Luftwaffe modernisiert: 400 unbemannte Jagdbomber bis 2030 geplant
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 10:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundeswehr bereitet die Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte vor und plant die Beschaffung von rund 400 Jagdbomberdrohnen. Diese unbemannten Systeme sollen bis zum Jahr 2030 als Nachfolge für die Tornado-Flotte bereitstehen. Aktuell bewerben sich vier Bietergruppen um den umfangreichen Auftrag: das Technologieunternehmen Helsing, der Luftfahrtkonzern Airbus, ein Konsortium aus Rheinmetall und Boeing sowie General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI).
Die angestrebten Drohnen zeichnen sich durch eine Länge von etwa 10 Metern und ein Gewicht von 4 Tonnen aus. Aufgrund ihres speziellen Designs sind sie für Radar schwer ortbar. Ein wesentlicher ökonomischer Faktor bei der Beschaffung ist das Kosteneinsparpotenzial: Die Kosten für diese unbemannten Systeme liegen laut Berichten bis zu 90 Prozent unter denen bemannter Kampfflugzeuge.
Technologische Ansätze der Wettbewerber
Helsing tritt mit dem Modell CA-1 Europa an, das in der Gewichtsklasse zwischen 3 und 5 Tonnen angesiedelt ist. Die Drohne wird KI-gesteuert und ist für Luft-Boden-Einsätze konzipiert. Ein zentrales Element der CA-1 ist ein KI-Sensor von Hensoldt. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft, die bereits im Februar 2026 begründet wurde, liefert Hensoldt das CAIRAS-Raketenwarnsystem. Dieses passive Infrarotsystem bietet eine 360-Grad-Abdeckung und wird als Teil eines Selbstschutzsystems erstmals auf einer Drohne eingesetzt. Der Erstflug der CA-1 Europa ist für Anfang 2027 geplant, eine Auslieferung könnte ab 2029 erfolgen. Helsing selbst verzeichnete zuletzt ein starkes Wachstum und wird mit 12 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem das Unternehmen 1,8 Milliarden Euro an Kapital eingesammelt hat.
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Rheinmetall kooperiert für das Vorhaben mit dem US-Hersteller Boeing. Das Angebot basiert auf der MQ-28 Ghost Bat Block 3. Diese Weiterentwicklung verfügt über eine um 25 Prozent vergrößerte Flügelfläche und einen auf 12.000 lbs gesteigerten Schub. Die Reichweite wird mit über 2.000 nautischen Meilen angegeben. Die MQ-28 verfügt über interne Waffenschächte für eine AIM-120 oder zwei Small Diameter Bombs (SDB) sowie externe Stationen für bis zu fünf AMRAAM-Lenkwaffen. Eine Auslieferung an die Bundeswehr wäre bei diesem Modell ebenfalls ab 2029 möglich.
Airbus-Strategie und zeitliche Planung
Airbus verfolgt einen zweigleisigen Ansatz. Das Unternehmen bewirbt sich einerseits mit der Valkyrie des Partners Kratos. Andererseits treibt der Konzern die Eigenentwicklung U760 Ravenstorm voran, die für Einsätze in den 2030er Jahren vorgesehen ist. Die Ravenstorm hat eine Länge von 43 Fuß und eine Spannweite von 33 Fuß. Das Stealth-Design der Drohne basiert auf den technologischen Erfahrungen mit dem Barracuda-Projekt. Airbus strebt einen Einsatz dieses Modells ab dem Jahr 2032 an.
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Rahmenbedingungen für die Rüstungsbeschaffung
Die Ausschreibung findet vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben in Deutschland statt. Der Verteidigungshaushalt soll bis zum Jahr 2029 auf insgesamt 162 Milliarden Euro anwachsen. Flankiert wird diese Entwicklung durch ein modernisiertes Vergaberecht, das darauf abzielt, die Beteiligung von Start-ups an staatlichen Rüstungsprojekten gezielt zu fördern. Während GA-ASI ebenfalls als Bewerber feststeht, sind zu deren spezifischem Angebot für dieses Projekt derzeit noch weniger Details öffentlich bekannt. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe wird maßgeblich die technologische Ausrichtung der deutschen Luftverteidigung für das kommende Jahrzehnt bestimmen.
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