Longevity: 74% wollen Sport treiben, scheitern aber an Zeitmangel
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Wunsch, gesund alt zu werden, ist in Deutschland weit verbreitet – doch zwischen Anspruch und Umsetzung klafft eine deutliche Lücke. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit aus dem August 2026, für die mehr als 1000 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren befragt wurden.
Die Ergebnisse wurden Ende August 2026 veröffentlicht und geben Einblick in die sogenannten Longevity-Strategien der Deutschen sowie in die Gründe, warum viele gute Vorsätze im Alltag untergehen.
Sport und soziale Kontakte stehen ganz oben
Laut der Umfrage würden 74 Prozent der Befragten gerne Sport treiben, um länger gesund zu bleiben. Damit ist körperliche Aktivität der meistgenannte Vorsatz. Dicht dahinter folgt der Wunsch nach mehr sozialen Kontakten, den 71 Prozent äußerten.
Auch geistige Fitness spielt eine Rolle: 62 Prozent gaben an, gerne Gehirntraining betreiben zu wollen. Weitere 59 Prozent nannten besseren Schlaf als Ziel, während 44 Prozent auf technische Hilfsmittel wie Smartwatches oder entsprechende Apps setzen würden, um ihre Gesundheit zu überwachen oder zu verbessern.
Diese Prioritätenliste zeigt, dass die Befragten ein breites Verständnis von Longevity haben, das über reine körperliche Fitness hinausgeht und auch soziale sowie kognitive Faktoren einschließt.
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Zeitmangel und fehlende Motivation als größte Bremsen
Trotz der hohen Zustimmung zu gesunden Vorsätzen scheitert die Umsetzung häufig an praktischen Hindernissen. Als größtes Problem nannten 40 Prozent der Befragten Zeitmangel. An zweiter Stelle folgen Motivations- und Disziplinprobleme, die 35 Prozent der Teilnehmer angaben.
Hier zeigt sich laut der Umfrage ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während 40 Prozent der Männer Motivationsprobleme als Hindernis nannten, waren es bei den Frauen 30 Prozent.
Auch finanzielle Aspekte spielen eine Rolle: 22 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen entsprechende Gesundheitsangebote zu teuer seien. Zudem äußerten 16 Prozent Zweifel am tatsächlichen Nutzen solcher Maßnahmen, was ebenfalls zur Zurückhaltung bei der Umsetzung beiträgt.
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Altern als natürlicher Prozess
Ein weiterer Aspekt der Umfrage betrifft die grundsätzliche Haltung zum Älterwerden: 49 Prozent der Befragten betrachten Altern als natürlichen Prozess. Diese Einstellung könnte teilweise erklären, warum nicht alle Befragten mit gleicher Konsequenz an der Umsetzung von Longevity-Maßnahmen arbeiten – wer das Altern als naturgegeben ansieht, empfindet möglicherweise weniger Handlungsdruck.
Diskrepanz zwischen Wunsch und Alltag
Insgesamt offenbart die Umfrage eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach einem gesunden, langen Leben und den praktischen Hürden, die im Alltag auftreten. Neben Zeitmangel und Motivationsproblemen erschwert laut der DAK-Gesundheit auch die fülle an widersprüchlichen Gesundheitsinformationen die konsequente Umsetzung entsprechender Strategien.
Wer sich mit unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Empfehlungen konfrontiert sieht, tut sich schwerer, einen klaren Weg für die eigene Gesundheitsvorsorge zu finden.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Aufklärungsangebote allein nicht ausreichen dürften, um gesunde Vorsätze in dauerhafte Gewohnheiten zu verwandeln. Vielmehr müssten strukturelle Fragen wie Zeitressourcen im Alltag, die Kosten von Gesundheitsangeboten und eine klarere, verlässlichere Informationslage adressiert werden, damit der Wunsch nach einem langen, gesunden Leben auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden kann.
