Long, COVID

Long COVID bei Kindern: Studie zeigt verschiedene biologische Untergruppen

29.05.2026 - 03:06:57 | boerse-global.de

Krankenstand erreicht Rekordhoch. Forschung identifiziert Untergruppen bei Long COVID. ME/CFS betrifft 650.000 Menschen in Deutschland.

Long COVID bei Kindern: Studie zeigt verschiedene biologische Untergruppen - Foto: über boerse-global.de
Long COVID bei Kindern: Studie zeigt verschiedene biologische Untergruppen - Foto: über boerse-global.de

Immer mehr Patienten suchen nach ganzheitlichen Behandlungsmöglichkeiten für Long COVID, ME/CFS und Fibromyalgie. Das deutsche Gesundheitssystem steht vor der Aufgabe, diese komplexen Krankheitsbilder interdisziplinär zu versorgen.

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Neue Erkenntnisse zu Long COVID bei Kindern

Die Forschung zu postviralen Erkrankungen macht Fortschritte. Eine Studie, die im späten Frühjahr 2026 in Nature Communications veröffentlicht wurde, untersuchte 74 Kinder mit Long COVID über einen Zeitraum von bis zu 3,2 Jahren. Das Ergebnis: Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild, sondern verschiedene biologische Untergruppen. Zwischen einem und drei Prozent der Kinder entwickeln demnach nach einer SARS-CoV-2-Infektion Long COVID. Eine entscheidende Rolle bei anhaltenden Entzündungen spielt offenbar das Epstein-Barr-Virus (EBV).

ME/CFS: 650.000 Betroffene in Deutschland

Besonders dramatisch ist die Lage bei Erwachsenen. Rund 650.000 Menschen in Deutschland leiden an ME/CFS, einer neuroimmunologischen Multisystemerkrankung. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen, über 60 Prozent können nicht arbeiten. Die Weltgesundheitsorganisation stuft ME/CFS seit 1969 als organisch-neurologische Erkrankung ein – dennoch berichten Patienten häufig von Stigmatisierung im Gesundheitssystem. Die Hauptsymptome: extreme Erschöpfung und eine sogenannte Belastungsintoleranz (PEM), die das Krankheitsbild von allgemeiner Müdigkeit unterscheidet.

Schmerztherapie im Fokus

Chronische Schmerzsyndrome und Erschöpfungskrankheiten überschneiden sich häufig. Anfang Juni 2026 veranstalteten Kliniken wie die Sana Kliniken Lübeck und das Krankenhaus Winsen Informationstage zum Thema Fibromyalgie und interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST).

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Fibromyalgie betrifft drei bis vier Prozent der Menschen in Deutschland, vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Experten betonen die zentrale Rolle des vegetativen Nervensystems. Die IMST kombiniert verschiedene medizinische Fachrichtungen, um den Patienten als Ganzes zu behandeln – statt isolierte Symptome zu bekämpfen.

Osteopathie als Ergänzung

Komplementäre Verfahren finden zunehmend Eingang in offizielle Leitlinien. Bei Endometriose – über zwei Millionen Frauen in Deutschland sind betroffen, jährlich kommen mehr als 40.000 Neuerkrankungen hinzu – wird Osteopathie inzwischen als ergänzende Behandlungsoption geführt.

Professorin Sylvia Mechsner von der Charité hat osteopathische Verfahren in ihre Therapiekonzepte integriert. Forschungen von Almut Boltz deuten darauf hin, dass osteopathische Behandlungen sowohl körperliche Schmerzen als auch die emotionale Belastung chronischer Erkrankungen lindern können. Das Ziel: das Gleichgewicht der Körpersysteme wiederherstellen – ein Ansatz, der auch bei Long COVID und Burnout vielversprechend erscheint.

Krankenkassen fördern Prävention

Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen Versicherte mit finanziellen Zuschüssen für zertifizierte Präventionskurse. Die Programme decken Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtprävention ab.

Die Zuschüsse im Überblick:
- Techniker Krankenkasse: bis zu 300 Euro jährlich
- Barmer: 150 bis 200 Euro
- DAK: bis zu 150 Euro
- IKK classic: 180 Euro
- Knappschaft: 160 Euro

Gefördert werden unter anderem Yoga, Pilates, Meditation und Rückenschule. Sogar strukturierte Angebote zum „Waldbaden" (Shinrin Yoku) sind inzwischen als Präventionskurse anerkannt – sie helfen, das Nervensystem zu regulieren.

Der Longevity-Trend erreicht Deutschland

Ergänzend zu diesen lokalen Angeboten gewinnt die „Longevity"-Bewegung an Bedeutung. Bereits im Januar 2026 brachte ein Gipfeltreffen Experten aus Medizin und Psychologie zusammen. Diskutiert wurden langfristige Gesundheitsstrategien mit speziellen Codes für Bewegung und biologische Gesundheit – mit dem Ziel, chronischen Abbau zu verhindern.

Die Botschaft ist klar: Von klinischer Forschung bis zu bezuschussten Entspannungstechniken – die Behandlung chronischer Erschöpfung und postviraler Syndrome erfordert ein integriertes Vorgehen. Das deutsche Gesundheitssystem beginnt, sich dieser Herausforderung zu stellen.

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