MacBook Air: Passive Kühlung bremst M5 bei Dauerlast um 40%
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 21:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Was bei kurzen Alltagsaufgaben glänzt, offenbart bei Dauerlast deutliche Schwächen.
Die Strategie, auf aktive Kühlung zu verzichten, geht auf den M1-Chip aus dem Jahr 2020 zurück. Damals ermöglichte die Effizienz des Apple-Siliziums erstmals ein lüfterloses Notebook. Aktuelle technische Analysen vom Juli 2026 zeigen nun, wie dieses passive Design die Balance zwischen Leistung und den physikalischen Grenzen eines ultradünnen Gehäuses hält.
So funktioniert die passive Kühlung
Das Herzstück der Kühlung ist ein interner Aluminium-Wärmeverteiler, der die Abwärme vom Prozessor ableitet. Diese Energie wird anschließend an das Metallgehäuse weitergegeben, das als sekundärer Kühlkörper dient. Da kein mechanischer Lüfter verbaut ist, bleibt das Gerät extrem flach – das aktuelle 13,6-Zoll-Modell wiegt gerade einmal 1,24 Kilogramm.
Interessant: Selbst das neue M5-MacBook Air nutzt denselben Basis-Chip wie das günstigste MacBook Pro. Der Unterschied liegt einzig im Innenleben – ohne Lüfter ist eine andere Anordnung der Komponenten nötig.
Benchmark-Vergleich: Luft nach oben
Die Leistungsdaten des M5-MacBook Air sind auf den ersten Blick beeindruckend. Im Geekbench 6 erreicht es einen Single-Core-Wert von 4.197 Punkten und einen Multi-Core-Wert von 16.997 Punkten. Das Basis-M5-MacBook Pro liegt mit 4.223 beziehungsweise 17.471 Punkten nur knapp darüber.
Der entscheidende Unterschied zeigt sich bei längerer Belastung. Während das Air anfangs volle Leistung liefert, drosselt es bei anhaltender Hitzeentwicklung die Taktraten. Im Spiel Cyberpunk 2077 etwa lief das MacBook Pro rund 40 Prozent schneller – sein aktives Kühlsystem verhindert die Leistungsreduzierung, die beim Air unvermeidbar ist.
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KI-Workloads: Speicher wird zur entscheidenden Hürde
Die thermischen Einschränkungen betreffen besonders lokale KI-Anwendungen. Entscheidend ist hier nicht allein die Prozessorleistung, sondern vor allem der Arbeitsspeicher:
- 8 GB RAM: Nur kleine Modelle wie Phi 3 Mini laufen flüssig
- 16 GB RAM: Modelle mit 7 Milliarden Parametern erreichen 15 bis 25 Tokens pro Sekunde
- 24 GB RAM: Auch 13- oder 14-Milliarden-Parameter-Modelle sind möglich
Doch auch mit viel Speicher bleibt das Problem: Längere KI-Sitzungen führen auf dem lüfterlosen Air zur Drosselung, wodurch die Textgenerierung mit der Zeit langsamer wird.
Apples Zukunftspläne und die Konkurrenz
Apple stellt offenbar seine Chip-Strategie um. Gerüchten zufolge könnte das Unternehmen die M6 Pro- und M6 Max-Varianten überspringen und direkt zu einer neuen Serie übergehen. Die M6-Familie soll Ende 2026 erscheinen.
Spannender wird es für die erste Jahreshälfte 2027: Dann soll ein neu gestaltetes MacBook Pro mit dem M7-Chip kommen. Dieser wird voraussichtlich im 2-nm-Verfahren von TSMC gefertigt und eine Speicherbandbreite von 240 GB/s bieten – 56 Prozent mehr als die M5-Generation. Ein „MacBook Ultra" mit Touchscreen und M5 Pro- beziehungsweise M5 Max-Chips wird ebenfalls erwartet.
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Während Apple auf passive Kühlung setzt, gehen andere Hersteller eigene Wege. Der ThundeRobot ZERO Air 16 etwa wird ab dem 10. Juli 2026 in Shanghai vorgestellt. Mit einem Kohlefaser-Chassis, RTX 5070 und Intel Core Ultra 7 wiegt das als leichtestes 16-Zoll-Gaming-Notebook beworbene Gerät nur 1,64 Kilogramm.
Zukunftstechnologie: Kühlung ohne Lüfter und ohne Drosselung
Ein vielversprechender Ansatz kommt von der Firma Ventiva. Deren elektrohydrodynamische (EHD) Kühlung arbeitet ohne bewegliche Teile – sogenannte „Ionen-Kühlung". Erste Prototypen mit Partnern wie Asus sind bereits in der Entwicklung. Sollte die Technik marktreif werden, könnten künftige Laptops bis zu 45 Prozent der Hauptplatine zurückgewinnen, die heute von Lüftern belegt wird. Die Akkukapazität ließe sich so von 65 Wh auf 90 Wh steigern.
