Lupus-Therapie, Patienten

Lupus-Therapie: 14 von 15 Patienten erreichen dauerhafte Remission

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 10:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Klinische Studien zeigen langjährige Remissionen bei Lupus und MS durch CAR-T-Zellen und mRNA-Vakzine. Pharmariesen investieren Milliarden.

Zelltherapien: Neue Ära in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen
Nahaufnahme von stilisierten T-Zellen und B-Zellen, die in einem Mikroskopfeld interagieren, mit leuchtenden Pfaden, die zelluläre Prozesse darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt Symptome zu unterdrücken, setzen Forscher nun auf zellbasierte Verfahren, die das Immunsystem dauerhaft zurücksetzen sollen. Erste klinische Ergebnisse zeigen: langjährige Remissionen ohne Medikamente sind möglich.

CAR-T-Zellen: Dreifache Autoimmunerkrankung besiegt

Ein Fall am Universitätsklinikum Erlangen sorgt für Aufsehen. Eine 47-jährige Patientin litt gleichzeitig an drei Autoimmunerkrankungen – autoimmunhämolytische Anämie (AIHA), immunthrombozytopenische Purpura (ITP) und Antiphospholipid-Syndrom (APS). Tägliche Bluttransfusionen waren nötig.

Nach einer Behandlung mit CD19-gerichteten CAR-T-Zellen änderte sich alles. Die Patientin erreichte eine vollständige Remission, benötigt seit 14 Monaten keine Transfusionen mehr. Prof. Fabian Müller spricht von einem „bemerkenswert tiefgreifenden und schnellen" Ansprechen. Die Ergebnisse veröffentlichte das Fachjournal Med.

mRNA-Vakzine: 14 von 15 Lupus-Patienten in Remission

Parallel dazu liefert das National Institutes of Health (NIH) vielversprechende Daten. Eine Phase-1-Studie, veröffentlicht in Nature, testete personalisierte mRNA-Vakzine an 15 Patienten mit therapierefraktärem Lupus.

Das Ergebnis: Bei 14 Teilnehmern starben die krankheitsauslösenden B-Zellen ab. Alle blieben 18 Monate lang medikamentenfrei in Remission. Die Forscher planen nun, die Technologie auf Rheuma, Typ-1-Diabetes und Morbus Crohn auszuweiten.

Erste Erfolge bei Typ-1-Diabetes

Kann man Diabetes heilen, ohne das Immunsystem zu unterdrücken? Eine schwedische Fallstudie im New England Journal of Medicine (NEJM) macht Hoffnung. Ärzte transplantierten einem Patienten genetisch modifizierte, hypoimmune Inselzellen.

Die Besonderheit: Die Zellen überlebten ohne begleitende Immunsuppression. Der Patient ist seit 14 Monaten stabil. Die Ergebnisse diskutierte die Fachwelt im Sommer 2026 auf der Jahrestagung der International Society for Stem Cell Research (ISSCR) in Montreal.

Epstein-Barr-Virus: Neue Theorie zur Multiplen Sklerose

Eine Harvard-Studie, veröffentlicht am 16. Juli 2026 in Science Translational Medicine, liefert entscheidende Erkenntnisse zur Multiplen Sklerose. Forscher wiesen nach: T-Helferzellen von MS-Patienten reagieren doppelt so stark auf das Epstein-Barr-Virus (EBV) wie die gesunder Probanden.

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Die neuesten Studien zeigen: 14 von 15 Lupus-Patienten erreichten mit einer personalisierten mRNA-Vakzine eine dauerhafte Remission – ohne Medikamente. Auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose und Typ-1-Diabetes gibt es bahnbrechende Fortschritte. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, welche neuen Therapien Ihnen helfen können und wie Sie Zugang zu klinischen Studien erhalten. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Da 99,9 Prozent der MS-Patienten eine EBV-Infektion aufweisen, gilt MS zunehmend als seltene Spätkomplikation des Virus. Die Erkenntnisse könnten die Entwicklung gezielter Impfungen beschleunigen. Auch Wirkstoffe wie Natalizumab, die T-Zellen im Gehirn blockieren, rücken in den Fokus.

Pharmariesen investieren Milliarden

Das Vertrauen in Zelltherapie-Plattformen wächst – und das zeigt sich in der Bilanz. GSK übernahm 2026 das Unternehmen Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar. Auch Johnson & Johnson stockte sein Portfolio durch die Akquisition von Firefly Bio auf.

Spezialisierte Firmen wie Kyverna fokussieren sich auf autologe CAR-T-Therapien für neurologische Autoimmunerkrankungen – darunter Myasthenia gravis und das Stiff-Person-Syndrom.

Neue Plattformen und Zulassungen

Neben den Therapien selbst gewinnen Produktionstechnologien an Bedeutung. Sartorius präsentierte mit der Eveo Cell Therapy Platform ein System zur standardisierten Herstellung von Zelltherapien.

Mesoblast erhielt die FDA-Zulassung für Ryoncil. Ein weiterer Meilenstein: Am 7. Juli 2026 erteilte die FDA eine beschleunigte Zulassung für Atacicept (Trutakna) zur Behandlung der IgA-Nephropathie. Das Medikament blockiert erstmals die Proteine BAFF und APRIL – und zeigte in Studien eine Reduktion der Proteinurie um 46 Prozent nach 36 Wochen.

Entzündungsmechanismen im Fokus

Neben zellulären Ansätzen bleibt die Modulation von Zytokinen ein zentrales Forschungsfeld. IL-1-Blocker wie Anakinra und Canakinumab zeigen Wirkung bei autoinflammatorischen Erkrankungen wie CAPS oder dem Familiären Mittelmeerfieber (FMF).

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Während 90 Prozent der FMF-Patienten auf Colchicin ansprechen, bieten IL-1-Inhibitoren eine Option für schwerere Verläufe.

An der Medizinischen Universität Graz forscht ein Team unter Beate Rinner an Lipid-Nanoemulsionen auf Basis von Omega-3-Algenöl. Die Idee: Die Emulsionen sollen als Ergänzung zu Chemotherapien dienen, die Wirksamkeit steigern und Resistenzen überwinden. Ein weiteres Beispiel für die wachsende Schnittstelle zwischen Immunologie und Onkologie.

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