Magnesiumpräparate, Hälfte

Magnesiumpräparate: Hälfte überschreitet BfR-Grenzwert von 250 mg

28.05.2026 - 14:40:38 | boerse-global.de

Öko-Test kritisiert Überdosierung bei Magnesiumpräparaten: Die Hälfte der Produkte überschreitet die BfR-Empfehlung von 250 mg täglich.

Magnesiumpräparate: Hälfte überschreitet BfR-Grenzwert von 250 mg - Foto: über boerse-global.de
Magnesiumpräparate: Hälfte überschreitet BfR-Grenzwert von 250 mg - Foto: über boerse-global.de

Das Ergebnis: Die Hälfte der Produkte enthält mehr Magnesium als vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlen.

Das BfR rät zu maximal 250 Milligramm Magnesium pro Tag. In der aktuellen Juni-Ausgabe 2026 zeigt der Test: Jedes zweite Präparat liegt darüber. Betroffen sind unter anderem „Doppelherz Pure Magnesium 400“, „Tetesept Magnesium 400“ und „Mivolis Magnesium Zitronen-Geschmack“.

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Ab 300 Milligramm wird es kritisch

Mediziner warnen: Schon ab 300 Milligramm täglich drohen Nebenwirkungen. Dazu zählen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. In schweren Fällen sind sogar Herz-Kreislauf-Beschwerden möglich. Die getesteten Produkte stammen aus Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Online-Shops – gekauft im Dezember 2025.

Doch nicht nur die Dosierung gibt Anlass zur Kritik. Viele Präparate enthalten umstrittene Zusatzstoffe:

  • Talkum als Trennmittel
  • Synthetische Süßstoffe für den Geschmack
  • Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose als Emulgatoren
  • Phosphate in einigen Rezepturen

Hinzu kommen Mängel bei der Deklaration. Warnhinweise fehlen oft, die Kennzeichnung ist intransparent. Die Preisspanne der Tagesdosen reicht von 2 Cent bis 1,25 Euro – ein Indikator für Qualität ist der Preis nicht.

Brauchen gesunde Menschen überhaupt Magnesium?

Die kurze Antwort: Nein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont: Bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel bei stoffwechselgesunden Erwachsenen selten. Der Bedarf lässt sich problemlos über Lebensmittel decken.

Ein häufiges Argument für Magnesiumpräparate sind Wadenkrämpfe. Doch wissenschaftliche Belege fehlen. Studien konnten keinen eindeutigen Nutzen nachweisen. Nur bei bestimmten Stoffwechselstörungen kann eine Supplementierung sinnvoll sein – dann aber nur nach ärztlicher Rücksprache.

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Die Gefahr des „Supplement Stackings“

Das Problem der Überdosierung verschärft sich durch einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr Menschen kombinieren zahlreiche Präparate unkontrolliert. Toxikologe Dr. Georg Aichinger von der ETH warnt vor Extremfällen mit bis zu 35 verschiedenen Supplements täglich. Die Risiken reichen von Wechselwirkungen bis zu Vergiftungserscheinungen.

Bei Magnesium stehen vor allem Magen-Darm-Probleme im Vordergrund. Anders sieht es bei Vitamin D aus: Laut Robert Koch-Institut sind zwar bis zu 57 Prozent der Erwachsenen unterversorgt (Werte unter 20 ng/ml). Doch auch hier warnt das Institut vor einer Überversorgung ab 50 ng/ml. Die Botschaft der Studie ist klar: Supplementierung braucht Evidenz, keine Pauschalrezepte.

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