macOS-Sicherheitslücke: Forscher umgehen Gatekeeper in Signal, Slack, VS Code
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die IT-Sicherheitsforscher Talal Haj Bakry und Tommy Mysk haben eine Schwachstelle in macOS identifiziert, die den unbemerkten Austausch von ausführbaren Dateien in Anwendungen ermöglicht, die aus dem Internet geladen wurden. Betroffen sind unter anderem populäre Programme wie Signal, Brave, Slack und VS Code. Die Sicherheitslücke erlaubt es, die Integrität einer App nach deren erstem Start zu kompromittieren, ohne dass hierfür erhöhte Systemrechte erforderlich sind.
Technischer Hintergrund der Gatekeeper-Umgehung
Den Erkenntnissen der Forscher zufolge basiert die Schwachstelle auf einem Prozess des Archivierens und Wiederherstellens mittels des Systemwerkzeugs „tar“. Nachdem eine aus dem Web geladene Anwendung ein erstes Mal vom Nutzer gestartet wurde, kann ein Angreifer, der bereits über eine Code-Ausführung auf Benutzerebene verfügt, das App-Bundle manipulieren. Durch das Archivieren und anschließende Wiederherstellen des Bundles lässt sich die darin enthaltene ausführbare Datei ersetzen.
Das Betriebssystem macOS führt die manipulierte Anwendung im Anschluss aus, ohne erneute Sicherheitswarnungen durch den Gatekeeper-Mechanismus auszugeben. Besonders kritisch bewerten die Forscher den Umstand, dass bei künftigen Berechtigungsaufforderungen weiterhin der Name und das offizielle Symbol der ursprünglich vertrauenswürdigen Anwendung angezeigt werden. Dies erschwere es dem Anwender erheblich, eine Kompromittierung des Programms zu erkennen.
Betroffene Betriebssysteme und Rahmenbedingungen
Die Untersuchung von Talal Haj Bakry und Tommy Mysk zeigt, dass die Schwachstelle in verschiedenen Versionen des Betriebssystems präsent ist. Konkret benannten die Experten macOS Tahoe in den Versionen 26.0.0 bis 26.5.2 als anfällig. Ebenso betreffe die Lücke die Testversionen von Golden Gate 27 (Beta 1 bis 4).
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Ein wesentliches Merkmal des Angriffsszenarios ist die Voraussetzung einer bestehenden Code-Ausführung auf der Ebene des betroffenen Benutzers. Zudem betonten die Forscher in ihren Veröffentlichungen, dass Anwendungen, die über den offiziellen Mac App Store bezogen wurden, nicht von dieser spezifischen Schwachstelle betroffen sind. Dies unterstreicht die unterschiedlichen Sicherheitsarchitekturen zwischen direkt vertriebenen Web-Apps und solchen aus Apples kontrolliertem Ökosystem.
Positionierung von Apple und Sicherheitsbewertung
Die Sicherheitsforscher hatten die Schwachstelle bereits im Juni 2026 privat an Apple gemeldet. Das Unternehmen reagierte am 14. Juli 2026 und schloss den entsprechenden Fall ab, ohne technische Korrekturen einzuleiten. Apple vertrete demnach den Standpunkt, dass es sich bei dem beschriebenen Verhalten nicht um eine Sicherheitslücke im klassischen Sinne handle.
Die Begründung des Herstellers lautet, dass ein auf diese Weise überschriebenes App-Bundle als lokal erstellt gelte. Solche lokal modifizierten Daten fallen laut der Einschätzung von Apple nicht in den Schutzbereich der macOS-Sicherheitsmechanismen, die primär auf die Überprüfung von aus externen Quellen stammenden Inhalten ausgelegt sind.
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Aufgrund dieser Situation raten Fachmedien wie Macworld den Nutzern zur erhöhten Vorsicht. Es wird empfohlen, bevorzugt Anwendungen aus dem Mac App Store zu verwenden oder Software direkt bei verifizierten Entwicklern zu erwerben. Zudem solle der Download von Dateien aus verdächtigen Quellen konsequent vermieden werden, um das Risiko einer initialen Code-Ausführung durch Angreifer zu minimieren.
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