Männertag, Prostata-Screenings

Männertag im November: Warum Prostata-Screenings auch ohne Symptome wichtig sind

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 03:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Experten empfehlen frühzeitige Vorsorge, da Prostata- und Hormonveränderungen lange ohne deutliche Beschwerden bleiben können.
Ein ruhiger, nebliger Waldpfad im Morgenlicht als Symbol für gesundheitliche Vorsorge und Prävention. Illustration mit AI erstellt.

Anlässlich der im November anstehenden Aktionstage – dem Weltmännertag am 3. November und dem Internationalen Männertag am 19. November – rücken Fachleute die gesundheitliche Prävention in den Fokus. Urologen und Gesundheitsexperten weisen darauf hin, wie wichtig eine aktive Vorsorge und regelmäßige Screenings bei Prostataerkrankungen sind, da körperliche Symptome von Betroffenen weiterhin oft ignoriert oder verharmlost werden.

Symptomlose Verläufe als trügerische Sicherheit

Ein wesentliches Problem in der medizinischen Versorgung besteht darin, dass viele Patienten erst dann eine urologische Praxis aufsuchen, wenn sich bereits erhebliche Beschwerden eingestellt haben. Dazu zählen insbesondere ausgeprägte Harnstörungen, Einschränkungen der Sexualfunktion oder dauerhafte Schmerzen.

Nach Einschätzung von Dr. Ramón Rogel, Urologe an der Klinik Ribera Pasarela, ist das primäre Ziel nicht allein die Therapie bereits diagnostizierter Leiden, sondern die Aufklärung und die Förderung einer frühzeitigen Selbstfürsorge.

Häufig liege der Grund für die verzögerte Inanspruchnahme medizinischer Hilfe in der Annahme, dass das Fehlen von Schmerzen gleichbedeutend mit Gesundheit sei. Zahlreiche urologische, metabolische und hormonelle Veränderungen entwickeln sich jedoch über viele Jahre hinweg unbemerkt.

Veränderungen der Prostata gelten hierfür als typisches Beispiel: Sie schreiten langsam voran, bevor sich konkrete Warnzeichen wie Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung, ein spürbar abgeschwächter Harnstrahl oder nächtlicher Harndrang bemerkbar machen.

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Ebenso verlaufen hormonelle Ungleichgewichte oft ohne Schmerzen. Begleiterscheinungen wie chronische Müdigkeit, mangelnde Energie, der Verlust der Libido oder ein Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit werden fälschlicherweise oft als normale Alterungsprozesse abgetan, bedürfen aber einer klinischen Untersuchung.

Dr. Rogel betont, dass die effektivste Konsultation jene sei, bei der noch gar keine Erkrankung vorliege. Rechtzeitige Prävention ermögliche es, die eigene Gesundheit besser zu verstehen und einzugreifen, bevor gravierende Einschränkungen entstehen.

Der ganzheitliche Blick auf Prävention

Nach Angaben des Gesundheitsunternehmens Ribera Salud weisen Männer heute zwar eine höhere Lebenserwartung auf als je zuvor, nehmen Angebote zur Früherkennung aber weiterhin verhältnismäßig spät wahr. Eine der zentralen Aufgaben liege deshalb darin, Vorsorgemaßnahmen fest in den Alltag und in persönliche Gesundheitsgewohnheiten zu integrieren.

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Dabei geht das Konzept moderner Männergesundheit über die Prostata hinaus. Neben urologischen Aspekten umfasst es hormonelle, kardiovaskuläre und metabolische Faktoren. Bei einer ganzheitlichen Erfassung werden die Harnfunktion, genetische Vorbelastungen, das endokrine System und die sexuelle Gesundheit ebenso berücksichtigt wie das Körpergewicht, die regelmäßige körperliche Aktivität und die Qualität des Schlafs.

Abbau von Hemmschwellen und überholten Rollenbildern

Trotz eines wachsenden Interesses an medizinischen Themen bestehen im Alltag nach wie vor Scham und Tabus. Initiativen wie die Movember-Kampagne spielen eine wichtige Rolle, um über urologische Vorsorge, psychische Gesundheit und eine gesunde Lebensweise aufzuklären sowie bestehende Barrieren abzubauen.

Im Rahmen der Aktionstage weisen Experten darauf hin, dass auch das überholte Bild eines stets unverletzlichen Mannes dazu beiträgt, Warnsignale zu verdrängen und ärztliche Unterstützung aufzuschieben. Screenings und das Nutzen medizinischer Hilfe sind jedoch kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck gelebter Eigenverantwortung.

Zum Wohlbefinden gehört dabei nicht allein die rein körperliche Fitness: Auch tragfähige Beziehungen zu Familie und Freunden, eigene Interessen sowie gesellschaftliches Engagement tragen maßgeblich zur Gesundheit bei.

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