Logistik-Robotik: Gatik sichert sich 200 Millionen in Series D
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Logistikunternehmen bauen ihre Kooperationen zur Integration von KI-gesteuerter Robotik derzeit spürbar aus. Zugleich verzeichnen Technologie-Startups im Bereich der autonomen mobilen Robotik erhebliche Kapitalzuflüsse, um automatisierte Systeme für Lagerhäuser, Lieferketten und Frachtnetzwerke zur Marktreife zu führen.
Millionenfinanzierungen für autonome Systeme
Im Bereich des autonomen Mittelstrecken-Frachtverkehrs hat das Unternehmen Gatik eine Series-D-Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von der Qatar Investment Authority und Koch Disruptive Technologies, unter Beteiligung von Millennium Management, ARK Invest und Intact Private Capital.
Gatik verweist auf mehr als 600 Millionen US-Dollar an vertraglich gebundenem Umsatzvolumen sowie rund 85.000 vollständig fahrerlose Aufträge, während die Unternehmensbewertung nicht veröffentlicht wurde.
Auch Software- und Robotikhersteller in der Frühphase verzeichnen Kapitalzuflüsse. Das belgische Startup Logibot sicherte sich eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1,4 Millionen Euro, angeführt von BeamBerlin, dem Venture-Studio der Beumer-Gruppe, sowie unter Beteiligung von RDY Ventures, PMV und dem BAN Business Angels Netzwerk.
Logibot plant den Rollout seiner Plattform, die laut Firmenangaben rund 95 Prozent der marktüblichen Fremd-Roboterarme und Förderer ansteuern kann, sowie den Bau einer zweiten Robotergeneration in Zellik.
In Asien schloss Peer Robotics eine Series-A-Runde mit institutionellen Investoren ab, um innerhalb von sechs Monaten Flotten in Mumbai, Delhi NCR und Bengaluru auszurollen. Das indische Unternehmen plant ein Abomodell ab 15.000 Rupien pro Monat und Einheit.
In China sicherte sich GENISOM AI hunderte Millionen Yuan in einer Series B unter Führung von Stone Venture aus den Vereinigten Arabischen Emiraten für Forschung in den Bereichen Bewegungs-, Raum- und Schwarmintelligenz.
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Kommerzialisierung durch Industrie-Partnerschaften
Parallel zu den Investitionswellen vertiefen Logistikdienstleister ihre Kooperationen mit Technologieentwicklern. CJ Logistics unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem Entwickler RLWRLD (auch als RealWorld bekannt), um Robotics-Foundation-Model-Technologie (RFM) für Lager- und Lieferprozesse zu entwickeln.
Basis der Kooperation, die an eine frühere Vereinbarung und Beteiligung aus dem November des Vorjahres anknüpft, ist das Modell RLDX-1 zur Verarbeitung visueller Daten und Sensorsignale. Geplant sind Tests unter Realbedingungen sowie die Kommerzialisierung eines Logistics-as-a-Service-Modells.
CJ Logistics setzt in einem Zentrum in Yongin bereits zwei Doppelarm-Humanoide für Packprozesse ein. In China setzt SF Express im Verteilzentrum Wuhan, das am 16. September eröffnet wurde, den rollenden Doppelarm-Roboter Quanta X1 Pro von X Square Robot für Paketprozesse von Lululemon ein.
Neue Wege im Gütertransport erproben Skyways und der dänische Logistikkonzern DSV. Beide Partner vereinbarten eine Kooperation für Offshore-Energiebetriebe, deren erste Phase autonome Flüge von Norden in Deutschland ab Herbst 2026 vorsieht. Skyways stellt Flugzeuge und Schulungen, während DSV das Flugpersonal und die Genehmigungen beisteuert. Beide Firmen präsentieren ihre Pläne auf der Fachmesse WindEnergy Hamburg.
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Vernetzung und Automatisierung auf der Langstrecke
Auf der Straße treiben Technologiekonzerne und Flottenbetreiber autonome Abläufe voran. Einride kooperiert mit Nvidia und integriert die Drive-Hyperion-Plattform sowie Blackwell-Architekturen in seine Schwerlast-Lkw. Das Unternehmen betreibt derzeit hunderte Elektro-Lkw und plant den Ausbau auf 1.500 bis 2.000 Fahrzeuge bis 2028, von denen rund 80 Prozent automatisierbar sein sollen.
Kodiak AI und PrePass führen gemeinsame Systeme zur behördlichen Vorabprüfung autonomer Lkw in Texas und Louisiana ein, um Inspektionen bis zu 24 Stunden gültig zu halten. Zugleich investiert Amazon weitere 1,9 Milliarden US-Dollar in sein Delivery-Service-Partner-Programm, womit das Gesamtvolumen seit 2018 auf 21,7 Milliarden US-Dollar steigt.
Eine am 18. September bekannt gewordene Erweiterung der Partnerschaft zwischen Arrive AI und DXC Technology zielt zudem darauf ab, automatisierte Materialtransporte an großen Fertigungsstandorten über Drohnen und autonome Fahrzeuge zu organisieren.
