MacBook-Touch ohne Zusatzhardware: LidTap nutzt die Sensoren im Scharnier
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit einer ungewöhnlichen Softwarelösung lassen sich ältere Laptops von Apple um berührungsempfindliche Eingaben erweitern. Das kostenlose Open-Source-Programm LidTap des Entwicklers Harsha Vardhan simuliert eine Touch-Bedienung auf MacBooks, indem es Erschütterungen am Bildschirmscharnier über interne Bewegungssensoren auswertet. Wie Fachmedien Anfang November berichteten, wird dafür keine zusätzliche Hardware am Gerät benötigt.
Funktionsweise über Bewegungssensoren und Zoneneinteilung
Anstatt auf ein berührungsempfindliches Displayglas zurückzugreifen, nutzt LidTap die in den Geräten verbauten Sensoren, um Erschütterungen zu registrieren, die beim Tippen auf das Displaygehäuse entstehen.
Die Software läuft vollständig lokal auf dem Rechner und teilt den Bildschirm im Zuge eines Kalibrierungsprozesses in verschiedene Segmente auf. Anwendende können das Display dabei in vier, sechs oder neun Zonen unterteilen, denen jeweils spezifische Aktionen oder Eingaben zugewiesen werden.
Nach Angaben aus Entwicklertests erreicht das Programm bei einer Einteilung in vier Zonen eine Erkennungsrate von 95 Prozent. Durch die Auswertung der Vibrationen erkennt das System, in welchem Bereich der Bildschirm berührt wurde, und übersetzt diesen Impuls in den entsprechenden Befehl.
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Hardware-Anforderungen und Alternativen am Markt
Für den Betrieb setzt die quelloffene Anwendung bestimmte Hardware-Komponenten voraus. Erforderlich ist mindestens ein Apple-M2-Chip oder ein höherwertiger Prozessor; alternativ werden auch Geräte mit den Prozessoren M1 Pro sowie M1 Max unterstützt. Da die Software direkt auf dem Computer ausgeführt wird, fallen für die Nutzung keine Lizenzgebühren an.
Bislang mussten Nutzerinnen und Nutzer, die ein MacBook mit berührungsempfindlichen Funktionen ausstatten wollten, auf Nachrüstlösungen zurückgreifen. Als eine dieser hardwarebasierten Alternativen gilt das Sensorglas Intritcuit Magic Screen, das für 179 US-Dollar angeboten wird.
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Die Veröffentlichung von LidTap fällt in eine Phase, in der auch Apple selbst den Schritt zur direkten Touch-Bedienung bei Laptops vorbereitet. Das erste offizielle Touchscreen-MacBook Pro des Herstellers mit der Displaybezeichnung PROLED XDR soll ab dem 6. November 2026 auf den Markt kommen.
Die Einstiegspreise für das entsprechende 16-Zoll-Modell beginnen bei 3.300 Euro. Mit Softwareansätzen wie LidTap können Besitzer kompatibler Vorgängermodelle grundlegende Tippgesten nutzen, ohne auf Neugeräte umsteigen zu müssen.
