Magnesium-Präparate: Öko-Test Juni warnt vor Überdosierung bei der Hälfte
29.05.2026 - 20:18:28 | boerse-global.de
Das belegt eine Erhebung des Robert Koch-Instituts aus den Jahren 2019 und 2020. Strukturierte Gewichtsmanagement-Programme gewinnen daher an Bedeutung. Aktuelle Untersuchungen aus dem Frühjahr 2026 zeigen nun, welche Methoden wirklich funktionieren – und welche nicht.
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Mahlzeitenersatz im Test: Drei Kilo in zehn Tagen
Ein aktueller Praxisbericht dokumentiert die Anwendung des Almased-Langzeitprogramms. Das Konzept ist in vier Phasen unterteilt. In der Startphase werden drei tägliche Mahlzeiten durch Shakes ersetzt, ergänzt um Gemüsebrühe. Die Reduktionsphase sieht eine tägliche Kalorienzufuhr von 800 bis 900 Kilokalorien vor.
Das Ergebnis: In einem zehntägigen Testzeitraum konnten die Teilnehmer drei Kilogramm abnehmen. Die Kosten für eine Portion des Shakes liegen bei etwa 2,50 Euro. Hinzu kommen Begleitprodukte wie BasenCitrate für rund 15 Euro und Darmflora-Kapseln für etwa 10 Euro.
Experten betonen: Der Erfolg solcher Programme erfordert ein hohes Maß an Durchhaltevermögen. Besonders knifflig ist der Übergang in die Stabilisierungsphase, in der nur noch eine Mahlzeit durch einen Shake ersetzt wird.
Alternative Konzepte setzen auf andere Nährstoffzusammensetzungen. SlimFast Keto etwa ist für eine ketogene Ernährung konzipiert. Das Pulver auf Basis von Grass-fed Butter und Whey-Protein enthält pro Portion 15 Gramm Fett und 8 Gramm Protein bei 5 Gramm Netto-Kohlenhydraten. Der Preis: knapp 15 US-Dollar pro Packung.
Süßstoffe: 1,6 Kilo mehr Gewichtsverlust – aber Nebenwirkungen
Die SWEET-Studie liefert neue Erkenntnisse zur Rolle von Süßstoffen. An der randomisierten und kontrollierten Untersuchung nahmen 341 übergewichtige Erwachsene teil. Die Standorte: Kopenhagen, Maastricht, Pamplona und Athen.
Nach einer zweimonatigen Diätphase mit einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 10,1 Kilogramm folgte eine zehnmonatige Stabilisierungsphase. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Die Süßstoffgruppe konnte 1,6 Kilogramm mehr ihres Gewichtsverlustes halten als die Kontrollgruppe. Bei besonders konsequenter Einhaltung der Vorgaben stieg der Unterschied auf bis zu 3,8 Kilogramm.
Doch es gibt einen Haken. Die Forscher beobachteten Veränderungen in der Darmflora. Dazu gehören eine Zunahme von Mikroben, die kurzkettige Fettsäuren bilden, sowie eine Vermehrung methanbildender Mikroorganismen. Die Folge: verstärkte Blähungen. Die Abbruchquote in der Studie lag bei 40 Prozent.
Öko-Test: Jedes zweite Magnesium-Präparat überdosiert
Nahrungsergänzungsmittel stehen ebenfalls in der Kritik. Öko-Test analysierte für die Ausgabe Juni 2026 insgesamt 28 Magnesium-Präparate. Das Ergebnis: Jedes zweite Produkt war mit über 250 Milligramm Magnesium pro Tag überdosiert. Damit liegt die Menge über der Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Ab 300 Milligramm pro Tag drohen Durchfall und Übelkeit. Sämtliche getesteten Präparate stuften die Tester als unnötig ein. Grund: Ein Magnesiummangel tritt bei ausgewogener Ernährung laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) selten auf.
Zudem fanden die Tester bedenkliche Inhaltsstoffe wie synthetische Süßstoffe, Verdickungsmittel und Emulgatoren. Wissenschaftliche Belege für eine Wirksamkeit gegen Wadenkrämpfe fehlen laut dem Bericht ebenfalls.
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Ganzheitliche Ansätze: Drei Säulen für nachhaltigen Erfolg
Neben Diät-Shakes rücken verstärkt ganzheitliche Konzepte in den Fokus. Ein Drei-Säulen-Plan kombiniert die Ernährungsumstellung nach DGE-Prinzipien mit Schlafhygiene und Stressmanagement. Als realistisch gilt ein Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zudem wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität. Aktuell erreichen nur 45 Prozent der Erwachsenen in Deutschland dieses Ziel.
Für Patienten mit einem BMI über 30 oder einem BMI über 27 mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes stehen medizinische Optionen zur Verfügung. GLP-1-Analoga beeinflussen die Hunger- und Sättigungssignale. Aktuelle Studien untersuchen zudem ihr Potenzial zur Senkung der Risiken für Alzheimer oder Fettleber.
Mediziner betonen jedoch: Solche medikamentösen Therapien erfordern eine langfristige ärztliche Begleitung. Eine eigenständige Lösung ohne Lebensstiländerung gibt es nicht.
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