Männergesundheit, Vorsorge

Männergesundheit: Nur 34 Prozent fühlen sich bei Vorsorge gut informiert

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nur 34 Prozent fühlen sich beim Thema gesund leben gut informiert; zugleich setzen 91 Prozent mindestens eine Gesundheitsmaßnahme um.

Männergesundheit in Deutschland: Befragung zeigt große Informationslücken
Ein minimalistischer, leerer Behandlungsraum mit einem hölzernen Untersuchungsstuhl in warmem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Nur rund ein Drittel der Männer in Deutschland fühlt sich beim Thema Männergesundheit gut informiert. Das zeigt eine YouGov-Befragung unter 1037 Männern, die die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse in Auftrag gegeben hat und die repräsentativ für die Wohnbevölkerung Deutschlands ab 18 Jahren ist.

Die Erhebung fand Anfang September 2026 statt und offenbart erhebliche Wissenslücken bei zentralen Gesundheitsthemen – von Vorsorgeuntersuchungen bis zu psychischer Gesundheit.

Informationslücken trotz Alltagsbewusstsein

Laut der SBK-Befragung fühlen sich 34 Prozent der Männer beim Thema gesund leben gut informiert, während 19 Prozent angeben, wenig oder gar nicht informiert zu sein. 42 Prozent sehen bei sich Wissenslücken.

Gleichzeitig setzen 91 Prozent der Befragten mindestens eine Gesundheitsmaßnahme im Alltag um: 58 Prozent achten auf Bewegung, 46 Prozent auf guten Schlaf, ebenfalls 46 Prozent auf gesunde Ernährung und 38 Prozent auf ihre mentale Gesundheit. Der Wille zur Vorsorge ist demnach vorhanden – es mangelt eher an gezielter Aufklärung.

Diese Diskrepanz erhält zusätzliches Gewicht durch einen weiteren Befund der Erhebung: Männer sterben im Durchschnitt fünf Jahre früher als Frauen. Nur 54 Prozent der Befragten meinen, verfügbare Gesundheitsinformationen deckten männerspezifische Fragen ausreichend ab.

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Gewünscht wird mehr Information vor allem zu Ernährung und Bewegung (37 Prozent), Krebsfrüherkennung (36 Prozent), psychischer Gesundheit (34 Prozent), Prostata (32 Prozent) und sexueller Gesundheit (25 Prozent). Positiv bewerten die Befragten immerhin die Qualität vorhandener Angebote: 79 Prozent empfinden Gesundheitsinformationen als leicht verständlich, 71 Prozent als motivierend.

Generationenunterschiede bei der Informationssuche

Besonders auffällig sind laut der SBK-Erhebung die Unterschiede zwischen den Altersgruppen bei der Wahl der Informationsquellen. Junge Männer zwischen 14 und 29 Jahren nutzen zu 48 Prozent TikTok und zu 40 Prozent Chatbots, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren.

Unter den unter 30-Jährigen insgesamt greifen 40 Prozent auf soziale Medien und KI-Chatbots zurück. Bei den 35- bis 44-Jährigen dagegen ist die Ärztin oder der Arzt mit 45 Prozent die wichtigste Informationsquelle, und auch ältere Männer vertrauen überwiegend medizinischem Fachpersonal.

Dieses Muster deutet darauf hin, dass klassische Aufklärungswege jüngere Zielgruppen kaum noch erreichen, während digitale Kanäle wie Social Media und KI-gestützte Anwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnen – mit unklaren Folgen für die Qualität der vermittelten Informationen.

Bekannt, aber ungenutzt: Vorsorgeangebote

Dass Wissen allein nicht ausreicht, zeigt eine ältere, aber ergänzende repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.007 Männern ab 35 Jahren im Auftrag der hkk Krankenkasse aus dem Jahr 2024. Demnach kennen über 90 Prozent der befragten Männer die Krebsvorsorgeangebote für Prostata, Darm und Haut, und gut 60 Prozent kannten den Check-up 35. Trotzdem nahm nur gut zwei Drittel die Untersuchungen tatsächlich in Anspruch.

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Das Wissen um Vorsorgemöglichkeiten übersetzt sich also nicht automatisch in deren Nutzung – ein Befund, der zu den aktuellen Erkenntnissen der SBK-Befragung passt und nahelegt, dass neben Information auch praktische Hürden und mangelnde Motivation eine Rolle spielen.

Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab, in dem many Männer zwar erste Schritte für ein gesundes Leben unternehmen, aber bei spezifischen, männertypischen Gesundheitsthemen auf strukturelle Informationslücken stoßen – Lücken, die je nach Altersgruppe unterschiedlich adressiert werden müssten, wolle man die Gesundheitskompetenz von Männern nachhaltig verbessern.

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