LoongLeak, Chinesische

LoongLeak: Chinesische Loongson-CPUs lecken Passwörter und Schlüssel

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher finden kritischen Hardware-Fehler in LoongArch-CPUs. Datenleck erlaubt Zugriff auf Verschlüsselungsschlüssel, ein Software-Patch ist nicht verfügbar.

Loongson-Prozessoren: Sicherheitslücke LoongLeak gefährdet sensible Daten
Ein moderner Computerprozessor auf einer Hauptplatine in einer professionellen Nahaufnahme mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In aktuellen Untersuchungen haben Experten des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit eine gravierende Schwachstelle in Prozessoren des chinesischen Herstellers Loongson identifiziert.

Unter dem Namen „LoongLeak“ beschreiben die Sicherheitsforscher einen Mechanismus, durch den Unbefugte auf sensible Informationen im L1-Cache der betroffenen Computerchips zugreifen können. Die Entdeckung betrifft die proprietäre LoongArch-Architektur, die verstärkt in Systemen zum Einsatz kommt, die eine technologische Unabhängigkeit von westlichen Standards anstreben.

Den Berichten der Forscher zufolge lecken die Prozessoren bis zu 28 Bytes an Daten aus dem schnellen Zwischenspeicher. Die Demonstration dieser Sicherheitslücke erfolgte erfolgreich an den Prozessormodellen Loongson 3A5000 sowie Loongson 3A6000. Der Angriff erlaubt es, Daten auszulesen, die für die Integrität und Verschlüsselung eines Systems von zentraler Bedeutung sind.

Laut den Untersuchungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums zählen zu den abgreifbaren Informationen unter anderem Stack-Canaries, die eigentlich als Schutzmechanismus gegen Speicherfehler dienen, sowie Root-Passwort-Hashes und kryptografische Schlüssel für das AES-Verfahren.

Risiken für virtualisierte Umgebungen

Ein besonderes Gefährdungspotenzial ergibt sich für den Betrieb von Cloud-Infrastrukturen und Rechenzentren. Wie die Experten nachweisen konnten, sind auch virtuelle Maschinen für die LoongLeak-Angriffe anfällig. Damit ist die fundamentale Sicherheitsarchitektur der Virtualisierung betroffen, die normalerweise eine strikte Trennung zwischen verschiedenen Instanzen auf derselben Hardware garantieren soll.

Angreifer könnten diese Schwachstelle theoretisch nutzen, um die Isolation zu durchbrechen und Daten aus benachbarten virtuellen Umgebungen oder vom Host-System zu extrahieren.

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Die Ursache der Problematik liegt nach Angaben der Forscher nicht in der Software, sondern in einem grundlegenden Hardware-Fehler innerhalb der kundenspezifischen LoongArch-Architektur. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Schadensbegrenzung: Da der Fehler fest in der physischen Struktur der betroffenen Chips verankert ist, existiert kein Software-Patch, mit dem sich die Lücke nachträglich schließen ließe. Nutzer der betroffenen CPU-Serien können die Schwachstelle somit nicht durch herkömmliche System-Updates beheben.

Hardware-Korrektur in neueren Generationen

Der Hersteller Loongson hat auf die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse reagiert. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Hardware-Fehler in den neuesten Chip-Generationen bereits behoben.

Für Kunden, die bereits Systeme auf Basis der Modelle 3A5000 oder 3A6000 im Einsatz haben, bleibt die Situation jedoch kritisch. Da eine Korrektur auf Software-Ebene ausgeschlossen ist, bleibt als einzige vollständige Lösung für betroffene Umgebungen der Austausch der Hardware gegen neuere, fehlerbereinigte Revisionen.

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Die Entdeckung von LoongLeak unterstreicht die Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Prozessorarchitekturen. Während Loongson mit LoongArch eine eigenständige Plattform etabliert hat, zeigen die aktuellen Befunde des Helmholtz-Zentrums, dass auch diese Architekturen vor komplexen hardwareseitigen Sicherheitsrisiken nicht gefeit sind.

Experten raten Administratoren von Systemen mit Loongson-CPUs, die Bedrohungslage für ihre spezifischen Einsatzgebiete – insbesondere in Mehrbenutzerumgebungen – genau zu bewerten.

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