MacBook Neo: Apple erwägt Ende des 599-Euro-Einstiegsmodells
12.05.2026 - 06:00:52 | boerse-global.deBranchenkreisen zufolge könnte der Konzern die 256-GB-Version des MacBook Neo noch in diesem Quartal einstellen.
Der Erfolg wird zum Problem
Als Apple Anfang März das MacBook Neo vorstellte, war die Überraschung perfekt: Ein brandneues MacBook für 599 Euro – direkt gegen High-End-Chromebooks und günstige Windows-Laptops positioniert. Das Gerät mit 13-Zoll-Liquid-Retina-Display und farbigem Aluminiumgehäuse (Silber, Indigo, Blush, Citrus) wurde sofort zum Verkaufsschlager.
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Die Nachfrage übertraf Apples kühnste Erwartungen. Ursprünglich plante der Konzern mit rund fünf Millionen produzierten Einheiten – inzwischen wurde die Zielmarke auf fast zehn Millionen verdoppelt. Doch selbst diese Aufstockung reicht nicht: Der Apple Store zeigt für die meisten Konfigurationen Lieferzeiten von zwei bis drei Wochen. In einer Investorenkonferenz räumte das Management ein, die Begeisterung für ein MacBook unter 600 Euro deutlich unterschätzt zu haben.
Das Herzstück des Neo ist der A18 Pro-Chip – derselbe Prozessor, der auch im iPhone 16 Pro steckt. Diese Entscheidung galt zunächst als genialer Kostenkiller: Apple konnte sogenannte „Binned"-Chips verwenden, also Prozessoren mit kleinen Fehlern in Nebenrechenkernen, die für alltägliche Aufgaben aber völlig ausreichen.
Das Ende der 599-Euro-Ära
Doch genau diese Rechnung geht nicht mehr auf. Grund ist eine regelrechte DRAM-Krise, die die gesamte Unterhaltungselektronik erfasst hat. Die Preise für Speicherbausteine sind in den letzten Monaten explodiert – angetrieben durch den gigantischen Bedarf an Hochleistungs-RAM für KI-Rechenzentren.
Hinzu kommt: Der Vorrat an fehlerhaften A18 Pro-Chips ist aufgebraucht. Apple muss laut Branchenberichten frische, voll funktionsfähige Prozessoren bei TSMC ordern – zu deutlich höheren Stückkosten. Das frisst die ohnehin dünnen Margen des Einstiegsmodells vollständig auf.
Die Strategie, günstige Speichervarianten diskret aus dem Sortiment zu nehmen, hat Apple bereits mehrfach angewandt. Erst Anfang Mai verschwand das 256-GB-Basismodell des Mac mini – der Einstiegspreis stieg damit auf 799 Euro. Ähnliche Anpassungen gab es bei Mac Studio und MacBook Pro.
Bildungskurs: Sonderkonditionen unter Druck
Das MacBook Neo war Apples Trumpfkarte im Bildungssektor. Zum Studentenpreis von 499 Euro sollte es junge Nutzer an das macOS-Ökosystem binden. Doch die schmalen Margen auf diese Geräte zwingen den Konzern nun zu Gegenmaßnahmen.
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Seit dem 8. Mai gilt in mehreren großen Märkten Schluss mit dem jahrelangen „Ehrenkodex" für Bildungsrabatte. Käufer müssen ihren Studenten- oder Lehrerstatus jetzt über die Plattform UNiDAYS verifizieren. Branchenbeobachter sehen darin einen klaren Schutzmechanismus: Das günstige MacBook Neo soll tatsächlich bei seiner Zielgruppe landen – und nicht bei Schnäppchenjägern, die den regulären Preis umgehen wollen.
In Indien zeichnet sich das Ende der 256-GB-Version bereits ab. Dort wird das Modell, ursprünglich für umgerechnet rund 770 Euro gestartet, bei Drittanbietern wie Amazon mit massiven Rabatten angeboten. Analysten werten dies als gezielte Lagerräumung vor der offiziellen Einstellung.
Ausblick: Was kommt nach dem 599-Euro-MacBook?
Sollte Apple die 256-GB-Version tatsächlich einstellen, wird das 512-GB-Modell für 699 Euro zum neuen Einstieg. Die Frage ist: Kann ein Gerät für knapp 700 Euro noch als „Budget-MacBook" durchgehen?
Um den Preisschock abzufedern, kursieren Gerüchte über frische Farbvarianten oder kleine Feature-Updates – etwa die Standardisierung von Touch ID über alle Konfigurationen hinweg. Das würde den höheren Basispreis zumindest argumentativ untermauern.
Trotz der drohenden Preiserhöhung bleibt das MacBook Neo ein zentraler Baustein der Apple-Strategie. Mit einem günstigen Einstiegsgerät will der Konzern seine Mac-Gesamtauslieferungen im Jahr 2026 auf 25 Millionen Einheiten steigern. Wer das Gerät noch zum ursprünglichen Preis ergattern möchte, sollte sich beeilen – Analysten rechnen noch vor Ende des laufenden Quartals mit dem Wechsel zum teureren Basismodell.
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