Magenkrebs-Risiko, Zuckergetränke

Magenkrebs-Risiko: Zuckergetränke erhöhen Wahrscheinlichkeit um 245%

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Auswertung bringt gezuckerte Getränke mit mehr Magenkrebsfällen in Verbindung. Für Light-Varianten zeigte sich kein entsprechendes Signal.

US-Studie verknüpft süße Getränke mit höherem Magenkrebsrisiko
Eine einzelne Glasflasche mit einem zuckerhaltigen Erfrischungsgetränk auf einem Holztisch in einem hellen Raum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA werfen ein neues Licht auf die langfristigen gesundheitlichen Folgen des regelmäßigen Konsums gesüßter Getränke.

Eine im August 2026 im Fachjournal „Gastro Hep Advances“ veröffentlichte Untersuchung des Mass General Brigham Cancer Institute zeigt eine deutliche Korrelation zwischen dem täglichen Genuss zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken.

Die Analyse stützt sich auf jahrzehntelange Beobachtungsdaten und liefert differenzierte Erkenntnisse über verschiedene Bevölkerungsgruppen sowie Inhaltsstoffe.

Erhebliche Risikoerhöhung bei täglichem Konsum

Die statistische Auswertung der Daten verdeutlicht die Auswirkungen von zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden, Punsche, Sportgetränken und klassischen Erfrischungsgetränken auf das Krebsrisiko. Den Ergebnissen zufolge erhöht ein täglicher Konsum dieser Getränke das Risiko für Magenkrebs um das 2,45-Fache im Vergleich zu Personen, die weniger als eine Portion pro Monat zu sich nehmen.

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Besonders markant fallen die Ergebnisse bei weiblichen Studienteilnehmern aus. In dieser Gruppe stellten die Forscher fest, dass das Risiko bei täglichem Konsum sogar um das 3,04-Fache ansteigt.

Die Studienautoren unter der Leitung von Senior-Autor Andrew T. Chan vom Mass General Brigham identifizierten dabei insbesondere Fruktose als einen möglichen Faktor, der mit dem erhöhten Magenkrebsrisiko assoziiert wird.

Interessanterweise konnte die Untersuchung keinen Zusammenhang mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) feststellen, das üblicherweise als ein Hauptrisikofaktor für Magenkrebs gilt.

Differenzierung zwischen Zucker und künstlichen Süßstoffen

Ein wesentlicher Aspekt der Analyse war die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Süßungsmitteln. Während klassisch mit Zucker gesüßte Getränke die beschriebene Risikoerhöhung aufwiesen, konnten die Forscher bei künstlich gesüßten Varianten, sogenannten Light-Getränken, kein erhöhtes Magenkrebsrisiko nachweisen. Dies deutet darauf hin, dass die spezifische Stoffwechselreaktion auf Zucker oder die hohe Zufuhr von Fruktose eine zentrale Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen könnte.

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Langfristige Datenbasis und methodischer Hintergrund

Die Aussagekraft der Studie beruht auf einer umfangreichen Datenbasis, die über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erhoben wurde. Die Forscher griffen auf Informationen aus zwei großen US-amerikanischen Kohortenstudien zurück: der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study. Insgesamt wurden die Daten von 112.284 Teilnehmern ausgewertet.

Der Beobachtungszeitraum umfasste mehr als 3,2 Millionen Personenjahre, wobei die zugrunde liegenden Kohorten bereits seit den Jahren 1976 beziehungsweise 1986 geführt werden. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 278 Fälle von Magenkrebs dokumentiert.

Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen die Wissenschaftler den Charakter der Untersuchung als Beobachtungsstudie. Damit ist zwar eine Korrelation zwischen dem Konsumverhalten und der Krebsinzidenz belegt, eine direkte biologische Kausalität ist durch das Studiendesign allein jedoch noch nicht abschließend nachgewiesen.

Die Ergebnisse liefern dennoch eine fundierte Grundlage für präventive Ernährungsempfehlungen und weitere klinische Forschung im Bereich der Onkologie.

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