Magnesium-Test: Hälfte aller Präparate überschreitet Höchstmengen
09.06.2026 - 06:42:27 | boerse-global.de
Doch statt gezielt zu supplementieren, greifen viele zu überdosierten Präparaten. Ein aktueller Test zeigt: Die Hälfte aller Produkte fällt durch.
Bedarf und natürliche Versorgungswege bei Senioren
Die tägliche Magnesiumaufnahme sollte bei Frauen zwischen 280 und 300 Milligramm liegen, bei Männern zwischen 350 und 400 Milligramm. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Fähigkeit des Körpers, den Mineralstoff aufzunehmen.
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Besonders magnesiumreiche Lebensmittel helfen, den Bedarf zu decken. Kürbiskerne enthalten 530 bis 550 Milligramm pro 100 Gramm, Mandeln 260 bis 270 Milligramm und Walnüsse etwa 155 bis 160 Milligramm. Experten raten jedoch, Nüsse auf maximal 30 Gramm pro Tag zu begrenzen. Auch Hülsenfrüchte und dunkelgrünes Blattgemüse sind wertvolle Lieferanten.
Kritik an Nahrungsergänzungsmitteln
Trotz natürlicher Quellen greifen viele Verbraucher zu Supplementen. Eine Untersuchung von ÖKO-TEST aus Juni 2026 zeigt erhebliche Defizite: Von 28 getesteten Präparaten überschritt jedes zweite die empfohlenen Höchstmengen. Die Folgen einer Überdosierung reichen von Durchfall und Übelkeit bis zur Belastung des Herz-Kreislauf-Systems.
Die Tester kritisierten zudem Zusatzstoffe wie künstliche Süßstoffe, Phosphate oder Talkum. Positiv hervorgehoben wurden unter anderem Abtei Magnesium 240 mg und Raab Vitalfood Magnesium Citrat. Die Kosten für eine Tagesdosis variieren stark – zwischen 2 Cent und 1,25 Euro.
Auf dem Kongress pharmacon Meran Anfang Juni 2026 warnte Prof. Dr. Mona Tawab vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker vor unkritischem Konsum. Etwa die Hälfte der Bevölkerung gehe fälschlicherweise davon aus, dass Nahrungsergänzungsmittel ebenso streng geprüft würden wie Arzneimittel. Ihr Rat: Vor der Einnahme die individuellen Blutwerte bestimmen lassen.
Differenzierte Anwendung verschiedener Magnesiumformen
Die Forschung untersucht zunehmend die spezifische Wirkung verschiedener Magnesiumverbindungen. Eine Studie von Tsuno Rice Fine Chemicals aus Juni 2026 befasste sich mit „Rice Magnesium“ aus japanischer Reiskleie. Tests an Erwachsenen deuteten auf eine langsame und anhaltende Aufnahme hin – mit Vorteilen für Schlaf und Muskelregeneration.
Die Ernährungswissenschaftlerin Boticaria García erläuterte, dass unterschiedliche chemische Formen für verschiedene Beschwerden geeignet seien: Magnesiumglycinat bei Schlafstörungen, Stress oder Krämpfen, Magnesiumthreonat für das Gedächtnis und Magnesiumcitrat zur Unterstützung der Verdauung.
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Ganzheitliche Ansätze für die Gesundheit im Alter
Die Magnesiumversorgung ist oft Teil umfassenderer Konzepte für geistige und körperliche Fitness im Alter. Das Forschungsprojekt ADVANCE der Universität Genf startet Ende Juni 2026 eine neue Kursreihe in Zürich zur Stressbewältigung und geistigen Aktivierung von über 65-Jährigen. Vorangegangene Testphasen im Jahr 2025 hatten bereits positive Resultate geliefert.
Eine Studie der Universität Leipzig, veröffentlicht im Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Alzheimer's & Dementia“, zeigt: Risikofaktoren für kognitive Einschränkungen variieren über die Lebensspanne. Bei Jüngeren dominieren Rauchen oder Bewegungsmangel, bei Älteren spielen vor allem Bluthochdruck und Herzkrankheiten eine Rolle. Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr – neben Magnesium auch Cholin und Vitamin B12 – bleibt ein wesentlicher Pfeiler der Gesundheitsvorsorge.
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