Long-Covid-Therapie: Blutwäsche entfernt Antikörper, hilft aber nicht
26.06.2026 - 11:14:24 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Ein vielversprechendes Verfahren wirkt im Labor, hilft Patienten aber kaum.
Blutwäsche entfernt Antikörper, aber nicht die Symptome
Die IAMPOCO-Studie, 2026 im Fachjournal The Lancet Regional Health – Europe veröffentlicht, brachte ernüchternde Ergebnisse. Forscher untersuchten die Immunadsorption – eine Blutwäsche, die krankheitserregende Autoantikörper entfernen soll.
40 Personen nahmen an der randomisierten Studie teil. Das Ergebnis: Die Blutwäsche reduzierte zwar die Autoantikörper erfolgreich. Eine signifikante Verbesserung der klinischen Symptome blieb aber aus. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) bewertet die Daten als wichtigen Schritt – das Verfahren wurde lange ohne gesicherte Studienlage angewendet.
Juristischer Streit um Ivermectin und Impfdebatte
Die Therapiedebatte wird auch vor Gericht geführt. Im Mai 2026 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht Verstöße gegen das Objektivitätsgebot. Es ging um Aussagen zu Ivermectin und Corona-Impfungen des ehemaligen ServusTV-Chefs Ferdinand Wegscheider. Im Juni legte die Gegenseite Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof ein.
Parallel berichten Mediziner über praktische Erfahrungen mit umstrittenen Behandlungen. Die Ärztin Jasna Cotting thematisierte im Juni ihre Beobachtungen zur Long-Covid-Therapie. Solche Berichte stehen im Spannungsfeld zwischen hohem Leidensdruck der Patienten und fehlender wissenschaftlicher Bestätigung.
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Neue Forschung: Zellulärer Stress als Schlüssel?
Ein anderer Forschungszweig blickt tiefer in die Zellen. Aktuelle Fachbeiträge von Ende Juni 2026 heben die Bedeutung der AGALopathie und des Stresses im endoplasmatischen Retikulum (ER-Stress) hervor. Diese Prozesse spielen nicht nur bei der Erbkrankheit Morbus Fabry eine Rolle – sie könnten auch ME/CFS und Long Covid erklären.
Forscher der Universität Witten/Herdecke untersuchen zudem geschlechtsspezifische Unterschiede. Beim Takotsubo-Syndrom setzen sie moderne MRT-Verfahren und künstliche Intelligenz ein, um Diagnosen bei Frauen zu verbessern – sie zeigen oft atypische Symptome.
Wenn die Kasse nicht zahlt: 13.700 Euro für Immuntherapie
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Selbst vielversprechende Therapien scheitern oft an der Finanzierung. Ein Fall aus Brandenburg macht das deutlich: Einem 42-jährigen freiberuflichen Musiker verweigerte die Krankenkasse die Kostenübernahme für eine personalisierte Immuntherapie – rund 13.700 Euro.
Die Summe kam durch Spenden zusammen. Der Fall wirft Fragen zur Gleichbehandlung und zum Zugang zu innovativer Medizin auf. Ärzteverbände kritisieren eine zunehmende Unterversorgung durch Sparmaßnahmen und hohe Verwaltungskosten. Als Alternative diskutieren sie steuerfinanzierte Modelle – mit mehr Fokus auf direkte Patientenversorgung.
