Magnesium-Test, Präparat

Magnesium-Test: Jedes zweite Präparat überschreitet BfR-Grenzwert

16.06.2026 - 14:19:15 | boerse-global.de

Öko-Test kritisiert bei 28 Magnesiumpräparaten vor allem die Dosierung. Die Hälfte überschreitet die empfohlenen Höchstmengen des BfR.

Öko-Test: Viele Magnesium-Präparate überdosiert und kritisiert
Magnesium-Test - Nahaufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Flaschen und Blisterpackungen, mit unscharfem Hintergrund von Dokumenten und Lupe. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Magazin Öko-Test kritisiert in seiner Ausgabe 06/2026 vor allem die Dosierung der Produkte.

Jedes zweite Präparat überschreitet die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tageshöchstmenge von 250 Milligramm Magnesium. Fachleute warnen: Ab 300 Milligramm kann die Einnahme Durchfall auslösen.

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Besonders ins Visier gerieten Produkte von Doppelherz und Tetesept. Sie enthalten 400 Milligramm pro Tablette oder Kapsel – und lassen sich nicht sinnvoll teilen. Auch die verwendeten Süßstoffe wurden beanstandet.

Positiv fielen sechs Produkte auf, darunter GSE Magnesium Bio und Abtei Magnesium 240 mg. Sie halten die empfohlenen Grenzwerte ein.

Strengere Regeln für Testorganisationen

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 23. April 2026 (Az. 16 U 38/25) verschärft die Sorgfaltspflicht von Testveranstaltern. Das Gericht entschied: Organisationen haften für fehlerhafte Testergebnisse, wenn sie bei konkreten Zweifeln an der Datenrichtigkeit nicht ausreichend nachhaken.

Im konkreten Fall führte eine von der Norm abweichende Prüfmethode zu einem mangelhaften Urteil für einen Rauchwarnmelder. Das wertete das Gericht als rechtswidrigen Eingriff in den Gewerbebetrieb.

Für die Branche der Nahrungsergänzungsmittel bedeutet das eine potenzielle Stärkung der Rechte gegenüber Testmagazinen. Zudem stellte das OLG klar: Bei Online-Veröffentlichungen beginnt die Verjährung nicht zwangsläufig mit der Erstpublikation – es handelt sich um eine Dauerhandlung.

Streit um Kräutermischungen

Auch die Gewürzindustrie wehrt sich gegen Testvorwürfe. Der Fachverband der Gewürzindustrie wies im Juni 2026 Kritik aus einem Test der „Kräuter der Provence“ (Ausgabe 02/2026) zurück.

Ein Gutachten der RDA Scientific Consultants GmbH belegt: Die kritisierten Produkte halten die gesetzlichen EU-Rückstandshöchstmengen (MRL) ein. Der Verband kritisiert Begriffe wie „Pestizidcocktail“ als irreführend und bemängelt eine unzulässige Übertragung von Studienergebnissen, etwa im Zusammenhang mit Parkinson-Forschungen. Zwischen theoretischer Gefahr und tatsächlichem Risiko für Verbraucher werde nicht ausreichend unterschieden.

Vorsicht bei Kaffee und Online-Kauf

Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl warnen vor der gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kaffee. Die enthaltenen Polyphenole und Gerbstoffe können die Aufnahme von Eisen, Magnesium und Calcium hemmen. Zudem schwemmt die harntreibende Wirkung wasserlösliche Vitamine wie B und C schneller aus.

Empfohlen wird ein zeitlicher Abstand von ein bis zwei Stunden.

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Die Verbraucherzentrale NRW warnt zudem vor unseriösen Online-Shops. Internationale Händler nutzen häufig die digitalen Plattformen ehemaliger Arztpraxen oder Apotheken, um Seriosität vorzutäuschen. Verbraucher sollten auf das offizielle EU-Sicherheitslogo und den Eintrag im Versandhandelsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) achten.

Auch Olivenöl und Nusscremes fallen durch

Qualitätsmängel betreffen nicht nur Nahrungsergänzungsmittel. Das CVUA Stuttgart stellte 2026 fest: 11 Prozent der untersuchten Proben von „nativem Olivenöl extra“ waren mit günstigeren Fremdölen wie raffiniertem Sonnenblumenöl gestreckt. Insgesamt wiesen 43 Prozent der 534 Proben Mängel auf.

Langzeitanalysen bekannter Markenprodukte zeigen Beständigkeit in der Kritik. Bereits im September 2022 veröffentlichte Bewertungen für Nuss-Nougat-Cremes sind weiterhin relevant. Namhafte Produkte wie Nutella und Milka fielen damals mit der Note „ungenügend“ durch – wegen Zuckeranteilen von über 56 Prozent und nachgewiesenen Mineralölbestandteilen. Günstigere Handelsmarken schnitten in diesem Segment teilweise besser ab.

de | wissenschaft | 69552874 |