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Magnesium-Test: Öko-Test stuft alle 28 Produkte als unnötig ein

30.05.2026 - 04:40:38 | boerse-global.de

Tests und Studien 2026 belegen: Viele Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig und können sogar gesundheitliche Risiken bergen.

Magnesium-Test: Öko-Test stuft alle 28 Produkte als unnötig ein - Foto: über boerse-global.de
Magnesium-Test: Öko-Test stuft alle 28 Produkte als unnötig ein - Foto: über boerse-global.de

Die Kluft zwischen der Popularität von Nahrungsergänzungsmitteln und ihrer wissenschaftlichen Bewertung wird immer größer. Verbraucherschutzuntersuchungen und medizinische Langzeitstudien aus dem Frühjahr 2026 zeigen: Viele frei verkäufliche Präparate bieten keinen messbaren Nutzen für die breite Bevölkerung – und bergen teils sogar Risiken.

Öko-Test fällt klares Urteil zu Magnesium

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Die aktuelle Ausgabe des Magazins Öko-Test (Juni 2026) kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: Von 28 getesteten reinen Magnesium-Produkten stuften die Prüfer jedes einzelne als unnötig ein. Hauptkritikpunkt ist die Dosierung – jedes zweite Produkt überschreitet die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von maximal 250 Milligramm pro Tag.

Die Preisspanne reicht von 2 Cent bis zu 1,25 Euro pro Tagesdosis. Neben Überdosierungen fanden die Tester in zahlreichen Produkten unerwünschte Zusatzstoffe wie Süßstoffe, Verdickungsmittel und Emulgatoren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont: Bei ausgewogener Ernährung ist ein Magnesiummangel selten. Ausnahmen gibt es nur bei spezifischen Stoffwechselstörungen – hier ist ärztliche Rücksprache nötig.

Fehlt eigentlich der wissenschaftliche Beleg für die oft beworbene Wirkung gegen Wadenkrämpfe. Überdosierungen ab 300 Milligramm pro Tag können zudem Durchfall, Übelkeit und Herz-Kreislauf-Probleme auslösen.

Omega-3: Studie sieht beschleunigten kognitiven Abbau

Eine am 29. Mai im „Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease“ veröffentlichte Studie liefert neue Daten zu Omega-3-Kapseln. Forscher beobachteten fünf Jahre lang 800 Teilnehmer zwischen 55 und 90 Jahren. 546 Personen nahmen regelmäßig Omega-3-Präparate ein, 273 verzichteten darauf.

Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang mit beschleunigtem kognitivem Abbau und einem Rückgang des Glukose-Stoffwechsels im Gehirn hin. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig vom genetischen Risikofaktor APOE4. Die Autoren mahnen zur Vorsicht – es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, nicht um einen direkten Kausalbeweis.

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Doch die Ergebnisse decken sich mit der Haltung des BfR: Für gesunde Menschen ist die Einnahme überflüssig, Personen mit Herzerkrankungen rät das Institut sogar explizit von Omega-3-Präparaten ab.

Ärzte sehen Prävention als wichtig – handeln oft anders

Eine FOCUS-Gesundheit-Befragung unter knapp 8.500 Medizinern zeigt den Stellenwert der Prävention in der Praxis 2026. Rund 80 Prozent der Ärzte sprechen das Thema gesunder Lebensstil aktiv an, 60 Prozent bewerben Früherkennungsmaßnahmen. Haupthindernisse für bessere Präventionsmedizin: unzureichende Kassenleistungen und Zeitmangel.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz bei mentaler Gesundheit: 94 Prozent der Ärzte stufen sie als wichtig für das Wohlbefinden ein – aber nur 19 Prozent sprechen ihre Patienten aktiv darauf an. Bei Longevity-Therapien setzen Mediziner vorrangig auf Bewegung (33 Prozent), gefolgt von psychologischen Aspekten (25 Prozent) und Ernährung (21 Prozent).

Markt reagiert mit spezialisierten Produkten

Trotz wissenschaftlicher Skepsis erweitern Unternehmen ihre Supplement-Sortimente. AuraNatura aus Kreuzlingen bietet Kombinationen aus Vitamin D3, K2 und Zink zur Immununterstützung an. Im Bereich Entgiftung und Darmgesundheit rückt PMA-Zeolith (Klinoptilolith) in den Fokus – Experten diskutieren dessen Potenzial zur Bindung von Schwermetallen im Darm.

Auch die Lebensmittelindustrie reagiert: Ab Juni erweitert Dr. Oetker sein High Protein-Sortiment um fruchtbasierte Varianten wie Milchreis oder Porridge – mit 12 Gramm Protein pro Becher und ohne Zuckerzusatz.

Im pharmazeutischen Bereich gibt es Fortschritte bei Heuschnupfen. Ein rezeptfreies Kombinationsspray aus Azelastin und Fluticasonpropionat zeigt laut Untersuchungen der Universität Leipzig stärkere Linderung von Juckreiz und laufender Nase als herkömmliche Monopräparate – gestützt durch aktuelle Leitlinien. Und in der Hautpflege betonen Dermatologen: Wirkstoffe wie Retinol sind auch im Sommer sicher, sofern ein hoher Sonnenschutz (LSF 50+) gewährleistet ist und die Haut an den Wirkstoff gewöhnt wurde.

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