Lungenultraschall, Rheuma

Lungenultraschall bei Rheuma: Studie zeigt 82% Vorhersagegenauigkeit

11.06.2026 - 21:13:35 | boerse-global.de

Lungenultraschall ermöglicht strahlungsfreie Früherkennung bei Rheuma. Neue EULAR-Leitlinien und CAR-T-Zell-Therapie bieten Hoffnung für Betroffene.

Rheuma und Lupus: Neue Therapien und Früherkennung im Fokus
Lungenultraschall - Nahaufnahme von Händen, die Fürsorge und medizinische Behandlung symbolisieren, mit verschwommenem, wissenschaftlichem Hintergrund. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Medikamente sollen die Krankheit kontrollieren, ohne das Infektionsrisiko zu erhöhen. Besonders die Immunsuppression erfordert Fingerspitzengefühl: Sie verhindert schwere Verläufe, macht aber anfälliger für Infektionen.

Fortschritte in der Früherkennung

Die Prognose hängt maßgeblich davon ab, wie früh Komplikationen erkannt werden. Eine Studie der Universität Leuven, veröffentlicht in „Arthritis & Rheumatology“, untersuchte den Einsatz von Lungenultraschall bei Rheuma-Patienten mit Lungenveränderungen. Von den 81 Teilnehmern zeigte knapp ein Drittel eine Progression. Die Zunahme sogenannter B-Linien war signifikant mit dem Fortschreiten der Erkrankung verbunden. In Kombination mit einer Lungenfunktionsmessung erreichte das Verfahren eine Vorhersagegenauigkeit von 0,82 – und bietet eine strahlungsfreie Alternative zur Computertomographie.

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Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) dauert die Diagnose oft zu lange. Mediziner nennen ihn wegen seiner vielfältigen Symptome „die Erkrankung der tausend Gesichter“. Patienten leiden teils monatelang unter Fieber und Blutplättchenmangel, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Neue Therapien und Leitlinien

Krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) sind der Standard, um eine Remission zu erreichen. Für die seltene eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) hat die EULAR 2026 einen abgestuften Behandlungsansatz definiert. Bei milden Verläufen reichen Kortikosteroide, bei schweren Fällen kommen Biologika wie Mepolizumab zum Einsatz. Das Mittel kann bei 80 Prozent der Patienten die Zahl der Entzündungszellen um 65 Prozent senken. Dennoch liegt die Sterblichkeit bei EGPA fünf Jahre nach Diagnose bei rund 12 Prozent.

Ein vielversprechender Ansatz ist die CAR-T-Zell-Therapie bei schwerem, behandlungsresistentem Lupus. Erste Ergebnisse der Mayo Clinic deuten auf mögliche Remissionen und eine Reduktion der Begleitmedikation hin. Die Daten sind jedoch vorläufig und basieren auf einer kleinen Patientengruppe.

Impfen trotz Bedenken

Infektionen sind für Rheuma-Patienten besonders gefährlich – sie können sogar Autoimmunreaktionen auslösen. Experten raten daher, bei Impfungen stärker auf die Arzneimittelkinetik zu achten statt Angst vor Krankheitsschüben zu haben. Ziel ist es, bestehende Impflücken zu schließen. Gesunde Ernährung, Stressabbau und ausreichend Schlaf gelten als ergänzende Maßnahmen.

Die aktuelle Infektionslage in Deutschland zeigt eine dominierende Influenza-Welle (vorwiegend H3N2) mit einer Inzidenz von rund 8.200 Fällen pro 100.000 Einwohner. Gleichzeitig nehmen RSV-Infektionen zu – 25 Prozent der Betroffenen mussten ins Krankenhaus. SARS-CoV-2 spielt mit einem Prozent der Virusnachweise derzeit eine untergeordnete Rolle.

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Kritik gab es Anfang des Jahres an der Qualität wissenschaftlicher Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen. Eine gemeinsame Analyse von RKI und WHO untersuchte 120 systematische Reviews aus den Jahren 2011 bis 2023 – über 90 Prozent stuften die Experten als wenig vertrauenswürdig ein. Häufig fehlten Studienprotokolle oder Begründungen für den Ausschluss bestimmter Untersuchungen.

Politik und Patienteninteressen

Neben medizinischen Fragen rücken auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Fokus. Die Deutsche Rheuma-Liga forderte vor einer parlamentarischen Beratung am 12. Juni grundlegende Änderungen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Der Verband kritisiert steigende Zuzahlungen und die Deckelung der Vergütung für spezialisierte rheumatologische Leistungen. Gefordert wird unter anderem eine Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln und eine stärkere Einbindung von Betroffenenverbänden bei gesetzlichen Neuregelungen.

de | wissenschaft | 69522802 |