macOS-Malware: Trojaner tarnen sich als legitime Apple-Apps
05.06.2026 - 19:06:24 | boerse-global.de
Die Angreifer nutzen raffinierte Methoden, um selbst die Sicherheitsmechanismen von Apple zu umgehen.
Operation FlutterBridge: Trojaner tarnt sich als nützliche Apps
Die Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks' Unit 42 haben eine ausgeklügelte Kampagne namens Operation FlutterBridge aufgedeckt. Über manipulierte Google- und YouTube-Anzeigen verbreiten die Täter einen Backdoor-Trojaner mit dem Namen FlutterShell.
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Die Schadsoftware tarnt sich als harmlose Anwendungen wie „PodcastsLounge", „PDF-Brain" oder „PDF-Ninja". Besonders perfide: Die Apps wurden mit gültigen Apple-IDs signiert und haben Apples Notarisierungsprozess erfolgreich durchlaufen. Normalerweise garantiert dieser Prozess, dass eine Software keine bekannte Malware enthält.
Einmal installiert, übernimmt FlutterShell die Kontrolle über den Google Chrome Browser. Die Angreifer manipulieren die Secure Preferences-Datei, betreiben Werbebetrug und ändern die Standardsuchmaschine. Die PDF-Apps enthalten zudem eine betrügerische KI-Funktion: Laden Nutzer Dokumente hoch, werden diese direkt an die Angreifer weitergeleitet.
Die Kampagne lief bis Ende März 2026. Google hat die betroffenen Werbekonten inzwischen gesperrt.
Zwei Briefkastenfirmen als Tarnung
Hinter der Verteilung von FlutterShell stecken zwei Briefkastenfirmen: AdsParkPro LTD und Advantage Web Marketing LLC. Sie schalteten die infizierten Anzeigen, die Nutzer auf die Schadsoftware lockten.
Die Ermittler fanden Verbindungen zu früheren Malware-Kampagnen, darunter JSCoreRunner sowie Windows-Bedrohungen wie RecipeLister und Calendaromatic. Die genutzten Kommando- und Kontrollserver laufen unter anderem unter den Adressen atsheisdomestic[.]org und healightejustb[.]org.
Reaper-Variante: Neue Masche mit „ClickFix"
Die Sicherheitsfirma Moonlock entdeckte eine neue Variante des SHub Stealer namens Reaper. Die Verbreitung erfolgt über betrügerische Websites mit einer automatisierten „ClickFix"-Technik. Dabei werden Nutzer dazu gebracht, schädlichen Code über den macOS Script Editor auszuführen.
Reaper stiehlt sensible Daten aus zahlreichen Anwendungen – von Browsern wie Chrome, Firefox, Brave, Edge und Opera bis hin zu Kryptowährungs-Wallets wie Exodus, Atomic und Ledger Live. Um dauerhaft auf dem System zu bleiben, tarnt sich der Trojaner als legitimer Google-Update-Prozess.
Lieferketten-Angriff auf Daemon Tools
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Die Sicherheitsforscher von Kaspersky berichten von einem weiteren Angriff: Die offizielle Website des bekannten Tools Daemon Tools wurde kompromittiert. Seit dem 8. April 2026 verteilt ein manipulierter Installer der Version 12.5.0.2421 eine Hintertür.
Das Problem: Die Software trägt eine gültige digitale Signatur, was die Erkennung durch Antivirenprogramme erschwert. Der Angriff hat Nutzer in über 100 Ländern getroffen, mit Schwerpunkten in Russland, Brasilien, der Türkei und mehreren europäischen Staaten. Rund zehn Prozent der Opfer sind Unternehmen.
In besonders sensiblen Bereichen – Fertigung, Regierung und Wissenschaft – setzten die Angreifer zusätzliche Schadsoftware ein, darunter Shellcode-Injektoren und Fernzugriffs-Trojaner. Zwar fanden die Ermittler chinesischsprachige Elemente im Code, eine offizielle Zuordnung zu einer bestimmten Gruppe steht jedoch noch aus.
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