Lungenkrebs, Antikörper

Lungenkrebs: Neuer Antikörper senkt Sterberisiko um 34 Prozent

06.06.2026 - 22:49:42 | boerse-global.de

Neue Studien zeigen Fortschritte bei Lungenhochdruck, Lungenkrebs und Fibrose. Ein Antikörper senkt das Sterberisiko bei Plattenepithel-Lungenkrebs um ein Drittel.

Lungenkrankheiten: Neue Antikörper-Studie senkt Sterberisiko um 34%
Lungenkrebs - Nahaufnahme eines menschlichen Lungenmodells mit blauen, leuchtenden Gefäßstrukturen, die die Lungenarterien hervorheben. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders vielversprechend: ein Antikörper, der das Sterberisiko um ein Drittel senkt.

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Lungenhochdruck: Früherkennung wird zum Schlüsselfaktor

Die pulmonal-arterielle Hypertonie gilt als selten, aber tückisch. Oft wird sie erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Neue Therapiestrategien haben die Überlebenschancen inzwischen deutlich erhöht. Betroffen sind statistisch gesehen häufiger junge Frauen – ohne Behandlung führt die Krankheit oft zu frühem Tod.

Die Forschung rückt zudem Begleiterkrankungen in den Fokus. Die sogenannte Mischkollagenose (MCTD), eine seltene Bindegewebserkrankung, ist häufig mit Lungenhochdruck verbunden. In diesem Zusammenhang gilt der Lungenhochdruck als größter Risikofaktor für eine verringerte Lebenserwartung. Entscheidend sind daher die frühzeitige Erkennung und der Start spezialisierter Therapien.

Durchbruch bei Lungenkrebs: Antikörper verlängert Leben

Auf dem ASCO-Kongress im Juni sorgten neue Daten für Aufsehen. Eine Phase-III-Studie (HARMONi-6) mit 532 Patienten untersuchte den bispezifischen Antikörper Ivonescimab. In Kombination mit Chemotherapie verlängerte er die mediane Überlebenszeit bei fortgeschrittenem Plattenepithel-Lungenkrebs auf 28 Monate – vier Monate mehr als die Standardtherapie. Das Sterberisiko sank um 34 Prozent.

Parallel dazu rücken Diabetes-Medikamente in den Fokus der Onkologie. Eine Untersuchung der Cleveland Clinic an über 12.000 Patienten zeigt: GLP-1-Rezeptor-Agonisten senken das Risiko für Metastasen bei Lungenkrebs von 22 auf 10 Prozent. Fachleute warnen jedoch, dass zur endgültigen Bestätigung randomisierte Studien fehlen.

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Seit April gibt es zudem ein neues Lungenkrebs-Screening für Risikopersonen. Künstliche Intelligenz soll die Früherkennung optimieren – computergestützte Analysen beschleunigen die Auswertung von Tumorgewebe erheblich.

Transplantation: Hohe Überlebenschancen, aber Risiken bleiben

Bei unheilbaren Erkrankungen wie chronischer Lungenfibrose bleibt die Transplantation oft die einzige Option. Aktuelle Daten aus Deutschland beziffern die Überlebensrate nach einer Lungentransplantation auf rund 90 Prozent im ersten Jahr. Die Operation dauert in der Regel zwischen drei und fünf Stunden. Langfristig zeigen die Statistiken jedoch Herausforderungen: Innerhalb von fünf Jahren tritt in etwa der Hälfte der Fälle eine chronische Abstoßungsreaktion auf.

Chirurgen verzeichnen auch Erfolge bei der Entfernung seltener Tumore. In einer Fachklinik in Wien konnte einer 77-jährigen Patientin ein 1,5 Kilogramm schwerer solitärer fibröser Tumor entfernt werden. Da diese seltene Tumorart kaum auf Chemotherapie oder Bestrahlung anspricht, ist die Operation die primäre Heilungschance.

Intensivmedizin: Neue Systeme für Multiorganversagen

Für schwerstkranke Patienten gewinnen multimodale Unterstützungssysteme an Bedeutung. Auf einer Fachveranstaltung für Intensivmedizin im Juni werden Lösungen zur gleichzeitigen Unterstützung von Leber, Lunge und Nieren präsentiert. Rund 20 Klinikern in Deutschland setzen diese Verfahren bereits ein, um bei Multiorganversagen die Überlebenschancen zu stabilisieren.

Fortschritte gibt es auch bei genetisch bedingten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – etwa erhöhte Lipoprotein(a)-Werte. Ein neuer Therapieansatz an der Berliner Charité soll Patienten mit diesem Risikoprofil künftig besser schützen.

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