Magersucht: 72% der Patienten remittieren unter ketogener Diät
05.06.2026 - 21:26:26 | boerse-global.de
Parallel entdecken Forscher ihr Potenzial bei Magersucht.
Ketose-Killer im Supermarkt
Wer eine ketogene Diät verfolgt, kennt die Regel: extrem wenig Kohlenhydrate, viel Fett. Doch zahlreiche vermeintlich gesunde Produkte enthalten versteckte Kohlenhydratbomben. Das zeigen Analysen aus dem Frühjahr 2026.
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Flüssige Produkte sind besonders tückisch. Hafermilch bringt es auf rund 9 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Milliliter. Smoothies sogar auf 25 bis 35 Gramm pro Portion. Auch Proteinriegel (20 bis 40 Gramm) und Magerjoghurt (bis zu 12 Gramm pro 100 Gramm) können die Ketose unterbrechen.
Noch heftiger fallen diese Lebensmittel aus:
- Reiscracker: Rund 80 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm
- Trockenfrüchte: Bis zu 75 Gramm pro 100 Gramm
- Fertigsoßen und Balsamico-Essig: Versteckte Zuckeranteile von bis zu 20 Gramm pro 100 Gramm
- Hülsenfrüchte-Pasta: Trotz „gesundem“ Ruf rund 55 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm
Hoffnung für Magersüchtige
Doch die ketogene Diät kann auch heilen. Eine Pilotstudie der UC San Diego School of Medicine untersuchte ihren Effekt auf Anorexia nervosa. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 4. Juni 2026 in Communications Medicine, sind vielversprechend.
22 Frauen mit normalem oder leichtem Untergewicht nahmen an der 14-wöchigen Studie teil. 18 beendeten das Programm – und das ohne signifikanten Gewichtsverlust. Bei Magersucht-Patientinnen gilt das als positives Sicherheitsmerkmal.
Noch wichtiger: 13 der 18 Absolventinnen (72 Prozent) erfüllten am Ende die klinischen Kriterien für eine Anorexie-Diagnose nicht mehr. Zudem verbesserten sich die Depressionswerte aller Teilnehmerinnen.
UCLA-Professor Sahib Khalsa warnt jedoch: „Solche Diäten müssen zwingend unter ärztlicher Aufsicht stehen.“ Die Risiken seien sonst zu hoch.
Versteckte Gefahr fürs Gehirn
Die Lebensmittelauswahl entscheidet nicht nur über die Ketose. Eine Harvard-Langzeitstudie mit 5.370 Erwachsenen über fast neun Jahre zeigt einen alarmierenden Zusammenhang.
Hochverarbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Fertiggerichte und verarbeitetes Fleisch erhöhen das Demenzrisiko um 58 Prozent. Bei verarbeitetem Fleisch lag das Risiko sogar mehr als doppelt so hoch. Im Gegenzug senkte eine Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln das Demenzrisiko um 41 Prozent.
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Forschungsberichte deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen ultra-verarbeiteten Produkten und Entzündungen im Gehirn hin. Künstliche Süßstoffe wie Aspartam oder Saccharin könnten die Darmflora negativ beeinflussen und psychische Symptome verstärken.
Die Botschaft ist klar: Wer ketogen lebt, muss nicht nur auf die Kohlenhydratbilanz achten, sondern auch auf den Verarbeitungsgrad der Lebensmittel.
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