Männer, Gewicht

Männer und Gewicht: 70% in England übergewichtig, meiden Diäten

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie der Anglia Ruskin University zeigt psychologische Hürden bei Männern und empfiehlt sportlichere, wettbewerbsorientierte Ansätze.

Studie zeigt: Warum Männer Diätprogramme häufig meiden
Ein Set Hanteln auf einem Holzboden in einem minimalistischen Fitnessraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse der Anglia Ruskin University geben Aufschluss darüber, warum gängige Diätkonzepte bei männlichen Zielgruppen häufig auf Widerstand stoßen. Eine in der Fachzeitschrift PLOS One am 26. August 2026 veröffentlichte Studie verdeutlicht, dass psychologische Barrieren und geschlechtsspezifische Assoziationen maßgeblich dazu beitragen, dass Männer Programme zur Gewichtsreduktion meiden oder vorzeitig abbrechen.

Wahrnehmung von Diäten als weiblich konnotiert

In der Untersuchung, an der 24 Männer aus dem Vereinigten Königreich mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren und einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 28,5 teilnahmen, wurden tiefgreifende Vorbehalte gegenüber dem Begriff „Diät“ identifiziert.

Die Probanden assoziierten Gewichtsreduktionsprogramme primär mit Entbehrung, strenger Restriktion und mangelnder Willenskraft. Ein zentraler Befund der Forscher ist zudem die Wahrnehmung von Diäten als ein grundsätzlich weiblich geprägtes Konzept.

Diese psychologische Barriere steht in deutlichem Kontrast zur gesundheitlichen Notwendigkeit. Daten von NHS England belegen, dass 70 % der Männer in England als übergewichtig oder adipös eingestuft werden, während dieser Anteil bei den Frauen bei 62 % liegt.

In den USA zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Laut CDC sind dort 35,1 % der Männer ab 20 Jahren übergewichtig und 39,7 % adipös, was einer Gesamtrate von rund 75 % entspricht. Trotz dieser hohen Betroffenheit sind Männer in der klinischen Forschung unterrepräsentiert. Eine Auswertung von 257 Studien mit insgesamt 57.497 Teilnehmern ergab, dass lediglich 30 % der Probanden männlich waren.

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Strategiewechsel: Herausforderung statt Verzicht

Die Experten der Anglia Ruskin University empfehlen aufgrund ihrer Erkenntnisse eine Neuausrichtung in der Kommunikation und Gestaltung von Programmen. Anstatt den Fokus auf Verzicht zu legen, sollten Konzepte als Herausforderung oder Wettbewerb präsentiert werden, bei denen Fortschritte klar sichtbar gemacht werden. Der Begriff „Diät“ sollte dabei nach Möglichkeit vermieden werden, um die beschriebenen negativen Assoziationen zu umgehen.

Dass solche Ansätze erfolgreich sein können, zeigen spezialisierte Programme. Das sogenannte BELT-Programm, das sich gezielt an Handwerker richtet, erzielte nach sechs Monaten einen Gewichtsverlust von 3 % bei den Teilnehmern.

Im Vergleich dazu erreichten Probanden in Standardprogrammen lediglich eine Reduktion von 1,9 %. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg sei die unterstützende Rolle der Partnerinnen bei der Umsetzung der Ernährungsumstellung.

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Sportbasierte Ansätze und soziale Faktoren

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzungsform ist das Projekt „Man v Fat“, das in Ostengland 19 Fußball- und zwei Rugby-Clubs betreibt. Hier wird die Gewichtsreduktion in einen sportlichen Kontext eingebettet. Ein Teilnehmer, der 42-jährige Mark Hall, verlor im Rahmen der Fußball-Gruppe in Cambridge 28,5 kg. Insgesamt konnten über 5.000 Teilnehmer dieses Programms eine Gewichtsabnahme von zusammengerechnet 35,5 t verzeichnen.

Obwohl moderne GLP-1-Medikamente zunehmend an Popularität gewinnen, bleibt eine Umstellung der Lebensgewohnheiten für eine nachhaltige Gesundheit essenziell.

Bereits eine frühere Studie der Anglia Ruskin University aus dem Jahr 2022, die im International Journal of Environmental Research and Public Health erschien, wies auf die komplexen Ursachen für Gewichtsprobleme bei Männern mittleren Alters hin.

Berufs- und Familienpflichten führen demnach häufig zu Komfortessen. Viele Betroffene sehen eine Gewichtszunahme in dieser Lebensphase als unvermeidlich an, was zu einem geringen Selbstwertgefühl und einem Zögern bei notwendigen Verhaltensänderungen führt.

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