M4-Chip, Neural

M4-Chip: Neural Engine erreicht 38 Billionen Operationen pro Sekunde

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 17:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Patches machen Apples M4-SoC bootfähig für Linux. Canonical treibt Arm64-Unterstützung voran und veröffentlicht nativen Steam-Client.

Linux-Kernel-Patches bringen M4-Chip ins Open-Source-Ökosystem
M4-Chip - Nahaufnahme eines leuchtenden, komplexen Mikrochips mit fortschrittlicher Schaltung vor unscharfem Hintergrund eines modernen Serverraums. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die ersten Software-Patches für den Linux-Kernel bringen Apples M4-Chip einen großen Schritt näher an das Open-Source-Ökosystem. Entwickler veröffentlichten am Mittwoch die notwendigen Device-Tree-Anpassungen, um das System-on-a-Chip bootfähig zu machen – ein Meilenstein für die Integration der neuesten Apple-Silicon-Generation in die Linux-Welt.

Erste Kernel-Patches für M4 veröffentlicht

Die neuen Patches zielen darauf ab, den Linux-Kernel auf dem M4-SoC zum Laufen zu bringen. Der aktuelle Kernel 7.2 unterstützt zwar bereits den Vorgänger M3, doch diese Implementierung gilt noch nicht als alltagstauglich. Mit den neuen Code-Beiträgen beginnt nun die eigentliche Arbeit, die M4-Architektur in den Hauptentwicklungszweig von Linux zu integrieren.

Parallel dazu treibt Canonical die Arm64-Kompatibilität voran. Der Ubuntu-Mutterkonzern kündigte Kernel-Live-Patching für die Arm64-Versionen von Ubuntu 26.04 und Ubuntu Core 26 an. Um das Desktop-Erlebnis auf Arm-Systemen zu verbessern, veröffentlichte Canonical zudem eine native Arm64-Version des Steam-Clients und verlagerte Arm64-Softwarepakete auf die primären Archiv-Server.

MacBook Pro mit M4 Pro: Innenleben grundlegend überarbeitet

Ein technischer Teardown des MacBook Pro mit M4-Pro-Chip offenbarte am Mittwoch erhebliche interne Veränderungen – trotz vertrauter äußerer Hülle. Ingenieure entdeckten ein neu gestaltetes Logic Board mit einem größeren Kühlkörper, der die thermischen Anforderungen des neuen Siliziums bewältigen soll.

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Das Gerät setzt weiterhin auf dehnbare Akku-Klebestreifen und Pentalobe-Schrauben, das Innenleben bleibt komplex. Zwar sind einige Anschlüsse einzeln austauschbar, doch Komponenten wie der MagSafe-Anschluss und der SD-Kartenleser sind fest auf der Hauptplatine verlötet. Die Abhängigkeit von Teil-Paarungen und Kalibrierungsanforderungen schränkt die unabhängige Reparierbarkeit des Profi-Laptops weiterhin ein.

Im Tablet-Segment positioniert sich das iPad Air mit M4-Chip als Mittelklasse-Alternative zum iPad Pro. Nach der Markteinführung im März zeigen aktuelle Hardware-Analysen, dass die Ausstattung mit 12 GB RAM und dem M4-Prozessor die Leistungslücke zwischen Air und Pro deutlich verkleinert.

KI-Beschleunigung: Neural Engine liefert 38 Billionen Operationen pro Sekunde

Die M4-Architektur basiert auf einem 3-Nanometer-Prozess der zweiten Generation und treibt die KI-Leistung massiv voran. Der Neural Engine erreicht 38 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) – mehr als das Doppelte der 18 TOPS des M3-Vorgängers.

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Softwareentwickler nutzen diese Reserven bereits. Die am Dienstag veröffentlichte Version 0.31 von Ollama führt Multi-Token-Vorhersage für das Modell Gemma 4 auf Apple Silicon ein. Diese Optimierung steigert die Token-Generierungsgeschwindigkeit bei bestimmten Programmier-Benchmarks um rund 90 Prozent – vorausgesetzt, der Mac verfügt über mindestens 16 GB RAM. Die Leistungssteigerung erfolgt automatisch und ohne Qualitätseinbußen.

Forensik-Dienst für M1 bis M4 gestartet

Die M4-Einführung treibt auch neue Dienstleistungen für Unternehmen und Justiz voran. Am Dienstag startete Replus einen spezialisierten Digital-Forensik-Dienst für Apple-Silicon-Macs der Generationen M1 bis M4.

Der Service umgeht die Verschlüsselung der Secure Enclave und ermöglicht die Wiederherstellung und Analyse von Systemprotokollen, gelöschten Dateien und Browser-Verläufen. Die forensischen Werkzeuge nutzen Schreibblocker, um die Integrität der Beweisdaten für juristische Zwecke zu sichern. Zielgruppen sind unter anderem Ermittlungen zu Datenschutzverletzungen, interne Arbeitskonflikte und die Aufarbeitung von Cyberangriffen.

Auch Zubehör-Hersteller reagieren auf die neue Hardware. Orico brachte am Dienstag die MiniLink-Serie auf den Markt – ein USB4-Dual-SSD-Hub mit 40 Gbit/s Bandbreite, der bis zu 16 TB zusätzlichen Speicher für das M4-basierte Mac mini bereitstellt.

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