Low-Code-Boom, Milliarden

Low-Code-Boom: 41 Milliarden Euro Markt 2026, 75% neue Apps

15.06.2026 - 23:45:35 | boerse-global.de

Wabi, Wix und Microsoft treiben mit KI und No-Code die Demokratisierung der App-Entwicklung voran. Neue Tools senken Einstiegshürden.

App-Entwicklung im Wandel: KI und No-Code-Plattformen boomen
Low-Code-Boom - A glowing network of digital modules and lines, symbolizing interconnected mini-apps, with a hand interacting with a holographic interface. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Plattformen starten heute mit neuen Angeboten, die Künstliche Intelligenz und No-Code-Lösungen in den Mittelpunkt stellen. Der Trend ist klar: Apps sollen schneller, günstiger und für jeden zugänglich werden.

Wabi bringt Mini-Apps aufs iPhone

Das Unternehmen Wabi, Inc. hat heute seine gleichnamige Plattform im App Store veröffentlicht. Mit Wabi 1.9.1 können Nutzer ohne Programmierkenntnisse eigene Mini-Apps für iOS 26.0 erstellen. Die Anwendung zielt auf einen Markt, der rasant wächst: Marktforscher von Gartner prognostizieren für 2026 ein Volumen von umgerechnet rund 41 Milliarden Euro für den Low-Code-Sektor. Rund 75 Prozent aller neuen Anwendungen sollen demnach mit Low-Code- oder No-Code-Methoden entstehen.

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Die Nachfrage ist enorm – Unternehmen suchen händeringend nach Wegen, die Lücke zwischen fachlichen Anforderungen und technischer Umsetzung zu schließen. Wabi könnte hier eine Antwort sein.

Wix und Microsoft: Partnerschaft für die Cloud

Doch nicht nur reine No-Code-Tools boomen. Der Webanbieter Wix und Microsoft haben heute eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Die Wix-Harmony-Funktionen zur Website- und App-Erstellung werden direkt in Microsoft 365 Copilot integriert. Nutzer können künftig per Sprach- oder Texteingabe Commerce-, Buchungs- und SEO-Funktionen generieren und verwalten – direkt aus ihrem gewohnten Arbeitsablauf heraus.

Das dürfte besonders für kleine und mittelständische Unternehmen interessant sein, die ihre Online-Präsenz ohne teure Agenturen ausbauen wollen.

KI-Filme aus Shanghai: MiniMax zeigt „Hub"

Parallel zu diesen Produktivitätstools hält KI auch Einzug in die kreative Welt. Auf dem Internationalen Filmfestival in Shanghai hat das Unternehmen MiniMax heute „Hub" vorgestellt – einen KI-Videogenerator der nächsten Generation. Das Besondere: Der „Human-in-the-Loop"-Ansatz. Mit den Funktionen „Skill" und „Memory" behalten Nutzer die Kontrolle über die KI-generierten Inhalte. Eine Integration von MiniMax-Modellen in die Plattform Kapwing für Musik- und Videoproduktion folgte bereits.

Apple verbessert die App-Suche

Auch Apple hat heute nachgelegt. Der Konzern führt im App Store die Funktion „Personalized Collections" ein. Maschinelles Lernen analysiert das Download- und Nutzungsverhalten und schlägt passende Apps vor. Transparenz ist dem Konzern wichtig: „App Notes" erklären, warum eine bestimmte Software empfohlen wird.

Für Entwickler gibt es neue „Creative Assets" – Bilder und Videos im 3:2-Format für Produkt-Header und Suchergebnisse. Ein Asset Library in App Store Connect, das im Herbst 2025 vollständig verfügbar sein soll, erlaubt die Einreichung dieser Marketingmaterialien unabhängig von App-Updates. Und der Mac App Store hat die Unterstützung für Intel-basierte Macs endgültig eingestellt – der Übergang zu Apples eigener Chip-Architektur ist damit abgeschlossen.

Die Kostenfrage: Plattform oder Eigenentwicklung?

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So verlockend die neuen Werkzeuge sind – die Kostenfrage bleibt komplex. Aktuelle Analysen zeigen eine enorme Spannbreite:

  • Plattform-basierte Entwicklung: Monatliche Kosten zwischen 25 und 500 Euro. Ideal für kleinere Projekte, aber oft mit Skalierungsproblemen.
  • Individuelle Entwicklung: Einmalige Investitionen zwischen 150.000 und 400.000 Euro. Experten raten: Für Minimum Viable Products (MVPs) mit Budgets unter 30.000 Euro sind Plattformen die bessere Wahl. Bei größeren Projekten mit Volumen über 200.000 Euro über zwei Jahre lohnt sich die Eigenentwicklung.

Ein Risiko bleibt: Wer sich zu stark an eine Plattform bindet, zahlt bei einem Wechsel schnell. Die Kosten für eine Migration werden auf 50.000 bis 150.000 Euro geschätzt.

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