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Long COVID: Therapieprogramme auf Zypern kosten bis zu 15.500 Euro

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Auslandsbehandlungen kosten teils mehrere zehntausend Euro; kontrollierte Studien zur Wirksamkeit der H.E.L.P.-Apherese bei Long COVID fehlen.

Long-COVID-Therapien auf Zypern: hohe Kosten, unklare Evidenz
Ein minimalistischer, heller Korridor in einer medizinischen Einrichtung mit reflektierenden Bodenflächen. Illustration mit AI erstellt.

Betroffene von Long COVID suchen angesichts anhaltender Erschöpfung und unklarer Behandlungspfade vermehrt nach therapeutischen Alternativen außerhalb des heimischen Gesundheitssystems.

Eine Recherche der Plattform FactCheck Cyprus vom 8. Oktober 2026 beleuchtet nun die finanzielle Belastung und die wissenschaftliche Grundlage spezieller Therapieangebote. Verbraucherschützer warnen in diesem Zusammenhang vor extrem hohen Kosten für Blutbehandlungen und mehrwöchige Therapieprogramme im Ausland, die teils ohne ausreichende klinische Evidenz beworben werden.

Hohe Behandlungskosten und gezieltes Online-Marketing

Im Zentrum der Analyse steht das auf Zypern ansässige Apheresis Center. Nach Angaben auf der Website des Anbieters belaufen sich die Kosten für eine einzelne Sitzung der sogenannten H.E.L.P.-Apherese auf 1.990 Euro. Bei dieser Form der Blutwäsche bleibt es jedoch selten bei Einzelsitzungen.

Für umfassendere, drei- bis sechswöchige Kombinationstherapien veranschlagt die Einrichtung durchschnittliche Kosten zwischen 12.500 Euro und 15.500 Euro. Aus den Erhebungen geht hervor, dass der Betrag von 15.500 Euro keineswegs eine feste Obergrenze darstellt, sondern die Gesamtrechnung weiter steigen kann.

Zusätzlich bietet das Behandlungszentrum ein optionales Diagnostikprogramm an, das die Aufwendungen weiter in die Höhe treibt. Für diese weiterführenden Untersuchungen werden im Schnitt zusätzliche 4.000 Euro bis 6.000 Euro in Rechnung gestellt.

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Wer unter anhaltender Erschöpfung leidet und nach Behandlungswegen sucht, stößt schnell auf teure Therapieprogramme im Ausland — eine Blutwäsche-Sitzung kostet dort laut Anbieterangaben 1.990 Euro, mehrwöchige Kombinationstherapien durchschnittlich 12.500 bis 15.500 Euro, ein optionales Diagnostikprogramm zusätzlich 4.000 bis 6.000 Euro. Belastbare kontrollierte Studien, die den Nutzen belegen, fehlen bislang. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Angebote prüfen, Kostenrisiken einschätzen und die richtigen Fragen stellen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Um Betroffene zu erreichen, setzt das Unternehmen stark auf digitale Werbung. Wie die Recherchen belegen, schaltete die zypriotische Einrichtung seit April 2025 insgesamt 26 Werbeanzeigen auf Meta-Plattformen.

Davon zielten 24 Kampagnen explizit auf den Markt in Deutschland und Österreich ab. Nach addierten Reichweitenschätzungen erzielten die Werbemaßnahmen rund 514.000 Anzeigenkontakte. Diese Kennzahl umfasst wiederholte Einblendungen und entspricht nicht der Zahl einzelner erreichter Personen.

Fragliche Erfolgsversprechen und mangelnde wissenschaftliche Evidenz

Neben dem finanziellen Aufwand werfen Verbraucherschützer und Analysten vor allem Fragen zur Wirksamkeit der Prozeduren auf. Das Apheresis Center beziffert seine eigene Erfolgsquote auf 80 Prozent. Eine tragfähige wissenschaftliche Untermauerung für solche Aussagen liegt jedoch nicht vor. Bislang fehlen belastbare, kontrollierte Studien, die den Nutzen einer H.E.L.P.-Apherese bei der Behandlung von Long COVID methodisch sauber nachweisen.

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Der Anbieter nennt eine Erfolgsquote von 80 Prozent — doch die bisher publizierten Daten stammen aus einer Fallserie mit nur 17 Behandelten und ohne Kontrollgruppe. Verbraucherschützer raten angesichts unklarer Studienlage und Rechnungen von mehreren zehntausend Euro zur Vorsicht. Unser kostenloser Leitfaden gibt Ihnen einen Fragenkatalog für den Arzt an die Hand und zeigt, welche Erstattungswege und Prüfschritte es gibt. Leitfaden jetzt kostenlos sichern

Die bisher publizierten Daten bieten wenig Aussagekraft: Eine Fallserie aus dem Jahr 2023 umfasste lediglich 17 behandelte Personen. Zwar wurde in diesem Rahmen bei 16 Patienten eine Zustandsverbesserung beschrieben, die Untersuchung kam jedoch gänzlich ohne eine Kontrollgruppe aus.

Ein methodischer Nachweis über einen tatsächlichen Kausalzusammenhang oder den Ausschluss von Placebo-Effekten lässt sich daraus nach wissenschaftlichen Standards nicht ableiten. Angesichts der unklaren Studienlage und der finanziellen Risiken von mehreren zehntausend Euro raten Verbraucherschützer vor kostspieligen Interventionen im Ausland zur Vorsicht.

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