Logistik-Robotik, Durchsatz

Logistik-Robotik: Durchsatz um 120 Prozent gesteigert

19.06.2026 - 21:49:35 | boerse-global.de

Autonome Roboter, datengetriebene Lieferketten und intelligentes Energiemanagement prägen die Logistikbranche im Jahr 2026.

Logistik 2026: KI, Robotik und grüne Energie treiben Wandel
Logistik-Robotik - Ein modernes Logistiklager mit automatisierten Robotern und Fließbändern, die Pakete und Paletten bewegen, symbolisiert operative Exzellenz. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen kombinieren robotergestützte Automatisierung, künstliche Intelligenz und nachhaltiges Energiemanagement, um Durchsatzraten zu erhöhen und Kosten zu senken.

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Robotik treibt Durchsatz um 120 Prozent

Flexible Robotik-Plattformen helfen, auf schwankende Marktanforderungen zu reagieren. Ein Logistikstandort in Quer (Spanien) steigerte den Durchsatz mit der LocusONE-Plattform um 120 Prozent auf rund 110 Positionen pro Stunde. Über 120 Roboter sind dort im Einsatz, ein Teil der Flotte wird saisonal über ein Robotics-as-a-Service-Modell (RaaS) bezogen.

Auch bestehende Infrastrukturen werden erweitert – ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Ein Distributionszentrum für Heimtiernahrung in Niederlangen bekommt 16 autonome Transportroboter und vier Schmalgangstapler. Ziel: eine Kapazität von über 58.000 Plätzen in 34 Gassen effizient bewirtschaften. Ein Nürnberger Süßwarenhersteller steht kurz vor der Inbetriebnahme neuer automatisierter Regalbediengeräte.

Datengesteuerte Lieferketten und Open Source

Die Vernetzung von Daten wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. T-Systems und SupplyOn starteten im Juni eine strategische Partnerschaft. Sie wollen eine Plattform mit rund 140.000 Unternehmen mit einer industriellen KI-Cloud verbinden. Erster Anwendungsschwerpunkt: KI-gestütztes Sourcing.

Siemens und Databricks treiben die direkte Anbindung von Produktionsdaten an Cloud-KI-Systeme voran. „Industrielle KI entfaltet ihren Wert primär durch die Verbindung von Daten, Kontext und praktischer Umsetzung“, sagte Rainer Brehm von Siemens. Ziele sind vorausschauende Wartung und Qualitätssicherung.

Die Branche setzt zunehmend auf Open-Source-Lösungen, um Entwicklungskosten zu senken. Der Logistikdienstleister Contargo stellte eine Java-Bibliothek zur Validierung von Containernummern und Lkw-Kennzeichen als Open Source bereit. „Solche Funktionen sind eine Standardleistung, die keinen individuellen Wettbewerbsvorteil darstellt“, erklärte IT-Leiter Gerd Schmidt.

Energiemanagement wird zur Effizienzsäule

Die Optimierung des Energie verbrauchs entwickelt sich zur zentralen Säule operativer Exzellenz. Metro Logistics setzt an deutschen Standorten eine KI-Plattform ein, die Kälteanlagen und Ladestationen automatisiert in Abhängigkeit von Strompreisen und eigener Solarstromerzeugung steuert. Ein Pilotprojekt in Marl nutzt eine Photovoltaik-Anlage mit 18 Megawatt-Peak (MWp).

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan nahm im Juni ein Ladedepot für Elektro-Lkw in Betrieb. Ein KI-gesteuertes Energiemanagement, Schnelllader und Batteriespeicher optimieren die Energieflüsse. Amazon unterzeichnete einen Stromabnahmevertrag über 600 Megawatt aus einem Offshore-Windpark in der Ostsee.

Eine Telemetriestudie von Daimler Truck belegt die technische Eignung schwerer Elektro-Lkw für den Fernverkehr. Bei 3.000 Fahrten unter realen Bedingungen von November bis März entsprach die Verfügbarkeit der Elektro-Lkw der von Diesel-Lkw. Laut Studie spart ein eActros 600 bis zu 90 Tonnen CO2 pro Jahr.

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Autonome Konzepte und intelligentes Tracking

Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stellten die nächste Generation eines autonomen Fahrmoduls vor. Es kann verschiedene Kapseln für Personen oder Güter aufnehmen. In Essen startete Mitte Juni ein Livebetrieb für den Transport von Laborproben per Drohne – die Fluggeräte erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h.

Verluste von Ladungsträgern verursachen global jährlich Schäden zwischen 30 und 50 Milliarden US-Dollar. Neue Tracking-as-a-Service-Lösungen setzen auf Bluetooth-LE-Etiketten und KI zur Echtzeitverfolgung ohne feste Infrastruktur. IFCO-CEO Mike Pooley und Dr. Sebastian Grams präsentierten den Ansatz Anfang Juni auf einem Fachgipfel.

Die Botschaft ist klar: Operative Exzellenz definiert sich 2026 nicht mehr allein durch physische Prozessoptimierung. Entscheidend ist die intelligente Verzahnung von Hardware, Software und Energiemanagement.

de | wissenschaft | 69585531 |