Lungenkrebs-Screening, Krankenkassen

Lungenkrebs-Screening: Krankenkassen übernehmen Kosten ab April

18.06.2026 - 05:30:37 | boerse-global.de

Gesetzliche Kassen zahlen ab April Lungenkrebs-Screening. Forscher präsentieren zudem neue Therapieansätze mit Botenstoffen und Licht.

Lungenkrebs-Früherkennung: Neue Screening-Regeln für Risikopatienten
Lungenkrebs-Screening - Nahaufnahme von medizinischen Displays, die Lungenbilder und molekulare Strukturen zeigen, mit einer verschwommenen Person im Hintergrund. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 1. April übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Lungenkrebsscreening. Die neue Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung (LuKrFrühErkV) macht es möglich: Risikopatienten erhalten eine Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) – schmerzfrei, strahlungsarm und in wenigen Minuten erledigt.

Anspruch haben aktive und ehemalige starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren mit mindestens 15 Packungsjahren. Parallel dazu helfen KI-gestützte Analysen, Gewebeveränderungen Jahre vor der klinischen Diagnose zu erkennen. Experten fordern jedoch weitere Studien, um das Risiko von Überdiagnosen zu minimieren.

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Botenstoff macht Immunzellen scharf

Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen haben einen vielversprechenden Ansatz vorgestellt. Der Botenstoff Itaconat kann Immunzellen so umprogrammieren, dass sie Tumore aktiv angreifen. In Versuchen mit Mäusen und menschlichem Lungengewebe gelang das bereits – indem die Itaconat-Konzentration künstlich erhöht wurde.

Einen anderen Weg geht ein Team der ETH Zürich. Die Wissenschaftler entwickelten eine Methode, um Krebszellen mit Lichtsignalen aus einem schlafähnlichen Zustand zu wecken. Ein spezieller Schalter markiert Glukokortikoid-Rezeptoren für den Abbau. Das Ziel: Therapien wirksamer machen, gesundes Gewebe aber schonen.

Raucherquoten sinken – aber nicht genug

Die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung. Daten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit zeigen: Bei Männern sinken die Neuerkrankungen seit Jahren, bei Frauen stoppte der Anstieg 2017. 2023 waren nur 0,27 Prozent der Bayern an Lungenkrebs erkrankt – einer der niedrigsten Werte bundesweit.

Hauptgrund sind sinkende Raucherquoten. Dennoch bleibt der Handlungsbedarf hoch. Auf dem Gipfel der Initiative Vision Zero in Berlin hieß es: Rund 37 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland gehen auf vermeidbare Faktoren wie Tabak zurück. Die Initiative fordert mehr Prävention und weniger Bürokratie bei Studien.

Zertifizierte Zentren als Qualitätssiegel

Im Juni erhielt das Lungenzentrum am Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen 38 solcher Spezialzentren. Sie arbeiten interdisziplinär und können selbst komplexe Fälle operabel machen – etwa durch gezielte Chemotherapien, die Tumore schrumpfen lassen.

Pharmamarkt wächst – vor allem durch Diabetesmittel

Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen steigen weiter. Im ersten Quartal 2026 lagen sie 3,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz erreichte 17,3 Milliarden Euro. Rabattverträge brachten Einsparungen von rund 2,87 Milliarden Euro.

Das stärkste Wachstum verzeichneten aber nicht Krebsmedikamente, sondern GLP-1-Agonisten mit einem Plus von über 30 Prozent.

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