Magenmittel, Demenzrisiko

Magenmittel erhöhen Demenzrisiko um 47 Prozent

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 03:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt deutlichen Zusammenhang zwischen dauerhafter PPI-Nutzung und erhöhtem Demenzrisiko. Auch Anticholinergika und Glucosamin stehen in der Kritik.

PPI-Langzeiteinnahme: Studie zeigt 47 Prozent mehr Demenzrisiko
Magenmittel - Verschiedene pharmazeutische Pillen und Kapseln liegen verstreut oder in Blisterpackungen auf einer unscharfen Oberfläche. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Studie in Nature Metabolism.

Erhöhtes Risiko durch Langzeittherapie

Wissenschaftler analysierten Daten von rund 66.000 Probanden. Bei dauerhafter PPI-Nutzung stieg das Demenzrisiko um 44 Prozent. Forscher der University of California, San Diego (UCSD) bestätigen den Trend: Bei älteren Patienten erhöht sich das Risiko für kognitive Einschränkungen über zehn Jahre um 47 Prozent.

Doch die Nebenwirkungen betreffen nicht nur das Gehirn. Eine Analyse in Chest mit über 932.000 Erwachsenen zeigt: Asthma- oder COPD-Patienten erleiden unter PPI 18 Prozent mehr akute Verschlechterungen. Bei Hochdosis-Therapien steigt der Wert auf 25 Prozent.

Auch andere Medikamente belasten das Gehirn

Anticholinergika stehen ebenfalls in der Kritik. Bestimmte Betablocker wie Metoprolol und Atenolol sowie Antiallergika wie Loratadin erhöhen das Risiko für leichte kognitive Störungen um 47 Prozent. Bei Alzheimer-Risikoträgern kann sich dieser Wert laut Neurology sogar verdoppeln.

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Auch das Supplement Glucosamin zeigte Risiken: Bei Patienten mit bestehenden leichten Einschränkungen stieg das Alzheimer-Risiko zwischen 2012 und 2024 um 25 Prozent.

Die gute Nachricht: Bestimmte Diabetes-Medikamente schützen offenbar. SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Der US-Versicherer Medicare übernimmt seit Anfang Juli 2026 unter Bedingungen die Kosten für GLP-1-Präparate.

Ernährung als Schutzfaktor

Schätzungen zufolge sind 14 beeinflussbare Risikofaktoren für etwa 45 Prozent aller Demenzfälle verantwortlich. Die DASH-Diät, ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelt, reduziert das Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent. Eine anti-entzündliche, pflanzenbasierte Kost senkt es um 29 Prozent.

Seit Juli 2026 hilft die KI-gestützte App MacroBrain bei der Umsetzung. Sie erstellt personalisierte Ernährungspläne basierend auf gesundheitsfördernden Molekülen aus dem DreamLab-Projekt. Die medizinische Leitlinie für Rheumatologie empfiehlt zudem täglich 30 Gramm Ballaststoffe – der deutsche Durchschnitt liegt bei mageren 18 Gramm.

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Fortschritte bei Diagnostik und Therapie

Die Früherkennung von Alzheimer hat einen Sprung gemacht. Der Bluttests-Marker p-Tau217 ermöglicht eine Diagnose mit über 90 Prozent Genauigkeit – oft Jahre vor ersten Symptomen. Forscher der University of Florida testen zudem KI-gestützte Netzhautscans als biologische Sensoren für das Krankheitsrisiko.

In Deutschland sind seit Juni 2026 mit Lecanemab und Donanemab zwei neue Antikörper-Therapien zugelassen. Sie kommen für rund 120.000 Betroffene infrage. Seit dem 1. Juli 2026 bieten Apotheken assistierte Telemedizin (aTM) an, um den Zugang zur Facharztberatung zu erleichtern. Auch die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) gewinnt an Bedeutung – im vergangenen Jahr fanden in Deutschland über 17.000 Sitzungen statt.

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