Lungenkrebs, CBG

Lungenkrebs: CBG und CBC hemmen Krebszellwachstum signifikant

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher aus Rostock zeigen im Labor, dass CBG und CBC das Wachstum von Lungenkrebszellen hemmen. Weitere Studien sind nötig.

Rostocker Studie: Cannabinoide CBG und CBC gegen Lungenkrebszellen
Ein modernes medizinisches Labor mit Mikroskop und Zellkulturen in einer Petrischale für die Krebsforschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Untersuchung des Universitätsklinikums Rostock hat neue Erkenntnisse über das Potenzial spezifischer Cannabinoide bei der Bekämpfung von Lungenkarzinomen geliefert. Im Fokus der im August 2026 veröffentlichten In-vitro-Studie standen die Wirkstoffe Cannabigerol (CBG) und Cannabichromen (CBC). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese nicht-psychoaktiven Substanzen in der Lage sind, das Wachstum von Krebszellen signifikant zu beeinflussen.

Wirkmechanismen in Lungenkrebszelllinien

Die Forscher des Universitätsklinikums Rostock untersuchten die Wirkung von CBG und CBC auf die Lungenkrebszelllinien A549 und H460. Dabei konnte belegt werden, dass beide Substanzen sowohl eine Apoptose – den programmierten Zelltod – als auch eine mitochondriale Dysfunktion in den Krebszellen induzieren. Diese Prozesse führen dazu, dass die Vitalität der bösartigen Zellen entscheidend beeinträchtigt wird.

Besonders hervorzuheben ist laut den Studienergebnissen vom 3. August 2026 die Rolle von CBG. Dieses Cannabinoid erwies sich als effektiver im Vergleich zu CBC. Die Analyse der Signalwege ergab, dass CBG seine Wirkung primär über den Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor alpha (PPAR?) entfaltet. Da beide untersuchten Stoffe keine psychoaktiven Wirkungen aufweisen, gelten sie als vielversprechende Kandidaten für künftige therapeutische Ansätze, wobei die Wissenschaftler betonten, dass weitere Forschung zwingend erforderlich sei. Die vollständige Arbeit wurde unter dem Titel „Germany: In vitro study demonstrates efficacy of CBG and CBC in lung cancer“ in englischer Fassung publiziert.

Einordnung in den Kontext der internationalen Laborforschung

Die Ergebnisse aus Rostock stehen in einer Reihe mit weiteren internationalen Forschungsbemühungen, die sich Anfang August 2026 mit der Wirkung von Cannabisextrakten befassten. So untersuchte eine Laborstudie der Mahidol-Universität, deren Resultate am 1. August 2026 in der Fachzeitschrift BMC Complementary Medicine and Therapies veröffentlicht wurden, einen THC-dominierten Cannabisextrakt mit einem Gehalt von 48,23 % ?9-THC.

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In dieser Untersuchung an B16-F10-Mausmelanomzellen konnte nachgewiesen werden, dass der Extrakt bei einer Konzentration von 25 µg/ml den durch UVB-Strahlung induzierten oxidativen Stress senkt. Zudem zeigte sich, dass die MITF-Genexpression bei einer Dosierung von 100 µg/ml teilweise wiederhergestellt werden konnte. Trotz dieser Laborerfolge ist eine Anwendung in Kosmetikprodukten innerhalb der Europäischen Union aufgrund des dort geltenden THC-Verbots derzeit nicht möglich.

Parallel dazu berichteten israelische Forscher am 1. August 2026 im Journal of Cannabis Research über Erfolge bei der Hemmung von Enzymen, die mit der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung stehen. Vier untersuchte Cannabisextrakte hemmten das Enzym BChE viermal stärker als das herkömmliche Vergleichsmittel Galantamin. Die aktiven Bestandteile wurden hier als CBDA und CBGA identifiziert. Wie bei der Rostocker Studie handelte es sich auch hierbei ausschließlich um In-vitro-Versuche.

Herausforderungen bei der klinischen Umsetzung

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Während Zellkulturstudien wertvolle Hinweise auf molekulare Mechanismen liefern, bleibt die Übertragbarkeit auf den menschlichen Organismus eine zentrale Hürde. Einen Schritt weiter geht die im Jahr 2026 in den USA durchgeführte LiBBY-Studie. Diese untersuchte die Wirkung einer Kombination aus THC und CBD auf Agitationen bei Patienten in späten Stadien einer Demenz.

In dieser klinischen Beobachtung zeigten fast 90 % der Teilnehmer nach einem Zeitraum von 12 Wochen eine Verbesserung ihres Zustands. Erste signifikante Reduktionen der Symptome konnten bereits nach 2 Wochen festgestellt werden. Die Forscher wiesen jedoch darauf hin, dass handelsübliche Produkte oft nicht die Qualität der in der Studie verwendeten Präparate erreichten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit standardisierter pharmazeutischer Wirkstoffe, wie sie auch für die weitere Erforschung der in Rostock beobachteten Effekte von CBG und CBC bei Lungenkrebs notwendig wären.

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