M. by jaam: JAAM Automation koordiniert KI-Agenten und Geschäftsprozesse
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Technologieunternehmen JAAM Automation hat mit M. by jaam eine neue Softwareplattform vorgestellt, die den Einsatz von menschlichen Arbeitskräften, etablierten Geschäftssystemen und autonomen KI-Agenten zentral koordinieren soll.
Wie das Unternehmen in einem Bericht mitteilte, zielt die Lösung darauf ab, künstliche Intelligenz schrittweise in bestehende Unternehmensprozesse einzubinden. Kernkomponente des Systems ist eine sogenannte Context Engine, welche die notwendigen Daten und Prozesskontexte für automatisierte Abläufe bereitstellt.
Kluft zwischen individueller Nutzung und unternehmensweiter Skalierung
Hintergrund der Plattforminitiative ist die Diskrepanz zwischen dem verbreiteten Einsatz von KI-Werkzeugen und deren messbarem wirtschaftlichen Ertrag auf Organisationsebene. JAAM Automation verweist hierbei auf Erhebungen der Unternehmensberatung McKinsey, wonach 88 Prozent der Organisationen künstliche Intelligenz nutzen, aber lediglich 7 Prozent diese Technologien vollständig skaliert haben.
Während 80 Prozent der Beschäftigten eine höhere individuelle Produktivität feststellen, verzeichnen bisher nur 37 Prozent der Unternehmen einen positiven Effekt auf das operative Ergebnis (EBIT).
Die schrittweise Orchestrierung soll Unternehmen dabei unterstützen, Pilotprojekte verlässlicher in den Produktivbetrieb zu überführen. Auf die noch zögerliche Wertschöpfung deuten auch andere Branchenerhebungen hin: Eine von SAP zitierte Umfrage des Analystenhauses Futurum unter 833 Befragten ergab, dass 73,3 Prozent der externen KI-Käufer einen noch nicht realisierten oder auf Pilotprojekte begrenzten Return on Investment (ROI) verzeichnen. Einen dauerhaften ROI im großen Maßstab meldeten lediglich 12,6 Prozent der Befragten.
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Großes Marktpotenzial bei systemübergreifender Koordination
Das Marktpotenzial für Plattformen, die solche Koordinationsaufgaben übernehmen, gilt als erheblich. Die Strategieberatung Bain beziffert in ihrem Technology Report 2026 das Marktpotenzial für agentische KI zur Automatisierung systemübergreifender Koordinationsarbeit allein in den USA auf 100 Milliarden US-Dollar.
Davon seien derzeit noch mehr als 90 Prozent unerschlossen, während Anbieter bislang rund 4 bis 6 Milliarden US-Dollar erzielen konnten. Unter Einbeziehung vergleichbarer Märkte in Kanada, Europa, Australien und Neuseeland schätzt Bain das weltweite Potenzial auf rund 200 Milliarden US-Dollar.
Wachsender Wettbewerb um adaptive Prozesssteuerung
Mit dem Vorstoß bewegt sich JAAM Automation in einem dynamischen Marktumfeld, in dem zahlreiche Anbieter an der Verknüpfung von deterministischer Prozessautomatisierung und autonomen Agenten arbeiten.
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So stellte der Automatisierungsspezialist UiPath mit Cartographer einen Agenten vor, der durch Mitarbeiterinterviews geprüfte Prozesslandkarten erstellt, während folgenreiche Aktionen weiterhin menschlicher Freigabe unterliegen. Das System kann aus wiederkehrenden Entscheidungen feste Regeln ableiten, etwa indem Rechnungen über 10.000 US-Dollar automatisch zur Freigabe weitergeleitet werden.
Auch der Softwarekonzern SAP kündigte am 22. September 2026 beim Transformation Excellence Summit in Atlanta neue Funktionen für Signavio, LeanIX, WalkMe und Cloud ALM an, um KI-Agenten engmaschiger mit Geschäftsprozessen und Governance-Vorgaben zu verknüpfen.
Gleichzeitig positionieren sich Integrationsplattformen wie Boomi, das von Forrester im Bericht für das dritte Quartal 2026 als führender Anbieter für adaptive Prozessorchestrierung eingestuft wurde, an der Schnittstelle von Hybridbetrieb und agentenbasierter Automatisierung.
Vor diesem Hintergrund spiegelt der Start von M. by jaam das branchenweite Bestreben wider, KI-Agenten aus isolierten Funktionssilos herauszuholen und in überprüfbare Unternehmensabläufe einzubinden.
