Lupus-Durchbruch: CAR-T-Zellen zeigen erste klinische Erfolge
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ursprünglich gegen Krebs entwickelt, zeigen CAR-T-Zellen jetzt erste Erfolge bei schweren Autoimmunerkrankungen. Besonders vielversprechend: die Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE).
Vietnam meldet ersten Durchbruch
Das Vinmec Smart City Hospital hat die erste erfolgreiche CAR-T-Behandlung einer Lupus-Patientin bekannt gegeben. Die 28-jährige Frau litt an systemischem Lupus mit schwerer Nierenschädigung. Nach Angaben des Krankenhauses sanken die pathogenen Zellen auf ein nicht mehr nachweisbares Niveau. Die CAR-T-Zellen selbst zeigten eine gute Proliferation.
Professor Nguyen Thanh Liem, Direktor des Vinmec Instituts für Stammzell- und Gentechnologieforschung, sieht Vietnam damit in der Pionierrolle. Die Patientin konnte nach zwei Wochen entlassen werden. Ein aufgetretenes CRS-Syndrom (Zytokin-Freisetzungssyndrom) wurde erfolgreich behandelt. Die Therapie lief im Rahmen einer klinischen Studie, die das Gesundheitsministerium genehmigt hatte.
EU beschleunigt Zulassungsverfahren
Parallel zu den klinischen Erfolgen in Südostasien treiben Pharmaunternehmen die Zulassung in Europa voran. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat dem CAR-T-Wirkstoff C-CAR168 von AbelZeta Pharma den PRIME-Status (Priority Medicines) für die SLE-Behandlung verliehen. Das Präparat ist eine autologe Therapie, die gleichzeitig auf die Zielstrukturen CD20 und BCMA abzielt.
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Der regulatorische Meilenstein folgt auf die RMAT-Auszeichnung (Regenerative Medicine Advanced Therapy) der US-Arzneimittelbehörde FDA vom Mai 2025. Ziel des dualen Ansatzes: ein umfassender Immun-Reset, der die fehlgeleiteten Immunantworten nachhaltig korrigiert.
Fortschritte bei weiteren Erkrankungen
Die Forschung beschränkt sich nicht auf Lupus. Kyverna Therapeutics bereitet die Zulassung des Therapeutikums miv-cel bei der FDA vor. Die Einreichung soll bis Ende 2026 erfolgen. In einer Phase-2-Studie zum Stiff-Person-Syndrom (SPS) konnten zwei Drittel der Patienten ihre Gehhilfen ablegen. Das Unternehmen plant zudem Studien zur generalisierten Myasthenia gravis.
Auch allogene CAR-T-Zellen – sogenannte Off-the-Shelf-Produkte – rücken in den Fokus. Sie versprechen skalierbare Produktion. Fate Therapeutics präsentierte am 20. Juli Phase-I-Daten zu FT819. Bei Patienten mit behandlungsresistenter systemischer Sklerose zeigten sich bereits nach drei Monaten klinische Verbesserungen. Die Therapie war gut verträglich, ohne schwere Nebenwirkungen wie ICANS oder Graft-versus-Host-Krankheit.
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Ausblick: Breitere Anwendung in Sicht
Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen: CAR-T-Zelltherapien verlassen die reine Onkologie. Immer mehr Studien belegen ihr Potenzial bei Autoimmunerkrankungen. Die regulatorischen Beschleunigungen in Europa und den USA dürften den Weg für breitere klinische Anwendungen ebnen. Ob die Therapien langfristig halten, was sie in ersten Studien versprechen – das wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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