MacBook, Neo

MacBook Neo vor dem Aus: Apple erwägt Streichung der günstigsten Version

12.05.2026 - 09:20:10 | boerse-global.de

Apple erwägt die Streichung des günstigen MacBook Neo mit 256 GB. Grund sind explodierende DRAM-Preise durch den KI-Boom.

MacBook Neo vor dem Aus: Apple erwägt Streichung der günstigsten Version - Foto: über boerse-global.de
MacBook Neo vor dem Aus: Apple erwägt Streichung der günstigsten Version - Foto: über boerse-global.de

Während Händler das 13-Zoll MacBook Neo aktuell zum Rekordtiefpreis von 589 Euro anbieten, plant der Konzern offenbar, genau dieses Modell aus dem Sortiment zu nehmen. Grund sind explodierende Speicherkosten.

Die Preisschlacht im Handel und die Strategie in Cupertino könnten gegensätzlicher kaum sein. Große Online-Händler wie Amazon drücken den Preis für das MacBook Neo mit A18-Pro-Chip und 256 GB Speicher auf 589 Euro – satte 110 Euro unter der ursprünglichen unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro. Doch Analysten und Zuliefererberichte zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunft des günstigsten Apple-Laptops.

Anzeige

Wer beim Einstieg in die Apple-Welt nicht nur beim Hardware-Preis sparen, sondern auch die Technik sofort verstehen möchte, findet in diesem kostenlosen Lexikon die 53 wichtigsten Fachbegriffe einfach erklärt. iPhone- und Apple-Lexikon jetzt gratis sichern

Speicherkrise bedroht das 699-Euro-Einstiegsmodell

Der Hauptgrund für die mögliche Streichung: Die Preise für DRAM-Speicher sind im ersten Quartal 2026 um 90 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal werden weitere 40 bis 50 Prozent erwartet. Schuld ist der KI-Boom: High-Bandwidth-Memory (HBM) für Rechenzentren bindet die Produktionskapazitäten, Standard-Speicher für Verbraucher wird knapp und teuer.

Apple hat bereits reagiert. Am 1. Mai strich der Konzern die 599-Euro-Version des Mac mini mit 256 GB SSD. Der Einstiegspreis für den Mini liegt nun bei 799 Euro. Bloomberg-Reporter Tim Culpan berichtet, dass Apple nun einen ähnlichen Schritt für das MacBook Neo erwägt. Konkret soll die Variante mit 256 GB Speicher und ohne Touch-ID wegfallen – der Einstiegspreis würde damit auf 799 Euro steigen.

Die Lieferengpässe bestätigte Apple-CEO Tim Cook persönlich für das zweite Quartal 2026. Die Lieferzeiten für verschiedene Mac-Modelle liegen derzeit zwischen zwei und drei Wochen. Beim High-End-Modell Mac Studio mit M4-Max-Chip warten Kunden sogar bis zu 70 Tage.

Technische Einordnung: Zwischen iPhone-Erbe und M4-Konkurrenz

Das MacBook Neo nimmt eine Sonderrolle im Apple-Universum ein. Es nutzt eine „gebinned“ Version des A18-Pro-Chips – eine Maßnahme, um überschüssige iPhone-16-Pro-Chips zu verwerten, als deren Produktion auslief. Mit seinem 13-Zoll-Display ist es als Einstiegsgerät für Studenten und Gelegenheitsnutzer konzipiert.

Doch interne Konkurrenz macht dem Neo das Leben schwer. Das 13-Zoll MacBook Air mit M4-Chip, 16 GB RAM und 256 GB SSD fiel im Handel ebenfalls auf 799 Euro. Die Preisschere zwischen dem teuren Neo und dem günstigen Air schrumpft – und macht Apples Einstiegsstrategie fragwürdig.

Für Profis hat Apple mit der M5-Serie der MacBook Pro eine andere Leistungsklasse geschaffen. Das 14-Zoll MacBook Pro mit M5-Chip (10-Core CPU/GPU, 16-Core Neural Engine) bietet bis zu 24 Stunden Videowiedergabe. Mitte Mai 2025 gewährten Händler erstmals Rabatte von über 200 Euro auf diese Modelle.

macOS 27: Der große UI-Umbruch kommt

Parallel zu den Hardware-Änderungen steht ein Software-Revolution an. Auf der WWDC am 8. Juni 2026 präsentiert Apple macOS 27 – angeblich mit dem Codenamen „Liquid Glass 2.0“. Das Design soll die Lesbarkeit auf LCD-Bildschirmen verbessern, indem Transparenz- und Schatteneffekte angepasst werden.

Das Update markiert das endgültige Ende für Intel-Macs: Die Unterstützung alter Prozessoren soll eingestellt werden. Zudem integriert Apple KI tiefer: Siri bekommt Chatbot-Funktionen auf Basis von Googles Gemini und wird enger mit der Spotlight-Suche verzahnt.

Bis dahin hält macOS 26.5 die Stellung. Das Update vom 11. Mai brachte „Power control“-Einstellungen für M4-Mac-mini, M4-iMac und das Mac Studio 2025. Ein Feature: Geräte schalten sich automatisch ein, sobald sie am Strom hängen – eine Reaktion auf Kritik an den schwer erreichbaren Power-Buttons der kompakten Desktop-Designs.

Anzeige

Viele Mac-Nutzer verschwenden täglich wertvolle Zeit mit unnötigen Klickwegen, dabei lässt sich das System mit den richtigen Griffen viel effizienter steuern. Dieser Gratis-Report stellt die 19 besten Tastenkombinationen vor, mit denen Sie sofort schneller an Ihrem Mac arbeiten. Kostenlosen PDF-Ratgeber für Mac-Shortcuts herunterladen

Analyse: Schrumpfender Markt für Einsteiger-PCs

Die Unsicherheit um das MacBook Neo spiegelt die Krise der gesamten PC-Branche wider. Marktforscher von IDC prognostizieren für 2026 einen Rückgang des PC-Marktes um 11,3 Prozent. Apples Mac-Umsatz lag im zweiten Quartal 2024 bei rund 7,7 Milliarden Euro – doch der Trend zeigt nach unten.

Die „Speicherkrise“ ist der Brandbeschleuniger. Da KI-Infrastruktur den Großteil der Halbleiterproduktion absorbiert, müssen Hersteller die 90-prozentigen DRAM-Kostensteigerungen entweder schlucken oder an die Kunden weitergeben. Apple priorisiert offenbar die profitablen Segmente und verschlankt das untere Ende des Sortiments.

Für Verbraucher bedeutet das: Der aktuelle Preis von 589 Euro für das MacBook Neo ist ein Auslaufmodell. Sollte Apple die 256-GB-Version tatsächlich streichen, wird der Einstieg in die Mac-Welt über Nacht 200 Euro teurer. Die Grenzen zwischen MacBook Neo und MacBook Air verschwimmen dann zusehends.

Ausblick: Was bringt die zweite Jahreshälfte?

Nach der WWDC im Juni startet im Juli die öffentliche Beta von macOS 27. Die finale Version wird für September erwartet – zeitgleich mit den neuen M5-Max- und Ultra-Chips, deren Speicherbandbreite angeblich 1,0 TB/s übersteigen soll, um anspruchsvolle KI-Aufgaben lokal zu bewältigen.

Während sich das Profi-Segment in Richtung Höchstleistung bewegt, bleibt die Zukunft des „Mac für jedermann“ vom Speichermarkt abhängig. Steigen DRAM- und NAND-Preise wie prognostiziert, dürfte das 699-Euro-Notebook bald Geschichte sein. Ob Apple sein Produktionsziel von 10 Millionen Neo-Einheiten halten kann oder ob Lieferengpässe und hohe Kosten zu einer dauerhaften Konsolidierung des Einstiegssegments führen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69310555 |