Magnesium-Präparate, Produkt

Magnesium-Präparate: Jedes zweite Produkt überdosiert

28.05.2026 - 22:39:09 | boerse-global.de

RKI-Studie belegt: Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland hat zu wenig Vitamin D. Experten warnen vor Risiken und Fehlern bei Supplementen.

Magnesium-Präparate: Jedes zweite Produkt überdosiert - Foto: über boerse-global.de
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Das zeigt eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI). Besonders in den Monaten von Oktober bis März stagniert die körpereigene Synthese fast vollständig. Die Folgen können schwerwiegend sein: Bei Kindern droht Rachitis, bei Erwachsenen Knochenschmerzen und Muskelschwäche.

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Die kritischen Nährstoffe

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat neben Vitamin D zwei weitere kritische Nährstoffe identifiziert: Folat und Jod. Jod ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion und das Wachstum bei Kindern. Der Folat-Bedarf steigt besonders in der Schwangerschaft deutlich an.

Auch Zink spielt eine wichtige Rolle – für das Immunsystem und kognitive Funktionen. Die empfohlenen Tagesdosen liegen bei 10 Milligramm für Männer und 7 Milligramm für Frauen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzt die tolerierbare Höchstmenge bei 25 Milligramm pro Tag aus allen Quellen an.

Jedes zweite Magnesium-Präparat überdosiert

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt – doch Experten warnen vor unkritischer Einnahme. Öko-Test hat 28 Magnesium-Präparate untersucht. Das Ergebnis: Jedes zweite Produkt überschreitet die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 250 Milligramm pro Tag. Die Folgen: Durchfall und Erbrechen. Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung sind die Präparate laut Testern schlicht unnötig.

Fischöl-Kapseln: Beschleunigter kognitiver Abbau?

Noch kritischer sieht es bei Omega-3-Fettsäuren aus. Eine aktuelle Studie im Journal of Prevention of Alzheimer's Disease mit 800 Teilnehmern zeigt einen überraschenden Effekt: Probanden, die Fischöl-Kapseln einnahmen, zeigten einen beschleunigten kognitiven Abbau und einen Rückgang des Glukose-Stoffwechsels im Gehirn.

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Das BfR hält solche Präparate bei Gesunden mit regelmäßigem Fischkonsum für überflüssig. Menschen mit Herzerkrankungen rät die Behörde explizit von der Einnahme ab.

Neue Hoffnung aus der Altersforschung

In der Wellness-Branche sorgt Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) für Aufsehen. Australien hat den Wirkstoff Ende 2025 für Nahrungsergänzungsmittel freigegeben. Die EFSA bewertet eine tägliche Einnahme von bis zu 300 Milligramm als sicher. Schweizer Studien deuten darauf hin, dass NMN den NAD+-Spiegel im Körper signifikant erhöht – ein relevanter Faktor in der Langlebigkeitsforschung.

Langzeitstudien wie DO-HEALTH und die aktuelle COSMOS-Studie untersuchen zudem den Einfluss von Multivitamin-Präparaten auf die epigenetische Alterung. Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari von der Universität Basel betont: Eine Kombination aus gezielter Supplementierung und Lebensstilfaktoren wie Krafttraining könne die gesunde Lebenserwartung positiv beeinflussen.

Die Gefahr des Supplement Stacking

Mediziner warnen vor der unkoordinierten Kombination verschiedener Präparate – dem sogenannten Supplement Stacking. Toxikologen der ETH weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Einnahme zahlreicher Supplemente die Leber schädigen kann. Besonders riskant: Extrakte aus grünem Tee, Curcumin oder Ashwagandha.

Besondere Vorsicht gilt in der Onkologie. Prof. Martin Smollich vom UKSH Lübeck erklärt: Der Ausgleich eines Vitamin-D-Mangels kann die Prognose bei Krebspatienten verbessern. Von hochdosierten Antioxidantien wie Vitamin C, A oder Selen während einer Strahlentherapie raten Experten jedoch ab – sie könnten die Behandlung abschwächen.

Neue Darreichungsformen und regulatorische Hürden

Der Markt entwickelt sich weiter. Unternehmen wie Ricola setzen in Kooperation mit Partnern wie Waterdrop auf zuckerfreie Konzepte, die Vitamine direkt in Getränke integrieren. Gleichzeitig zeigen regulatorische Unterschiede – etwa bei der Dosierung von Kreatin zwischen der Schweiz und Deutschland – die weiterhin bestehende Komplexität im internationalen Markt für Mikronährstoffe.

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