Magen-Darm-Stress, Durchblutung

Magen-Darm-Stress im Sport: Bis zu 80% weniger Durchblutung

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Extreme Belastung kann die Darmdurchblutung stark mindern. Studien nennen 30 bis 50 Prozent betroffene Athleten, zudem drohen Umweltkeime.

Magen-Darm-Probleme im Sport: Ursachen und neue Hyrox-Regeln
Eine leere, geschwungene Kunststoff-Laufbahn in einem Stadion bei Morgendämmerung und leichtem Nebel. Illustration mit AI erstellt.

Verdauungsstörungen bei intensiver sportlicher Betätigung stellen im Leistungs- und Ausdauersport eine verbreitete, wenngleich oft tabuisierte Herausforderung dar. Berichte über Vorfälle bei Wettkämpfen und Freizeitaktivitäten verdeutlichen regelmäßig, wie stark physische Grenzbelastungen und äußere Umweltbedingungen den Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen können.

Physische Mechanismen bei extremer Anstrengung

Die US-Gastroenterologin Supriya Rao aus Massachusetts erläuterte, dass der menschliche Körper bei starker Belastung den Blutfluss primär vom Darm in die arbeitende Muskulatur sowie in andere Organe umleitet. Infolgedessen verengen sich die Blutgefäße im Bauchraum, was im Extremfall zu einer Reduktion der Durchblutung der Verdauungsorgane um bis zu 80 Prozent führen kann.

Dieses Phänomen äußert sich häufig als belastungsinduzierter Durchfall oder Magen-Darm-Stress. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge sind zwischen 30 und 50 Prozent aller Athleten von derartigen Problemen betroffen, wobei das Phänomen bei Ultra-Läufen noch häufiger auftritt. Aus sportmedizinischer Sicht kommt es in seltenen Fällen auch zu ernsteren Komplikationen wie Blutungen, Darmentzündungen oder Schädigungen der Darmwand.

Wettkampfvorfälle und organisatorische Reaktionen

Welche Dynamiken solche Vorfälle entwickeln können, zeigte sich bei einem Hyrox-Wettkampf in Peking. Die australische Profisportlerin Joanna Wietrzyk, Weltrekordhalterin im Solo-Hyrox der Frauen, entleerte während des Laufs ihren Darm, setzte den Wettkampf dennoch fort und siegte zunächst.

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Bei starker Belastung leitet der Körper Blut aus dem Bauchraum in die Muskulatur um — die Durchblutung der Verdauungsorgane kann um bis zu 80 Prozent sinken. Genau daraus entsteht der belastungsinduzierte Durchfall, von dem einer Studie zufolge 30 bis 50 Prozent aller Athleten betroffen sind. Unser kostenloser Praxisguide zeigt in 3 Schritten, wie Sie Essens-Timing, Trinkstrategie und einen Notfallplan für den Wettkampftag aufbauen. Praxisguide Wettkampf-Ernährung jetzt anfordern

Nachdem ein Video des Vorfalls viral gegangen war, entschuldigte sich Wietrzyk und verzichtete nachträglich auf ihren Sieg. Der Veranstalter gab im Anschluss ebenfalls eine Erklärung ab.

Als Konsequenz wurden die offiziellen Hyrox-Regeln angepasst: Offizielle erhielten die Befugnis, Teilnehmer künftig aus dem Wettbewerb zu nehmen, sobald Blut, Erbrochenes, Urin oder Kot austreten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gelten Fäkalien als infektiöser Abfall, da eine fäkal-orale Übertragung möglich ist. Zur sachgerechten Beseitigung wird empfohlen, das betroffene Areal zu isolieren, Schutzausrüstung zu tragen, mit Desinfektionsmitteln zu reinigen und den Abfall gesondert zu entsorgen.

Risiken durch mikrobielle Wasserbelastungen

Neben internen physiologischen Mechanismen können Magen-Darm-Beschwerden bei Sporttreibenden auch durch äußere Einflüsse ausgelöst werden, insbesondere durch den Kontakt mit kontaminiertem Wasser. Im Salzburger Almkanal klagten Schwimmer über einen Zeitraum von rund einer Woche über Symptome wie Durchfall und Erbrechen.

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Magen-Darm-Probleme beim Sport sind für viele ein Tabu — dabei lassen sich die häufigsten Auslöser vor dem Start ausschalten: zu kurzer Abstand zur letzten Mahlzeit, zu große Portionen, zu wenig Flüssigkeit über den Tag. Unser kostenloser Leitfaden führt Sie durch eine Checkliste zur Darmgesundheit für Läufer und zeigt, welche Signale Sie ernst nehmen sollten. Checkliste Darmgesundheit jetzt sichern

Laut Medienberichten spülten Gewitter Gülle und Fäkalkeime in das Wasser. Das Baden in dem Gewässer wird lediglich geduldet und erfolgt auf eigene Gefahr. Seitens der Almgenossenschaft hieß es dazu, dass Verschmutzungen nach Unwettern in Wirtschaftsgewässern keine Seltenheit darstellen.

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