Long COVID: Heilstollen lindern Atemnot und Schlafprobleme teils drei Monate lang
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung in untertägigen Heilstollen zählt zu den traditionellen Formen der Speläotherapie, deren Nutzen für Patientinnen und Patienten mit chronischen Atemwegsbeschwerden seit Langem diskutiert wird.
Eine Untersuchung des Deutschen Heilstollenverbands liefert nun neue Einblicke in die klinische Wirksamkeit dieser Methode. Es handelt sich um die bislang größte randomisierte kontrollierte Studie zur Heilstollentherapie. Insgesamt 208 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Italien wurden dafür in 9 Therapiezentren wissenschaftlich begleitet.
Differenzierte Ergebnisse bei Asthma bronchiale
Das Teilnehmerfeld der Untersuchung setzte sich aus 107 Asthma-, 59 COPD- sowie 42 Long-COVID-Patienten zusammen. Bei der Gruppe der Asthmapatienten stand der Entzündungsmarker FeNO (fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid) als primärer Endpunkt im Fokus. Bei diesem biologischen Marker zeigte sich im Rahmen der Untersuchung keine signifikante Veränderung.
In der Analyse wurde dabei festgehalten, dass rund 80 % der teilnehmenden Asthmapatienten bereits vorab mit inhalativen Kortikosteroiden behandelt wurden, was das Ausbleiben zusätzlicher antiinflammatorischer Effekte auf diesen spezifischen Messwert beeinflusst haben könnte.
Gleichzeitig verzeichneten die Forschenden bei den Betroffenen mit Asthma deutliche Verbesserungen in der klinischen Praxis: Sowohl die Asthmakontrolle als auch die Lebensqualität stiegen signifikant an. Darüber hinaus wiesen die Messungen spürbare Verbesserungen bei der Atemregulation und der allgemeinen Lungenfunktion nach.
Entlastung bei COPD und anhaltenden Long-COVID-Symptomen
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Neben den Asthmakranken wurden auch Patientengruppen mit anderen chronischen Beeinträchtigungen des Atmungsapparats untersucht. Bei Personen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) führte der Aufenthalt in den Therapiezentren zu einer signifikanten Verringerung der individuellen Symptomlast.
Bei den 42 Teilnehmenden mit Long COVID dokumentierte das Vorhaben spürbare Entlastungen in mehreren relevanten Bereichen: Nachgewiesen wurden Verbesserungen bei Atemnot, der körperlichen Belastbarkeit sowie bei Schlaf- und Angstsymptomen. Einzelne dieser positiven Effekte ließen sich zudem noch drei Monate nach dem eigentlichen Therapieende nachweisen, was auf eine länger anhaltende Wirkung der Intervention hindeutet.
Übergreifende Effekte und Einbindung in multimodale Konzepte
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Über alle untersuchten Diagnosegruppen hinweg – Asthma, COPD und Long COVID – zeigte sich ein einheitlicher Befund hinsichtlich der physischen Leistungsfähigkeit des Atemapparats: Die Atemmuskelkraft verbesserte sich bei den Patientinnen und Patienten signifikant.
Die Ergebnisse ergänzen Erkenntnisse aus einer früheren Studie, in der 100 Long-COVID-Patienten untersucht worden waren. Diese frühere Arbeit hatte bereits dargelegt, dass sich die Heilstollentherapie sicher in eine multimodale Rehabilitation integrieren lässt.
Unerwünschte Ereignisse traten dabei nicht auf. Die aktuellen Studiendaten des Verbands stützen somit das Bild einer komplementären Behandlungsoption, die insbesondere bei subjektiven Symptomen, Funktionsparametern und der allgemeinen Lebensqualität messbare Entlastungen für chronisch Erkrankte bieten kann.
