend: Parallel dazu lieferte eine Oxford-Studie vom Juli 2026 Hinweise, dass selbst Salsa-Kurse depressive Symptome bei jungen Erwachsenen signifikant reduzieren können.

Tagesstationäre Behandlung spart Geld

Das UKJ testet auch neue Versorgungsmodelle. Von Frühjahr 2023 bis Ende 2024 evaluierte die Klinik die tagesstationäre Behandlung nach § 115e SGB V. Die Auswertung von 154 Fällen aus der gesetzlichen Krankenversicherung ergab: durchschnittlich 590 Euro Ersparnis pro Fall für die Krankenkassen.

68 Prozent der Behandlungen entfielen auf die Chirurgie, vor allem auf Vorbereitungen für Leber-Lebendspenden. Ein weiterer Kostenfaktor: Über 60 Prozent der Patienten nutzten kostenfreie Gesundheitsapartments im „Smarten Quartier Jena-Lobeda“. Die Patienten selbst sparten im Schnitt knapp 300 Euro an Fahrtkosten.

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Internationale Vernetzung als Strategie

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt sich zudem an der Allianz „EC2U ELEVATE“. Von September 2026 bis August 2028 fließen knapp zwei Millionen Euro in das Netzwerk. Neun europäische Universitäten arbeiten zusammen, um Innovationen und Wissenstransfer zu stärken.

Ein spezifisches Ziel: die Förderung von Frauen im Bereich akademischer Gründungen. Das rundet die langfristige Strategie zur Stärkung des Forschungsstandortes Jena ab.

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